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Erneute Festnahme im Rahmen der Ermittlungen zur Messerstecherei in Hanau - mit einer überraschenden Wende.

Zwei Festnahmen an besonderem Ort

Kripo nutzt Videobeweis: Neue Verdächtige nach Messerstecherei

  • Thorsten Becker
    vonThorsten Becker
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Erneute Wende bei den Ermittlungen gegen rivalisierende Gruppen, die sich am Dienstagabend eine blutige Auseinandersetzung in Hanau geliefert haben: Nun sind zwei neue Verdächtige ins Visier der Ermittler geraten – und unter recht ungewöhnlichen Umständen gefasst worden.

Denn nach einem 23-jährigen Albaner sowie einem 26-jährigen Syrer musste die Kripo diesmal nicht besonders lange suchen. Beide sind seit dem blutigen Geschehen bereits von Ärzten ver- und vom Pflegepersonal im Klinikum Hanau umsorgt worden. Dort „sorgten“ sich dann am Wochenende plötzlich auch die Mitglieder der fünfköpfigen Kripo-Sonderermittlungsgruppe um die beiden Männer, die nun als Hauptverdächtige des Gewaltexzesses gelten. Die Beamten verkündeten beiden ihre Festnahmen direkt am Krankenbett.

"Vor allem durch die akribische Polizeiarbeit und die Videoüberwachung ist es gelungen, den Tatverdacht gegen die beide Beschuldigten zu erhärten“, erklärte Oberstaatsanwalt Dominik Mies am Samstagabend auf Anfrage des HA. Die Anklagebehörde, die wegen des Verdachts des mehrfachen versuchten Totschlags sowie der gefährlichen Körperverletzung ermittelt, ließ beide Männer noch am Samstag der zuständigen Haftrichterin am Amtsgericht Hanau vorführen. In beiden Fällen wurde nach Vorlage von Beweisen die Untersuchungshaft angeordnet.

Tatgeschehen habe sich dynamisch entwickelt

Nach den neuen Erkenntnissen stehen die beiden Männer im Verdacht, sich auf einem Parkplatz an der Langstraße gegenseitig mit Messern schwere Verletzungen zugefügt zu haben. Zuvor soll es bereits auf dem Freiheitsplatz zum ersten Aufeinandertreffen der beiden Männer gekommen sein, die jeweils von weiteren Personen begleitet wurden. "Das Tatgeschehen gestaltete sich im weiteren Verlauf dynamisch, fand an mehreren Orten in der Hanauer Innenstadt statt und endete letztlich auf dem Parkplatz an der Langstraße“, sagte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft.

Rund 48 Stunden zuvor, am Donnerstagnachmittag, hatten die Behörden zwei zunächst als mutmaßliche Täter festgenommenen Männer im Alter von 23 und 29 Jahren wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen. „Kein dringender Tatverdacht“, hieß es vonseiten der Staatsanwaltschaft. Das bedeutet: Beide sollen zwar an dem Streit, nicht jedoch unmittelbar an den Messerattacken beteiligt gewesen sein. Bei der Auseinandersetzung, die mehrere Blutspuren quer durch die Innenstadt nach sich zog und kurzzeitig für Aufregung sorgte, waren vier Männer zwischen 17 und 23 Jahren, die aus Syrien sowie Albanien und Irak stammen, verletzt worden, zum Teil massiv. Bei zwei der Verletzten, so der Stand der Ermittlungen, soll es sich nun um die Hauptverdächtigen handeln.

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