Bei so vielen guten Filmen fällt die Auswahl schwer. Die Jury um den Initiator des Festivals Daniel Siebert (Zweiter von links), hat die vielleicht schwerste Aufgabe. Foto: Per Bergmann

Hanau

Kurzfilmfestival "Jung undamp; Abgedreht": Auf dem Weg nach Hollywood

Hanau. Ihren großen Auftritt haben am Sonntag mehr als 30 Jungregisseure und Schauspieler im Kinopolis Hanau erlebt. Beim Kurzfilmfestival „Jung undamp; Abgedreht“ konnten viele Teilnehmer ihre Streifen zum ersten Mal einem großen Publikum präsentieren.

Von Per Bergmann

Auch „Regionale Helden“, eine Unterkategorie des Festivals, waren wieder mit von der Partie.

Der 20-jährige Timo Schlenstedt aus Bruchköbel präsentierte den rund 350 Zuschauern im Kinopolis sein Musikvideo zum Lied „Wahnsinn“ der Metal-Band Hávamál aus Hanau. Das Video zeigt einen Kassierer im Supermarkt, der während seines eintönigen Alltags in eine düstere Fantasiewelt entführt wird.

Wie Schlenstedt zählte auch eine Gruppe des Kommunalen Centers für Arbeit (KCA) zu den „Regionalen Helden“, die beim Kurzfilmfestival außer Konkurrenz liefen. Die zwölfköpfige Gruppe des KCA-Jobcenters taufte sich auf den Namen „Tribe of Hip Hop“ und produzierte in Eigenregie einen Song und das dazu passende Video.

Viele "regionale Helden" dabei

"Hand aufs Herz“ heißt das Lied, mit dem sie anderen jungen Menschen Mut machen und sie motivieren wollen. „Die Teilnehmer haben den Text geschrieben, den Song aufgenommen und das Video produziert, sie haben eine Aufnahmebox gebaut, ein Logo entworfen und sogar eigene Kapuzenpullover bestickt“, erklärte Michael Krumbe vom Vorstand des KCA-Jobcenters. Am Sonntagabend erntete die Gruppe des KCA großen Applaus für ihr Musikvideo.

Applaus gab es auch für den Trickfilm „Der Törtchen-dieb“, der als einer der ersten Streifen in der Kategorie „Kurzfilme 14 bis 18 Jahre“ über die Leinwand lief. Der 15-jährige Nachwuchsregisseur Ferdinand Maurer erzählt darin die Geschichte einer alten Dame, die es liebt, Törtchen zu essen. Als eine Bäckerei ausgeraubt wird, heftet sich die Dame an die Versen der Diebe und erlebt am Ende eine große Überraschung.

„Wir waren beeindruckt von Ferdinands Arbeit“, sagte der Jury-Vorsitzende Daniel Siebert. Der Filmproduzent und Regisseur lobte den Trickfilm als „erstaunlich professionell produziert, mit guter Dramaturgie und starker Pointe“. Insgesamt sei das Niveau bei der siebten Auflage von „Jung undamp; Abgedreht“ wieder sehr hoch. „Einige der Teilnehmer werden sicher ihren Weg gehen und schon bald im Bereich Film und Fernsehen arbeiten“, ist sich Siebert sicher. Sie wollen es einem der Vorjahressieger, Lars Smekal, gleichtun, der beim diesjährigen Wettbewerb Teil der Jury war und den aktuellen Festival-Trailer produzierte.

Bei nasskaltem Wetter waren die äußeren Bedingungen für einen Kinobesuch ideal, und so war das Kinopolis bei „Jung undamp; Abgedreht“ erneut sehr gut besucht. Darüber freuten sich auch die Organisatoren wie Gastgeber Patrick Schubert, Leiter des Kinopolis Hanau und Anna Jagust, Geschäftsführerin des AWO-Stadtverbandes. „Wir sind dem Gastgeber und unseren Sponsoren wie Evonik und der Baugesellschaft Hanau sehr dankbar, dass sie diesen Event zur Filmförderung möglich machen“, so Jagust.

Gegen mehr als 200 Einreichungen behauptet

Im Sinne einer nachhaltigen Förderung, konnten sich die Teilnehmer in diesem Jahr innerhalb einer Facebook-Gruppe vernetzen und können den Kontakt im Anschluss an den Wettbewerb aufrecht erhalten. Welche Filme sich am Ende durchsetzten und von der Jury ausgezeichnet wurden, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Es durften sich jedoch alle Teilnehmer als Gewinner fühlen. Schließlich hatten sie sich im Vorfeld gegen mehr als 200 Einreichungen behauptet und schafften den Sprung auf die große Bühne des Kinopolis.

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