Auf dem ehemaligen Cabot-Gelände am Hafen (auf unserem Luftbild rot umrandet) will sich das bisher am Frankfurter Osthafen ansässige Unternehmen Thomaidis ansiedeln. Der Kreistag hat dem Verkauf der Fläche zugestimmt. Archivbild: Häsler

Hanau

Kreistag: Firma Thomaidis darf sich am Hanauer Hafen ansiedeln

Hanau/MKK. Der Kreistag hat dem Verkauf des ehemaligen Thermoselect-Areals am Hanauer Hafen an die Thomaidis Gewerbepark Hanau GmbH einstimmig zugestimmt. Für die 35 000 Quadratmeter in Großauheim erhält der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft einen Betrag von 3,695 Millionen Euro.

Von Andreas Ziegert

Das Unternehmen hat sich verpflichtet, auch für eventuelle Altlasten auf dem Gelände aufzukommen. Der Kreis hatte das Grundstück im Jahr 1996 erworben und wollte dort ursprünglich eine kreiseigene Abfallbehandlungsanlage errichten. Die Pläne für Thermoselect scheiterten an den Protesten der Hanauer Bürgerschaft, anschließend fand sich keine geeignete Verwendung mehr für das Gelände. „Es gab viele Interessenten, aber niemand ist zum Zug gekommen“, erklärte die Erste Kreisbeigeordneten Susanne Simmler (SPD).

Alle Verhandlungen in den vergangenen Jahren seien gescheitert, auch weil es sich unter anderem wegen des Schienenanschlusses um ein nicht ganz einfaches Gelände handele. „Gut für Hanau, gut für den Hafen und es entstehen auch einige Arbeitsplätze.“ Das Unternehmen habe sich zudem verpflichtet, sämtliche Schallschutzbestimmungen hinsichtlich der Nähe zum Stadtteil Steinheim einzuhalten.

Der Kontakt zum zukünftigen Eigentümer, eine internationale Spedition mit zirka 80 Lkw, sei Ende 2016 zustande gekommen. Das Unternehmen habe sich für den Standort interessiert, weil dieser für ein neu geplantes Vorhaben geeignet sei. Der Kaufvertrag sei mit dem Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Ende Oktober dieses Jahres abschlussreif ausverhandelt worden.

Die Thomaidis Gewerbepark Hanau GmbH trete in der Rechtsform einer luxemburgischen S.A.R.L auf, vergleichbar einer deutschen GmbH. Die knapp 3,7 Millionen Euro und somit zirka 100 Euro pro Quadratmeter entsprechen laut Simmler dem derzeit üblichen Marktpreis für Gewerbegrundstücke in dieser Größe.

AfD kritisiert Entscheidung

Kritik kam in der Kreistagssitzung nur von der AfD: Laut Günter Tappen hat der Kreis vor über 20 Jahren das Gelände für 9,5 Millionen DM gekauft, mehr, als jetzt erzielt werden würden. „Ein Verlustgeschäft bei Grundstücksverkäufen ist heutzutage schwer zu schaffen“, kritisierte er zudem die damaligen Verhandlungen zwischen Kreis und Stadt Hanau.

So habe sich die damalige Oberbürgermeisterin Margret Härtel (CDU) zunächst dafür eingesetzt, dass der Kreis dort einen Abfallentsorgungsbetrieb aufbaue, und sei dann bei den Demonstrationen dagegen in der ersten Reihe mitmarschiert. „So ging Politik im Main-Kinzig-Kreis ohne die AfD.“ Er unterstellte dabei sogar eine Art Deal zwischen Härtel und dem damaligen Landrat Karl Eyerkaufer (SPD).

Tappen sprach zudem von der Ansiedlung einer Gefahrenspedition, „dieses Unternehmen wird die Bevölkerung in Hanau nicht unwesentlich beeinflussen“. Dennoch kündigte er die Zustimmung der AfD zum Grundstücksverkauf an, was für lautes Gelächter in den Kreistagsreihen sorgte.

Das Schlusswort gehörte Bert-Rüdiger Förster (Kommunale Allianz), auch Stadtverordneter für die Republikaner in Hanau: „Wichtig ist, dass der Käufer alle möglichen Risiken auf dem Gelände übernehmen muss. Daher: Ende gut, alles gut.“

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