Die Sommergastronomie am Mainufer ist ein Pachtobjekt der Stadt Maintal. Dennoch gelten hier andere Bedingungen als in den Bürgerhäusern der Stadt. Archivfoto: Jan Max Gepperth

Maintal

"Mainkultur" ist nicht mit anderen Pachtobjekten vergleichbar

Maintal. 100 000 Euro stehen im städtischen Haushalt bereit. Vorgesehen sind die Gelder für „Infrastrukturmaßnahmen, die den langfristigen Betrieb eines Kulturangebots ,Mainkultur' in den Sommermonaten ermöglicht“, so der Wortlaut des entsprechenden Beschlusses vom Ende vergagnenen Jahres, der Raum für Interpretationen lässt.

Von Martina Faust

Denn die einen verstehen unter Mainkultur das gastronomische Angebot, die anderen fassen den Begriff weiter und meinen ein öffentliches Kulturangebot am Dörnigheimer Mainufer. Entsprechend gingen in der Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und der Stadtleitbildgruppe „Mainufer“ die Vorstellungen darüber, welche Maßnahmen mit den Geldern finanziert werden sollen, auseinander. Verständigt hat man sich schließlich auf ein acht Punkte umfassendes Paket zur Steigerung der Aufenthaltsqualität und damit verbunden auch der Sicherstellung des gastronomischen Angebots.

Noch sind die Mittel nicht freigegeben. Erst im November sollen die Stadtverordneten final über deren konkrete Verwendung entscheiden. Doch in der öffentlichen Debatte gehen die Meinungen darüber auseinander, ob es sich beim Einsatz der 100 000 Euro um die Subvention eines privaten Unternehmers mit Steuergeldern oder um die notwendige Investition in öffentliche Infrastruktur handelt.

Stadt stellt mehr als nur die bloßen Räumlichkeiten

Tatsache ist: Ahmet Cetiner als Initiator und Betreiber der „Mainkultur“ ist Pächter. Im April 2018 hat er mit der Stadt einen entsprechenden Pachtvertrag über die Bewirtschaftung der Fläche am Mainufer geschlossen, der bis einschließlich 2021 läuft. Er zahlt monatlich eine entsprechende Nutzungsgebühr und muss bestimmte Auflagen einhalten. Damit ist Ahmet Cetiner rein formal gesehen vergleichbar mit den Pächtern der Bürgerhäuser in Bischofsheim, Hochstadt, Wachenbuchen und der Dörnigheimer Maintal-Halle. Unter dieser Prämisse müssten für alle Pächter die gleichen Konditionen gelten. Das würde auch die infrastrukturellen Voraussetzungen oder erforderliche Investitionen betreffen. So stellt die Stadt nach Auskunft von Maintals Pressesprecherin Nicole Bilz den Pächtern neben den Räumlichkeiten unter anderem Küchengeräte und die Ausstattung der Gasträume zur Verfügung und trägt ebenfalls die Kosten für größere bauliche Maßnahmen.

Demzufolge ist es nur konsequent, wenn etwa eine befestigte Sockelfläche zur Aufstellung der Container, Fundamente für die Beschattung oder ein dauerhafter Strom- und Wasseranschluss für die „Mainkultur“ hergestellt werden. Theoretisch könnten die Investitionen bis hin zu Sitzmöglichkeiten reichen, denn auch in den Bürgerhaus-Gaststätten ist eine entsprechende Bestuhlung vorhanden. Für die Pächter selbst wären solche Investitionen aufgrund der kurzen Laufzeit der Pachtverträge – „in der Regel über drei bis fünf Jahre, mit der Option der jährlichen Verlängerung“, so Bilz – unrentabel.

Mainkultur sei nicht vergleichbar

Dennoch ist die Mainkultur ein Sonderfall. „Die 'Mainkultur' ist als Pilotprojekt einer temporären Sommergastronomie gestartet und somit nicht mit den Bürgerhausgaststätten vergleichbar“, unterstreicht Bilz. Genau das macht die Sachlage so schwierig – sowohl für die Beteiligten als auch für Außenstehende. Denn wo es keine festen Vorgaben gibt, da bleibt ein Ermessensspielraum, und sicher wird es noch den einen oder anderen Meinungsaustausch geben, wenn im Herbst ein ausgearbeitetes Konzept zu den vorgeschlagenen Maßnahmen vorliegt und verabschiedet werden soll.

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