Große Ehre: Der Künstler Claus Bury (links) schenkt Hanau sein „Tempeltor“. Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) nahm das Werk am Samstag im Schlosspark offiziell in Emfpang. Foto: Pompalla

Hanau

Künstler Claus Bury schenkt Hanau beeindruckende Plastik

Hanau. 4,62 Meter ragt das Tempeltor aus Sibirischer Lärche in der Nähe des Amphitheaters im Park von Schloss Philippsruhe empor.

Hannah PompallaEs stammt vom weltweit renommierten Künstler Claus Bury, der das Werk der Stadt Hanau geschenkt hat.

Der 1946 im Gelnhäuser Stadtteil Meerholz geborene Bury entstammt einer über 200 Jahre in Hanau ansässigen Familie und ist heute einer der wichtigsten deutschen Bildhauer der Gegenwart.Kunst im öffentlichen RaumVon 1962 bis 1965 absolvierte er an der Hanauer Zeichenakademie eine Ausbildung zum Goldschmied, seine Studien setzte er an der Werkkunstschule in Pforzheim fort. Bekannt ist er vor allem für seine architektonischen Skulpturen, die er seit 1979 meist für den landschaftlichen und urbanen Raum entwirft und baut. Sein bisher größtes Werk ist der 28 Meter hohe und 81 Meter lange Bitterfelder Bogen von 2006.„Die Kunst im öffentlichen Raum schafft Identität nach innen und Image nach außen“, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) bei der offiziellen Weinweihung des Tempeltors am Samstag. Bei dem Werk handele sich um ein „wunderschönes Geschenk für die Stadt und die Bürgerschaft“. Für Hanau sei es eine Ehre, sich mit diesem herausragenden Kunstwerk schmücken zu dürfen, so der Oberbürgermeister.Enge Verbundenheit mit HanauEr sprach seinen Dank dafür aus, dass sich der Künstler immer wieder für die Stadt einsetze. So war Bury auch bei vielen Kunstprojekten in den vergangenen Jahren, wie etwa beim Oppenheim-Denkmal, ein wichtiger Berater. Auch dankte Kaminsky der Stiftung der Sparkasse Hanau für die finanzielle Unterstützung beim Aufbau des Werkes.Der Standort des Tempeltors im Schlosspark ist im Übrigen kein Zufall: Von 1974 bis 1984 hat der Künstler im Nordflügel des Schlosses gewohnt, sein Atelier war im Teehaus gegenüber dem Main. „Es war einfach ein Traum“, erinnerte sich Bury und sprach von einer „idyllischen Situation“. Heute befindet sich sein Atelier in Frankfurt.Ausstellungsreihe abgeschlossenDie Schenkung des 2014 entstandenen Tempeltors bildet zugleich den Abschluss der Ausstellungsreihe „Claus Bury – meine Sicht“, die seit April im Historischen Museum zu sehen war. Sie endete am Sonntag mit einem Kunstfrühstück und einer Führung durch Bury.Zu sehen gab es architektonische Entwürfe und Modelle, Skulpturen und installative Arbeiten, wie auch zahlreiche eindrucksvolle Reisefotos in schwarzweiß, meist von verschiedenen Tempeln. In den Vitrinen lagerten dazu Tage- , Skizzen- und Malerbücher.Inspiration aus unterschiedlichen KulturenSeine Reisen zu geheimnisvollen Stätten führten Bury etwa nach Ägypten, China, Griechenland, Irland, Italien, Mexiko, Syrien, Kambodscha, Japan, Indonesien und Myanmar. „Die Idee eines Tempels hat mich schon immer fasziniert“, erläuterte Bury.Ebenso beeindrucke es ihn, dass unterschiedliche Kulturen in verschiedenen Regionen ähnlich gebaut hätten.Schau erfuhr große ResonanzBei dem Ausstellungsprojekt handelte es sich um eine Kooperation der Städtischen Museen Hanau mit dem Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern und der Klassik Stiftung Weimar. Somit war die Schau erst 2014 in Weimar und dann 2015 in Kaiserslautern zu sehen.Laut Kaminsky fiel die Bilanz in Hanau mit rund 3000 Gästen am besten aus – in Kaiserslautern seien es nur etwa 700 Besucher gewesen. Somit habe es in der Region eine besonders große Wertschätzung gegeben, so der OB.Geschenk für die "Vaterstadt"Das 4,62 Meter hohe Tempeltor war allerdings nicht in der Ausstellung in Hanau zu sehen. Dafür waren die Räumlichkeiten zu klein, erläuterte Bury gegenüber dem HA. Dafür wird aber hier das Geschenk an seine „Vaterstadt“, wie er Hanau nannte, für eine umso längere Zeit zu bewundern sein.Mit dem Tempeltor endet aber nicht Burys Engagement für die Stadt: Im Zuge der Neugestaltung der Französischen Allee sei in den kommenden Jahren die „begehbare Neustadt“ an der Wallonisch-Niederländischen Kirche geplant, sagte Kaminsky. Dabei handele es sich um ein Bodenrelief, das den Stadtgrundriss Hanaus aus dem 17. Jahrhundert „haptisch erfahrbar macht“, wie der Oberbürgermeister erklärte. Man darf also gespannt sein.

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