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Massenschlägerei: Polizei nimmt 19-Jährigen fest

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Die Polizei hat einen 19-Jährigen festgenommen. Symbolbild: Becker
Die Polizei hat einen 19-Jährigen festgenommen. Symbolbild: Becker

Erster Ermittlungserfolg: Nach den Schlägereien in Hanau hat die Polizei in der Nacht zum Donnerstag einen 19-Jährigen festgenommen. Der Mann soll maßgeblich an der letzten Prügelei in der Hanauer Innenstadt beteiligt gewesen sein.

Von Christian Dauber

Bei der Auseinandersetzung wurde ein 38-jähriger Passant so schwer verletzt, dass er zu erblinden droht. Derweil fordert Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel Hilfe vom Land im Umgang mit Schlägertrupps.

Der Festgenommene sitzt nun in Untersuchungshaft. Er hat eine kriminelle Vorgeschichte. Laut Oberstaatsanwalt Mies lag nun gegen den jungen Mann ein Haftbefehl vor, weil er zu einer Hauptverhandlung nicht erschienen sei. Dem 19-Jährigen wird Fahren ohne Fahrerlaubnis vorgeworfen. „Außerdem laufen weitere Anklagen gegen ihn wegen gefährlicher Körperverletzung“, erklärte Mies auf Nachfrage unserer Zeitung.Hanauer soll Hauptrolle gespielt habenDer Hanauer soll bei dem jüngsten Vorfall auf dem Freiheitsplatz eine Hauptrolle gespielt haben. Gegen ihn liege ein Anfangsverdacht vor. „Wir ermitteln weiter, es wird sich zeigen, ob sich der Verdacht verfestigt“, sagte Mies.Auch an der Auseinandersetzung im Hanauer Schlossgarten am 3. März sei der Mann möglicherweise beteiligt wesen. Wie die Polizei jetzt erklärte, hatten sich afghanische Flüchtlinge und Männer mit Migrationshintergrund gegenüberstanden. Es habe sich dabei um eine Art Machtkampf gehandelt.Weitere Beteiligte gesucht Laut Mies hat der 19-Jährige sowohl die deutsche wie auch die türkische Staatsbürgerschaft. Er werde nun solange in Haft verweilen, bis in der Führerschein-Sache wieder verhandelt werde. Der zuständige Strafrichter terminiere jene Verhandlung neu. Darüber sei der Mann bei einer Vorführung informiert worden. Voraussichtlich werde der Prozess erst in sechs Wochen weitergehen.Klar ist, dass die Justiz nun alles daran setzen wird, in der Zwischenzeit zu klären, ob der 19-Jährige tatsächlich einer der Hanauer Haupttäter ist. Mies bestätigte auf Nachfrage, dass die Staatsanwaltschaft durchaus die Hoffnung habe, über den Mann an weitere Beteiligte der beängstigenden Vorfälle heranzukommen.Beschreibung wird geprüftZuletzt war die Rede davon gewesen, dass der Haupttäter der jüngsten Schlägerei in Hanau etwa 25 Jahre alt gewesen sein soll. „Die Schilderung stammte vom Geschädigten selbst“, erklärt Mies. Ob der schwerverletzte Bruchköbeler damit einen weiteren anderen Mann gemeint habe oder mit der Schätzung danebengelegen habe, müsse nun geprüft werden.Vor dem letzten Vorfall am Hanauer Freiheitsplatz hatten gewalttätige Krawallmacher in Hanau und Gelnhausen für Unruhe gesorgt. Die Staatsanwaltschaft prüft seitdem die Zusammenhänge. Polizei und Justiz haben einen harten Kern von jungen Intensivtätern im Blick. Eine Arbeitsgruppe wurde gegründet. Für das Wochenende kündigte die Polizei an, ihre Präsenz in der Hanauer Innenstadt zu verstärken."Migrations- und Zuwanderungsbewegungen spielen eine Rolle" Hanau und andere Städte Hessens benötigen nach Massenschlägereien von Krawallmachern Hilfe vom Land Hessen. So sieht es der Vorsitzende des Sozialausschusses des Hessischen Städtetages. Axel Weiss-Thiel (SPD), zugleich Hanauer Sozialdezernent, fordert: „Wir brauchen mehr Unterstützung vom Land. Es geht um Mitarbeiter und Personalkosten. Veranstaltungen zum Erfahrungsaustausch können wir selbst organisieren.“Weiss-Thiel sagt zur Ursache der Schlägereien: „Migrations- und Zuwanderungsbewegungen spielen eine Rolle. Dadurch tritt eine Verschärfung auf. Da sind zum Beispiel auch junge Flüchtlinge ohne Perspektive involviert, die auf anderen Gruppen treffen, die unterschiedlich sozialisiert sind.“

Zeugen aller Vorfälle können sich bei der Polizei unter 0 61 81/10 01 23 melden.

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