Hinter den Kulissen: Timo Schlenstedt filmt Hauptdarsteller Kevin Beckmann in einer Szene. Foto: Mumme

Hanau

KRS-Schüler drehen Film über einen modernen "Lenz"

Hanau. Wie würde der Autor Jakob Michael Reinhold Lenz aus Georg Büchners Werk „Lenz“ in der heutigen Zeit leben? Diese Frage haben Schüler der Karl-Rehbein-Schule in ihrem neuesten Filmprojekt beantwortet. Sie zeigen einen an Schizophrenie leidenden Autor, der mit einigen persönlichen Problemen zu kämpfen hat.

Von Kathinka Mumme

Fast ein ganzes Jahr haben Tessa Luise Sörries und Timo Schlenstedt an ihrem Film gearbeitet. Im Rahmen der besonderen Lernleistung für ihr Abitur war den beiden Schülern der Karl-Rehbein-Schule (KRS) die Idee gekommen, die Hauptfigur aus einer der Pflichtlektüren des Deutschunterrichts in die heutige Zeit zu versetzen.

Die Wahl fiel auf Georg Büchners Werk „Lenz“, das den Autor Jakob Michael Reinhold Lenz behandelt und vor allem Einblicke in die Psyche des Literaten aus dem 18. Jahrhundert wirft. Das Werk erschien posthum im Jahr 1839. Um genau diese geht es im Film von Schlenstedt, für den Sörries das Drehbuch geschrieben hat: „Wir wollten mal schauen, wie es wohl wäre wenn der psychisch kranke Lenz in der heutigen Zeit Leben würde.“Kampf mit persönlichen ProblemenDieses „Gedankenexperiment“, wie die Abiturientin es beschreibt, zeigt einen an Schizophrenie leidenden Autor, der immer wieder von Schüben seiner Krankheit gepackt wird und mit einigen persönlichen Problemen zu kämpfen hat.Der Film wurde nun im Kinopolis gezeigt. Eingeladen für die Uraufführung waren alle Deutschkurse der elften Klasse der Schule, die das Buch gerade im Deutschunterricht behandeln. Im Anschluss an den 20-minütigen Film wurde noch das sogenannte Making of gezeigt: „Auch wenn wir einen Film gedreht haben, der ein sehr ernstes Thema behandelt hat, wollen wir zeigen, dass wir auch Spaß am Set hatten“, betont Hauptdarsteller Kevin Beckmann.Drehbuchschreiben dauert  drei bis vier MonateZum Schluss konnten die Besucher Fragen zu Film und der Herangehensweise an das Thema stellen. Dort erklärte Sörries, dass allein das Drehbuch drei bis vier Monate in Anspruch genommen habe.Denn er musste sich erst in die Materie Büchner einlesen und befragte außerdem Psychologen, um Lenzens Krankheit so realistisch wie möglich darstellen zu können.15 Punkte für Hobby-FilmmacherDie beiden Abiturienten sind zufrieden mit dem Ergebnis: „Es gibt immer Sachen, die anders gemacht werden können, aber ich bin echt stolz, dass wir es ins Kino geschafft haben“, erklärt Sörries. Und mit der Note können sie glücklich sein: Auf die Frage, wie die Leistung bewertet wurde lachen die beiden Hobby-Filmmacher: „Mit 15 Punkten (entspricht einer 1+).“ Und das ist auch verdient.

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