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Unmut über die neuen Nachbarn

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Hanau - Ihren Unmut über die aus ihrer Sicht untragbaren Zustände in ihrem Wohnquartier machten Anwohner der Breitscheidstraße und der Karl-Marx-Straße im Stadtteil Lamboy bei einem Treffen mit Vertretern der Stadt und der Polizei Luft.

Sie beklagten unter anderem Ruhestörungen und ein erhöhtes Müll-aufkommen. Verantwortlich dafür sollen etwa 60 Zuwanderer aus Südosteuropa - vornehmlich Rumänen - sein, die in die Häuser eines privaten Immobilienbesitzers eingezogen sind.

„Wir nehmen Ihre Sorgen und Nöte ernst, haben aber auch keine Wunderformel im Gepäck“, stellte sich Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) bei einem Treffen im Nachbarschaftshaus Lamboy-Tümpelgarten den Klagen der Anwohner. Man werde alle Kräfte bündeln, um die Situation zu verbessern. In der Stadtverwaltung und auch bei der Polizei sei die „schwierige Situation“ unweit der Lamboystraße seit längerem bekannt. Und man tue auch einiges, um die Lage in den Griff zu bekommen.

So fährt beispielsweise die Polizei verstärkt Streife in dem Quartier - und das obschon, wie Polizeirat Marc Göbel erklärte, „keine erhöhte Kriminalität in dem Viertel“ festzustellen sei. Vor der Kreuzkirche wurden zudem die Sitzsteine entfernt - in der Hoffnung, dort künftig Menschenansammlungen in den Abendstunden einzudämmen, von denen in der Vergangenheit immer wieder Lärmbelästigungen ausgegangen seien.

Alle Kräfte bündeln

Kaminsky räumte aber auch ein, dass Ordnungs- und staatliche Polizei nicht in dem von den Anwohnern gewünschten Umfang vor Ort vorbeugend präsent sein könnten. Der OB kündigte an, dass die wegen ähnlicher Probleme in der Daimlerstraße eingerichtete „Task Force“, in der Vertreter des Ordnungsamts, der Polizei, der Ausländerbehörde, des Sozialen Dienstes, des Schulverwaltungsamts, des Kommunalen Centers für Arbeit und des Internationalen Bundes zusammenarbeiten, aufs ganze Stadtgebiet ausgedehnt werden soll. Es gehe darum, alle Kräfte zu bündeln und die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Integration von Zuwanderern, vor allem aus Rumänien und Bulgarien, zu erhöhen.

„Diese Netzwerkarbeit trägt in der Daimler Straße erste Früchte“, versicherte Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD). Man habe bereits bei Bund und Land zusätzliche Mittel beantragt, um diese bewährte Arbeit ausdehnen zu können. Entscheidungen erwarte er aber erst gegen Jahresende.

Kaminsky will aber auch den Hausbesitzer nicht aus seiner Verantwortung entlassen. Ihn erinnerte er an den Grundsatz „Eigentum verpflichtet!“ Kaminsky selbst sprach nach einem Besuch der Immobilien von „skandalösen“ Wohnverhältnissen und riet den Mietern, sich rechtlichen Beistand beim Hanauer Mieterverein zu holen. Der Hausbesitzer drohte dem OB mittlerweile mit rechtlichen Schritten. 

did

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