Dirk Eisermann (links), der die Veranstaltungsagentur Shooter Promotion leitet, die Leiterin Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst Annette Böhmer und Dr. Tobias Kämpf, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst. Foto: PM

Hanau

Lehrgang dank Leergut

Hanau. Ein anregendes Konzert, ein kühles Getränk und gleichzeitig mit dem Becherpfand etwas Gutes tun – auch in diesem Jahr beteiligten sich wieder zahlreiche Besucher des Amphitheaters an der gemeinsamen Aktion „Becher(n) für den guten Zweck“ der Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst (AGH) und dem Rotary Club Hanau.

In über 20 Konzerten ist hierbei die stattliche Summe von rund 12 000 Euro für die ambulante Hospizarbeit zusammen gekommen. Geld, mit dem die AGH im nächsten Jahr unter anderem Fortbildungskurse zur Trauerbegleitung anbieten möchte um die ehrenamtlichen Hospizbegleiter noch besser für ihre schwierige Tätigkeit auszurüsten.

Wer sich entscheidet, als ehrenamtlicher Hospizbegleiter anderen Menschen in einer schweren Zeit beizustehen, der nimmt sich einer schwierigen Aufgabe an. Eine Aufgabe, bei der das Thema Trauer oft im Mittelpunkt steht, wie die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst in Trägerschaft des Caritasverbandes für den Main-Kinzig-Kreis, Annette Böhmer, weiß: „Trauer beginnt ja nicht erst mit dem Tod des Menschen, den wir begleiten“, stellt sie fest. „Trauer beginnt mit jedem einzelnen Abschied von Fähigkeiten und Lebensträumen, bei der Diagnosestellung bei den betroffenen Menschen und ihren Angehörigen.“

Wunsch nach besserer Ausbildung zum Thema

Unter den ehrenamtlichen Hospizbegleitern sei deshalb auch vermehrt der Wunsch nach einer besseren Ausbildung im Umgang mit der Trauer aufgekommen. Die Ausbildung und die Trauerbegleitung selbst werden von den Krankenkassen nicht übernommen. „Da der Patient, also der Versicherungsnehmer, schon verstorben ist, ist die Unterstützung der Trauernden für die Kassen kein Thema“, fasst Böhmer zusammen.

Doch Trauer als natürliche Reaktion des Menschen auf Verlust erfordere keine Therapie sondern Menschen die in der Lage sind, sich dieser Situation zu stellen, sie auszuhalten und auf Augenhöhe im Tempo des trauernden Menschen in eine echte und zugewandte menschliche Begleitung zu gehen. „Trauerbegleitung ist ähnlich der Sterbebegleitung ein 'Aushalten' und ein 'nicht Weglaufen' vor dem Schmerz des Anderen“, so die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst.

Aus Idee Selbstläufer geworden

Dank der Einnahmen aus der Pfand-Aktion sowie einer außergewöhnlich hohen Spende des Lions Clubs Schloss Philippsruhe über 9000 Euro sei es nun möglich, in den kommenden Jahren entsprechende interne Schulungen zur Trauerbegleitung anzubieten. In 80 Unterrichtsstunden und 20 Stunden Eigenarbeit können sich die Teilnehmer mit diesem Thema auseinandersetzen und Möglichkeiten der Trauerbegleitung lernen.

Im Rahmen des Jahresempfangs der Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst nutzte der Vorsitzende, Dr. Tobias Kämpf, auch noch einmal die Gelegenheit, sich bei der Veranstaltungsagentur Shooter Promotion und ihrem Chef Dirk Eisermann für die Unterstützung und die Betreuung der ehrenamtlichen Mitglieder und Freunde an den einzelnen Abenden zu bedanken. Aus der Idee sei inzwischen ein wahrer Selbstläufer geworden.

Auch im nächsten Jahr soll während der Veranstaltungen im Konzertsommer wieder fleißig für den guten Zweck gesammelt werden. Denn nicht nur die Helfer und Freunde der AGH wären sicherlich enttäuscht würden sie bei einem netten Konzertbesuch nicht auch noch gleichzeitig etwas Gutes tun können, wie Kämpf mit einem Lächeln zusammenfasst.

Seit mehr als 20 Jahren im Einsatz

Und neben der stattlichen Summe für den guten Zweck habe in vielen schönen Gesprächen auch für die Sache an sich geworben werden können, wie sich Kämpf und Böhmer freuen.

Die Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst in Trägerschaft des Caritas-Verbandes für den Main-Kinzig-Kreis begleitet schwerstkranke und sterbende Erwachsene und deren Angehörige seit mehr als 20 Jahren auf diesem schwierigen Weg.

Das qualifizierte Team ehrenamtlicher Begleiterinnen und Begleiter ist dabei in Hanau und dem gesamten Main-Kinzig-Kreis aktiv. Weitere Infos über die Arbeit finden sich auf der Internetseite der Caritas unter der Rubrik Arbeitsgemeinschaft Hospizdienst. ju

www.caritas-mkk.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema