Immer wieder gerne komme er nach Hanau, sagte Chris de Burgh. Die Fans hat’s gefreut.
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Immer wieder gerne komme er nach Hanau, sagte Chris de Burgh. Die Fans hat’s gefreut.

Mehr als nur der „Schmusesänger“

Chris de Burgh feiert umjubelten Auftritt im ausverkauften Amphitheater in Hanau

„Volles Haus“ unterm Zeltdach: Chris de Burgh trat am Montagabend nicht zum ersten Mal in der Brüder-Grimm-Stadt auf, und er hat hierzulande immer noch eine große Fangemeinde. Deshalb war das Amphitheater bis auf den allerletzten Platz besetzt und es reichte schon, dass der Künstler auf der Bühne erschien, um ihn mit stehenden Ovationen zu begrüßen.

Hanau - Und die waren gerechtfertigt, denn der 72-jährige Künstler, geboren in Argentinien als Christopher John Davison, beherrscht seine Gitarre immer noch bestens, was er beim Auftritt im Amphitheater einmal mehr unter Beweis stellte – und der Mann spielt auch noch hervorragend Klavier.

Eine Gitarre, ein Piano, mehrere Gläser Wasser und ein Mückenspray – mehr brauchte der irische Barde nicht bei seinem gut zweistündigen Auftritt, den er ohne Pause absolvierte. Hatte Chris de Burgh zu Beginn noch kleine Schwierigkeiten mit seiner Stimme, stabilisierte sich der Gesang zunehmend, auch schwierige Passagen meisterte der Sänger souverän.

Einfühlsame Balladen unterm Zeltdach

Auffallend war, dass Chris de Burgh für einen Großteil seines Programms einfühlsame Balladen ausgesucht hatte. Dabei ging es nicht nur um Liebe, Harmonie und Romantik, sondern auch um Krieg, traumatisierte Soldaten und Flüchtlinge. Dem Wahl-Iren das Etikett „Schmusesänger“ anzuhängen, wird Chris de Burgh längst nicht mehr gerecht, denn der 72-Jährige geht offensichtlich mit sehr offenen Augen und geschärften Sinnen durchs Leben und verarbeitet seine Erfahrungen und Erkenntnisse in seinen Songs.

Nicht ohne Stolz verkündigte Chris de Burgh – er hatte mit Beginn seiner Karriere den Geburtsnamen seiner Mutter angenommen – , dass nicht nur seine aktuelle Produktion „The Legend of Robin Hood“ aktuell auf Platz sieben der deutschen Charts stehe, sondern dass im kommenden Jahr die Songs als Grundlage für das in Fulda geplante gleichnamige Musical dienen werden. Der Sänger erzählt die Geschichte von Robin Hood differenzierter, so zum Beispiel die arrangierte Hochzeit des 19-Jährigen mit der erst 13-jährigen Maid Marian, nach der Robin auf die Hochzeitsnacht wegen des Alters seiner Frau verzichtet: „She is still a child“, singt Chris de Burgh. Und es gibt sogar einen direkten Bezug des Sängers zur Geschichte: Denn der Vorfahre Hubert de Burgh (1170 bis 1243) war unter König Johann Ohneland, der in der Robin-Hood-Story eine wichtige Rolle spielt, als Chefjustiziar einer der einflussreichsten Politiker in England und Irland.

Erinnerungen an Natascha aus Russland

Ein kleiner Schwerpunkt des Programms waren auch Lieder, die von einem Russlandaufenthalt geprägt waren, an den Chris de Burgh Erinnerungen wie „sehr kalt“ und „viel Wodka“ und an eine gewisse Natascha hatte. Das Mückenspray benutzte der Barde übrigens am späteren Abend, „wenn die kleinen Tiere kommen“, nicht nur selbst, sondern versprühte es reichlich in Richtung der Konzertbesucher.

Erst zum Ende des Abends interpretierte der Sänger dann die großen Hits seiner Laufbahn, von denen sich einige mehrere der Fans bereits auf der Facebook-Seite des Sängers gewünscht hatten. Er komme immer wieder gerne nach Hanau, versicherte Chris de Burgh, und würde auch im kommenden Jahr wieder in dieser „wonderful location“ spielen. Die Fans hat diese Aussage besonders gefreut.

(Von Thomas Seifert)

Dauerbrenner: Vor 700 Fans absolvierte der 72-Jährige seinen zweistündigen Auftritt – ohne Pause.

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