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Unter strengen Auflagen haben viele Geschäfte seit zwei Wochen wieder geöffnet. Die Bilanz der Händler fällt durchwachsen aus.

Erhoffter Ansturm bleibt aus

Erste Bilanz fällt durchwachsen aus: Hoffnungen der Händler wurden nicht erfüllt

Seit rund zwei Wochen sind die Läden unter klaren Hygiene- und Abstandsregeln wieder geöffnet. Die Hanauer Händler hatten viel versprochen, auf Frequenz und Umsatz gehofft. In einer ersten Bilanz zeigt sich allerdings, dass sich diese Hoffnung nur bedingt erfüllt.

„Die Stimmung ist erwartungsgemäß gedämpft“, sagt Martin Bieberle, Geschäftsführer der Hanau Marketing GmbH, laut einer Mitteilung.

Einkaufserlebnis durch Hygienevorgaben eingeschränkt

Bei der Lockerung der Corona-Beschränkungen sei ein schmaler Pfad zu beschreiten. „Es ist natürlich absolut nachvollziehbar, dass sich die Menschen nach mehr Freiheit sehnen und dass der Handel gerne wieder uneingeschränkt öffnen möchte. Es ist aber wichtig, dass wir den Schutz vor dem Virus dabei immer im Blick behalten“, erklärt Bieberle.

Deshalb seien die Vorgaben – von Mundschutz bis zur Kundenbegrenzung – sinnvoll, auch wenn diese natürlich das klassische Einkaufserlebnis einschränkten. Doch Ziel müsse bleiben, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Im Hanauer Handel sei in den vergangenen Tagen durchaus auch Optimismus zu vernehmen gewesen.

Händler können auf Stammkunden bauen

„Einige Händler haben berichtet, sie seien in der vergangenen Woche sogar über Erwartung gestartet“, berichtet Bieberle, dann sei das Geschäft aber wieder abgeflacht. Im Vorteil seien die Händler, die über eine große Anzahl von Stammkunden verfügten und diese im besten Fall vor der Wiederöffnung aktiv angesprochen hätten.

Bieberle: „Diese Kunden sind jetzt in der Regel eher bereit, Geld auszugeben, sozusagen auf bekanntem Terrain. Sie unterstützen vor allem die Händler, die sie kennen.“ Auch im Forum Hanau merke man, dass die Kunden eher verhalten seien.

Kunden verhalten sich vorbildlich

Lob gibt es aber trotzdem: „Unsere Kunden verhalten sich vorbildlich, tragen Masken und achten auf die Abstandsregeln“, sagt Centermanagerin Diana Schreiber-Kleinhenz. Auch Mehmet Kandemir, erster Vorsitzender des Hanau Marketing Vereins (HMV), beobachtet, dass eher gezielt eingekauft und wenig gebummelt werde. „Zu mir kommen fast ausschließlich Stammkunden, die ziemlich genau wissen, was sie wollen und sich freuen, dass sie wieder shoppen gehen können. Da zeigt sich jetzt auch die Kundenbindung.“

Nachdem seit 20. April neben Supermärkten oder Drogerien auch Geschäfte auf einer Fläche von bis zu 800 Quadratmetern sowie Buchhandlungen, Fahrradgeschäfte oder Autohäuser geöffnet haben dürfen, hat das Land Hessen wie berichtet am Freitag grünes Licht für weitere Branchen gegeben: Ab heute dürfen auch Frisöre, Nagel- und Tattoostudios oder Massagepraxen öffnen, ebenfalls unter Beachtung verschiedener Hygieneregeln. das

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