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In diesen Tagen tragen auch die Brüder Grimm eine Schutzmaske – zumindest in der Zeichnung von Künstler Udo Friedrich.  

Maskenpflicht auch für die berühmtesten Hanauer

Denkmal mit Mundschutz: Künstler Udo Friedrich versetzt Brüder Grimm in die Coronazeit

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Sprachlos? Mundtot? Nichts von alledem. Wenn Jacob und Wilhelm Grimm heute – wie von dem in Hanau aufgewachsenen Künstler Udo Friedrich gezeichneten Bild- Mundschutz tragen, ist das wohl eher ein Akt der Solidarität in diesen schwierigen Corona-Zeiten.

Die großen Söhne unserer Stadt wollen zeigen, dass ein kleines Stückchen Stoff, das dem Gesundheitsschutz des Gegenübers dient, sehr wohl getragen werden kann, ohne die eigene Mündigkeit und seinen kritischen Geist einzubüßen.

Und wer wüsste das besser als die Grimms, die sich als Teil der Göttinger Sieben (aufmüpfigen Professoren) dem Verhängen eines Maulkorbs widersetzten. „Wäre ja noch schöner, wenn Sprachgewalt und Widerspruchsgeist an einem kleinen Stückchen Stoff hingen“, hört man sie von ihrem Denkmal auf dem Marktplatz raunen.

Porträtzeichnungen sind Friedrichs Spezialität

Die Brüder Grimm haben den 1950 geborenen, in der Krämerstraße (Haus Wundrack) aufgewachsenen Udo Friedrich schon früh inspiriert. Der ehemalige Brüder-Grimm-Schüler, der an der Karl-Rehbein-Schule das Abitur machte, verdiente sich schon in seiner Zeit als Kunststudent der Frankfurter Uni mit Porträtzeichnen in der Hammerstraße und vor dem Rathaus ein kleines Zubrot.

Den Kontakt und die Verbundenheit zu Hanau, so schreibt uns der pensionierte Lehrer für Kunst und Geschichte aus dem osthessischen Haunetal, habe er allein dadurch nie verloren, dass seine Mutter bis heute in Hanau lebt. „Der Hanauer Wochenmarkt – ihr Leben – schmückt in Form eines großformatigen Acrylgemäldes von mir ihr Zimmer“, schreibt er. Auch sein Sohn lebt in der Brüder-Grimm-Stadt, und so nimmt Friedrich regen Anteil an allem, was hier geschieht.

Maskenpflicht bringt Künstler auf kreative Idee

Die von Oberbürgermeister Kaminsky verordnete Maskenpflicht hat ihn jetzt dazu angeregt, den Brüdern Grimm mit dem Zeichenstift ebenfalls Masken zu verpassen. Davon, dass ein Mundschutz dazu beitragen kann, Märchen zu einem guten Ende zu bringen, wären die Brüder Grimm gewiss auch überzeugt gewesen.

Denn was Krankheiten bewirken, wissen wir ja aus der Grimm'schen Märchensammlung: Die vermutlich an Grippe erkrankte Großmutter wird in Rotkäppchen vom bösen Wolf gefressen. Und in Rapunzel „verkauft“ der Vater sein Kind an die Hexe, weil er ihr für seine kranke Frau den gesundheitsfördernden Rapunzelsalat aus dem Garten gestohlen hat. Dann doch lieber Vorbeugung!

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