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Bessere Organisation: In der Lindenauhalle konnten die Abläufe wie der Gang der Schüler zu den Prüfungsräumen und zu den Toiletten viel sicherer für alle Beteiligten geregelt werden, sagte Schulleiter Dr. Hermann Alig auf Nachfrage unserer Zeitung.

Nach Verlegung in Lindenauhalle

Drei Meter Abstand zwischen den Tischen: Lindenauschule reagiert auf Kritik an Abiturprüfungen

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Die Lindenauschule in Großauheim hat auf Kritik an der Durchführung der Abiturprüfungen in der Lindenauhalle reagiert. Die Schule sieht sich mit ihren Maßnahmen gut aufgestellt.

„Die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler sowie des Lehrpersonals steht an erster Stelle“, betonte der Schulleiter der Lindenauschule Dr. Hermann Alig gegenüber unserer Zeitung. Hintergrund: Eine „besorgte Mutter“ hatte in einer E-Mail an die HA-Redaktion am Wochenende die Verlegung der Abiturprüfung am Montag in die Lindenauhalle kritisiert.

Mutter plädiert für Prüfung in Kleingruppen und mehreren Räumen

„Die Schüler und auch wir Eltern fühlen uns etwas 'verarscht', jetzt wo noch drastischere Maßnahmen erfolgen, mit fünf Personen in einem Raum, sollen die Schüler fünf Stunden mit über 50 Schülern und Lehrkräften ein Abitur schreiben?“, so die Mutter in ihrer E-Mail. Sie plädierte dafür, in mehreren Räumen mit einer kleineren Anzahl an Schülern die Prüfung stattfinden zu lassen: „Weshalb gibt es nun nicht noch kleinere Gruppen, Lehrkräfte gibt es genügend und Räume ebenfalls.“

In der Lindenauhalle, so die „besorgte Mutter“, sei zum Beispiel die Frischluftzufuhr zu gering. Demgegenüber argumentierte der Schulleiter im Telefongespräch mit unserer Zeitung, dass der Sicherheitsabstand von zwei Metern in den Schulräumen bei der ersten Prüfung eingehalten worden sei, in der Lindenauhalle habe dieser Abstand sogar auf etwa drei Meter vergrößert werden können.

Auch der Seitenabstand zum Nachbarn sei größer gewesen. Zudem sei die Zahl der Aufsichtführenden drastisch reduziert worden, damit seien unnötige Personenkontakte ebenfalls reduziert und vermieden worden. „Wir haben uns für die in unseren Augen beste und vorsorglichste Durchführungsform entschieden“, betonte Alig, der hinzufügte, am Montag hätten den Schülern auch noch größere Arbeitstische zur Verfügung gestanden.

Geregelte Abläufe beim Gang auf die Toilette und in den Gängen

Weitere Verbesserungen zum vorigen Ablauf der Prüfung sei die Vermeidung von „Klumpenbildung“ in den Gängen zu den Prüfungsräumen und zu den Toiletten gewesen. „Diese Abläufe konnten wir in der Lindenauhalle viel geregelter und sicherer für alle Beteiligten organisieren“, betonte Alig. Die Schüler sind auf der Homepage im Vorfeld ausführlich auf die Verhaltensregeln in der Lindenauhalle hingewiesen worden.

Auch ein Sitzplan war online gestellt worden: „Gehen Sie bitte an dem Prüfungstag direkt zu Ihrem Sitzplatz in Ihrem Prüfungsraum, der mit der angegebenen Tischnummer gekennzeichnet ist. Wir bitten Sie, uns zu unterstützen und die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen an dem Prüfungstag auch schon vor Prüfungsbeginn einzuhalten.

Keine Begrüßungsrituale mit Körperkontakt

Neben den sicherlich schon hinreichend bekannten Hygieneregeln gilt insbesondere: "Vermeiden Sie größere Menschenansammlungen. Halten Sie vor und bei Betreten der Mehrzweckhalle den empfohlenen Sicherheitsabstand von zwei Metern zu Ihren Mitschülerinnen und Mitschülern sowie Ihren Lehrerinnen und Lehrer. Vermeiden Sie Begrüßungsrituale mit Körperkontakt (Umarmung, Händeschütteln etc.) Auch bitten wir Sie im Anschluss an die Prüfung auf diese Vorsichtsmaßnahmen zu achten, um soziale Kontakte möglichst auf das Mindestmaß zu beschränken.“

Schüler fühlen sich sicher

Vor der Halle hatte der HANAUER ANZEIGER die Gelegenheit, mit drei Abiturientinnen zu sprechen. „Der Abstand zwischen den Arbeitstischen war sehr groß, wir haben uns sicher gefühlt. Auch die Eingangssituation war optimal und eindeutig geregelt. Was etwas gefehlt hat, war die familiäre Atmosphäre in den Klassenzimmern“, stellte eine der jungen Frauen stellvertretend für die anderen beiden Schülerinnen fest.

Am morgigen Mittwoch findet – wiederum in der Lindenauhalle – mit über 50 Schülern die Mathematikprüfung statt, „dann haben wir den Großteil geschafft“, blickte Schulleiter Alig in die Zukunft. Es stünden dann noch Abiturprüfungen am kommenden Montag mit zehn, am Mittwoch mit vier und am Donnerstag mit 16 Schülern auf dem Programm, die wieder in den Klassenräumen stattfänden.

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