Der Laie erkennt die Schäden nicht: Die sogenannte Übergangskonstruktion muss erneuert werden. Deren Bestandteile gleichen die Längenänderungen der Brücke infolge veränderter Temperaturen, zum Beispiel im Vergleich von Winter zu Sommer, aus. Foto: David Scheck

Hanau

Limesbrücke wird bis vermutlich Weihnachten gesperrt

Hanau. Die Limesbrücke verbindet die beiden Stadtteile Klein-Auheim und Großauheim. Doch ab Anfang November wird sie – quasi in Anlehnung an ihren Namen – zu einer Grenze: Teile der Verbindung über den Main müssen saniert werden.

Von David Scheck

Weil die Arbeiten nur im Rahmen einer Vollsperrung stattfinden können, müssen sich Pendler auf Umwege einstellen. Wir haben bei Hessen Mobil nachgefragt, warum sich die Sanierung der Brücke verschoben hat und was das nun für den Zeitplan der Arbeiten bedeutet.

In ihrer jetzigen Form existiert die Limesbrücke, über welche die Kreisstraße 859 führt, seit 1985. Grund für die Sanierungsarbeiten ist laut Hessen Mobil die Erneuerung der sogenannten Übergangskonstruktion. Dabei handele es sich um äußerst wichtige Bestandteile einer Brücke, da sie diese in die Lage versetzen, Längenänderungen der Brücke infolge veränderter Temperaturen von Winter zu Sommer auszugleichen.

Kosten betragen rund 220 000 Euro

Hessen Mobil beschreibt die Ausgangslage anschaulich: „Damit eine Brücke nicht auseinanderbricht, befinden sich auf beiden Seiten Dehnungsfugen mit Lamellen. Diese sorgen für die entsprechende Flexibilität. Wie eine Ziehharmonika sind an beiden Brückenenden von einer Straßenseite zur anderen mehrere Metallschienen nebeneinander im Asphalt versenkt. Gummi-Lamellen verbinden sie untereinander und schließen die Fahrbahndecke. Diese ganze Konstruktion lagert auf gleitfähigen Gummisockeln in der Brückenkonstruktion. Im Laufe der Zeit nutzen sich gerade diese Bauteile ab und müssen nun ersetzt werden.“

Damit die gesamte Übergangskonstruktion keinen größeren Schaden nimmt, führt Hessen Mobil nun ander Limesbrücke im Rahmen der Auftragsverwaltung für den Main-Kinzig-Kreis diese Sanierungsmaßnahme durch. Der Träger der Straße ist der Kreis, der folglich auch die Kosten in Höhe von rund 220 000 Euro übernimmt.

Planmäßige Fertigstellung bis Weihnachten

Die Arbeiten erfolgten weitestgehend unterhalb der Brücke, so das Straßen- und Verkehrsmanagement. Dennoch sei eine Vollsperrung währenddessen unumgänglich, da eine solche Instandsetzungsmaßnahme nur im unbelasteten Zustand der Brücke erfolgen könne. Fußgänger und Radfahrer könnten jedoch die Brücke passieren. Dort müsse nur temporär mit Einschränkungen gerechnet werden.

Sofern die Maßnahme planmäßig durchgeführt werden kann und es nicht zu witterungsbedingten Unterbrechungen kommt, ist der Abschluss der Arbeiten Hessen Mobil zufolge bis zu den Weihnachtsfeiertagen vorgesehen.

Hauptprüfung findet alle sechs Jahre statt

Eigentlich hätten die Arbeiten schon früher beginnen sollen, doch bei der Lieferung der benötigten Bauteile kam es zu Verzögerungen. Diese seien nach Angaben von Hessen Mobil der derzeitig hohen konjunkturellen Auslastung der Lieferbetriebe geschuldet. Darüber hinaus würden die Fahrbahnübergänge in Form von Übergangskonstruktionen nur von einer beschränkten Zahl an Unternehmen hergestellt. Gefertigt werden die Teile von einer Firma aus Lünen mit Hauptsitz in München.

Generell unterlägen alle Brücken im Zuständigkeitsbereich von Hessen Mobil einem engmaschigen Kontrollsystem, damit Schäden und Beeinträchtigungen von Brücken frühzeitig entdeckt werden könnten und die Behörde entsprechend eingreifen und reagieren könne. Wie Hessen Mobil auf Nachfrage mitteilt, findet die turnusmäßige Prüfung aller hessischen Bauwerke alle sechs Jahre im Form einer Hauptprüfung handnah statt, also auch mit Besichtigungsgeräten.

Mängel bei Bedarf auch präventiv behoben

Dazwischen nach jeweils drei Jahren findet eine vergleichende Sichtprüfung in Form von Zwischenprüfungen statt. Zudem werden Ingenieurbauwerke jedes Jahr durch Ingenieure vor Ort besichtigt und mindestens zweimal jährlich erfolgt die Bauwerksbeobachtung im Zuge der Streckenkontrolle. „Die Brücken werden hinsichtlich Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit geprüft.

Dabei werden Mängel und Schäden erfasst, bewertet, dokumentiert und bei Bedarf gegebenenfalls vorbeugend behoben. Auf dieser Grundlage kann auch berechnet werden, wann grundlegende Sanierungen beziehungsweise Ersatzneubauten notwendig werden. Zudem kann durch eine Entlastung der Brücke die Nutzungsdauer verlängert werden“, beschreibt Hessen Mobil.

Hellentalbrücke wird im nächsten Jahr auf ähnliche Weise saniert

Ein Problem bei älteren Straßenbrücken ist oft, dass sie zum Zeitpunkt ihres Baus nicht für die heutige Menge vor allem an Lkw-Verkehr ausgelegt waren. Doch Lkw-Überfahrten belasten eine Brücke nicht nur statisch, so die Straßenbauexperten, sondern auch dynamisch, da sie permanent Schwingungen ausgesetzt wird. Dadurch machen sich Ermüdungen von Materialien und Bauteilen bemerkbar, die zu einer eingeschränkten Belastbarkeit führen können, wie auch im vorliegenden Fall an der Übergangskonstruktion der Limesbrücke.

Die Durchführung einer grundlegenden Sanierung der Mainquerung zwischen Klein-Auheim und Großauheim sei aktuell allerdings nicht erforderlich und derzeit auch nicht vorgesehen. Gleiches gelte für die Hellentalbrücke, welche die B43a über den Main führt. Deren Zustand weise derzeit keine außergewöhnlichen Auffälligkeiten auf und entspreche dem Zustand der meisten Brückenbauwerke im Main-Kinzig-Kreis. Für das kommende Jahr sei ander Hellentalbrücke allerdings ebenfalls die Erneuerung der Übergangskonstruktionen wie an der Limesbrücke vorgesehen.

Die Umleitungen für Pkw und LkwFür den Kraftfahrzeugverkehr werden für die Dauer der Arbeiten Umleitungen eingerichtet: für den Pkw-Verkehr ab Klein-Auheim auf der L3065 (Seligenstädter Straße/ Geleitstraße/ Ludwigstraße) bis zur B43 und dort auf der B43 und der L3309 (Auheimer Straße/ Depotstraße) weiter in Richtung Großkrotzenburg. Die Gegenrichtung erfolgt entsprechend. Der Lkw-Verkehr wird zunächst ebenfalls ab Klein-Auheim auf der L3065, anschließend auf der K200 (Fasaneriestraße) und der B43a bis zum Anschluss Rodgaustraße geführt. Anschließend erfolgt die Umleitung über die Rodgaustraße und dort weiter über die L3309 ebenfalls in Richtung Großkrotzenburg. Auch hier erfolgt die Gegenrichtung analog. das/Grafik: Hessen Mobil

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