Die Wallonisch-Niederländische Kirche besser in Szene setzen – auch das will die Stadt Hanau mit einer Umgestaltung des Platzes erreichen. Die Pläne sind jetzt vom Magistrat beschlossen worden. Nun haben die Stadtverordneten das Wort. Archivfoto: Privat

Hanau

Magistrat beschließt Konzept für Platz an Wallonischer Kirche

Hanau. Unterstützt durch das Förderprogramm „Soziale Stadt – Südliche Innenstadt Hanau“ will die Stadt Hanau rund sechs Millionen Euro ausgeben, um den Platz an der Wallonisch-Niederländischen Kirche und Straßen in ihrem Umfeld neu zu gestalten.

Der Magistrat hat dem Projekt zugestimmt, heißt es in einer Mitteilung. Die Stadtverordneten entscheiden am 18. Dezember. Nach den aktuellen Planungen sollen die Bauarbeiten auf dem Platz im Frühjahr 2019 beginnen und im Oktober 2020 enden. Vorbereitende Arbeiten sollen zum Teil schon 2018 beginnen.

„Ein bedeutender Teil unseres Innenstadt-Umbaus bestand stets darin, die Qualität unserer Plätze zu verbessern. Das ist uns am Altstädter Markt, auf Freiheits- und Marktplatz gelungen, jetzt ist als südlicher Abschluss der Platz an der Wallonisch-Niederländischen Kirche an der Reihe.“ Oberbürgermeister Claus Kaminsky zeigt sich laut Mitteilung optimistisch, dass die Stadtverordneten nach umfangreicher Bürgerbeteiligung und Gremiendebatte dem favorisierten Vorschlag folgen werden, an der Kirche die 120 Parkplätze zu Gunsten einer Grünfläche ganz wegzunehmen und an der Französischen Allee von 62 auf 46 zu reduzieren. Dieser Schritt gehöre zum städtebaulichen Aufschwung der gesamten südlichen Innenstadt.

KompromissDiese Planungsvariante sei ein „absolut vertretbarer Kompromiss“ zwischen den Positionen von Menschen, die den jetzigen Parkplatz an der Kirche gerne beibehalten hätten, und denen, die an der Französischen Allee überhaupt keine Parkplätze mehr wollten. Sollte sich zeigen, dass an der Französischen Allee tatsächlich keine Parkplätze mehr nötig seien, so ließen sich diese künftig mit relativ wenig Aufwand wieder wegnehmen.

„Die Platzfläche dient als repräsentatives Instrument, um die kulturhistorisch bedeutsame Neustadt mit ihrem Renaissance-Grundriss unter Berücksichtigung ihrer Historie in Szene zu setzen“, heißt es in der Magistratsvorlage für die Stadtverordneten, die damit den „hohen Stellenwert dieser Planung dokumentiert“, wie Kaminsky sagt.

"Multifunktional nutzbarer Platz“Die Kirche werde wieder in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt, unterstreicht Stadtrat Thomas Morlock laut Mitteilung. Ein weiterer Fortschritt bestehe darin, dass der Platz von allen Seiten einsehbar werde und ohne das bisherige Buschwerk und mit einem guten Beleuchtungskonzept das Sicherheitsempfinden der Menschen dort steigere. Mit einem Raster von 40 Bäumen und 42 Prozent Grünfläche bei 58 Prozent gepflastertem Grund entstehe ein „multifunktional nutzbarer Platz“, sagt Morlock.

Die Verkehrsflächen sollen nach Vorstellung der Stadt Hanau niveaugleich ausgebaut werden und damit den Verkehr beruhigen. Dazu soll auch Begegnungsverkehr in der westlichen, südlichen und östlichen Französischen Allee beitragen, denn bei nur 4,70 Meter Fahrgasse sei hohes Autotempo kaum möglich. Fußgänger erhielten mehr Raum durch drei Meter Gehwegbreite vor Gebäuden und sonst sogar fünf Meter; zudem werde die nördliche Französische Allee zur Fußgängerzone.

Fußgängerwege werden breiterIn der Lindenstraße bleibt laut Planung der Einbahnverkehr Richtung Süden; die Fahrgasse wird gepflastert; acht Parkplätze stehen am Rand zur Verfügung. Parkplätze werden auch am westlichen Rand der Karl-Röttelberg-Straße zu finden sein, an der nördlichen Seite der Hahnenstraße und auf beiden Seiten der Altstraße. Die Fußgängerwege werden in allen Straßen breiter. Die Altstraße erhält fünf neue Bäume, die Lindenstraße vier.

Im dritten Quartal 2018 soll es laut Stadt eine Anliegerversammlung geben, in der es um die Straßenbeiträge geht. „Bedeutsam für die Stadtidentität“ ist für OB Kaminsky auch der Neustadt-Sitzplan von Professor Claus Bury. Diese „begehbare Erinnerungsinsel“ sorge dafür, dass „die Stadtgeschichte haptisch erfahrbar wird“. Damit hebe sich Hanau „von der Austauschbarkeit der Städte“ ab.

Neubau-Start von 150 WohneinheitenFür 2019 hat die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt den Neubau-Start von 150 Wohneinheiten an Stelle abzureißender Häuser mit 98 Wohnungen zwischen Hahnenstraße, Gärtnerstraße und Steinheimer Straße angekündigt.

Die dafür nötigen Grundstücke hat die Nassauische Heimstätte bisher in Erbpacht bebaut. Durch den anstehenden Verkauf erlöst die Stadt Hanau knapp drei Millionen Euro. Auch die städtische Baugesellschaft modernisiert ihren Wohnblock zwischen Calvinstraße und Karl-Röttelberg-Straße, heißt es abschließend in der Mitteilung. cd

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