Die Polizei hat ein Jahr lang einen Vermissten aus gesucht, der sich aus privaten Gründen in Frankfurt aufhielt. Symbolbild: Becker

Hanau

Kurioser Vermisstenfall: Mann war nie verschollen

Hanau. Ein kurioser Fall: Ein Jahr galt ein Mann aus Hanau als vermisst, die Polizei hat nach ihm gesucht. Jetzt ist er wieder aufgetaucht – und war gar nicht wirklich verschlossen.

Von Christian Dauber

Manche Polizeimeldungen sind so skurril, dass man sie kaum glauben mag. So auch jene vom Freitag über den glücklichen und unglaublichen Ausgang einer Vermisstensuche. Während sein Umfeld das Schlimmste vermutete, hatte sich ein Hanauer nur in Frankfurt aufgehalten – unbemerkt, ein ganzes Jahr lang.Laut Polizei ist jener Mann wieder aufgetaucht, nach dem seit dem 11. September 2015 fieberhaft gesucht worden war. Er sei „zu Besuch“ zurückgekehrt. Dabei habe er von der Vermisstenfahndung gehört und sich sofort bei der Polizei gemeldet. „Er hielt sich aus privaten Gründen in Frankfurt auf, ohne jemandem Bescheid gesagt zu haben“, heißt es in der Mitteilung der Polizei.Großer Aufwand bei SucheZu den Umständen seiner überraschenden Rückkehr sagte Polizeisprecher Michael Malkmus auf Nachfrage unserer Zeitung nichts. Ebenso war nicht zu erfahren, was der damals 62-jährige Mann ein Jahr lang in Frankfurt gemacht hat und warum er nun erst ein Jahr später „zu Besuch“ an seinen Heimatort zurückkehrte.Damals hatte die Polizei mit großem Aufwand nach dem Mann gesucht. Samt Bild hatten sich die Beamten an die Bevölkerung gewendet und um Mithilfe gebeten. Auch unsere Zeitung hatte den Aufruf veröffentlicht. Doch ein Erfolg blieb aus. „Es gab nicht einen Hinweis“, blickt Malkmus zurück.Die Vermisstenmeldung sei aber in den entsprechenden Datenbanken hinterlegt worden. Dadurch habe man sichergestellt, dass es auffalle, wenn er beispielsweise in einer Polizeikontrolle gerate. Doch auch dazu kam es nicht.Schicksal bleibt GeheimnisLaut der damaligen Mitteilung wohnte der Mann zu dieser Zeit im Tümpelgartengebiet. „Nach ersten Erkenntnissen kann sich niemand aus dem Umfeld des 62-Jährigen sein Verschwinden erklären“, schrieb die Polizei. Und fügte hinzu: „Die Kriminalpolizei schließt nach dem derzeitigen Ermittlungsstand nicht aus, dass Herr xx (der Name wurde anlässlich der Fahdung damals publik gemacht und ist unserer Zeitung bekannt, Anm. d. Red.) in eine hilflose Lage geraten ist.“Dem scheint nicht so gewesen zu sein. Wir hätten den Mann zu gerne gefragt, was er das vergangene Jahr erlebt hat. Doch im Telefonbuch war kein passender Eintrag zu finden. Deswegen wird sein Schicksal ein Geheimnis bleiben.

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