Im unbestuhlten Amphitheater tanzte das Publikum zu den Rhythmen der drei Bands mit - eine von ihnen war Banjoory (links). Foto: Jan Max Gepperth

Hanau

Konzertsommer: Banjoory und Co. begeistern im Amphitheater

Hanau. „Das Beste zum Schluss“ war das Motto des Saisonabschlusses im Amphitheater am vergangenen Freitag. Zur Reggae-Ska-Latin-Nacht waren mit Banjoory, Revolte Tanzbein und Makia insgesamt drei lokale Bands gekommen, die versuchten, einen gebührenden Abschluss zu zelebrieren.

Von Jan Max Gepperth

Den Start machten um 18.20 Uhr die Friedberger Makia. Die Latin-Fusion-Band, wie sie sich selbst bezeichnet, legte jedoch einen ziemlichen Stotterstart hin. Das lag jedoch nicht an der Leistung der Band, der man den Spaß an der Musik deutlich anmerkte. Grund war eher, dass das Amphitheater zu Veranstaltungsbeginn noch recht leer war. Trotzdem schafften es die Musiker, die unter anderem auch aus Kuba oder Mexiko stammen, das Eis zu brechen und die Leute nach und nach musikalisch abzuholen.

Gegen Ende hatte sich das Amphitheater deutlich gefüllt und der Wunsch der Band „die Leute einfach Tanzen zu sehen“ erfüllte sich zumindest teilweise. Vor allem der Sänger, der seine gesangliche Leistung immer wieder mit Tanzbewegungen ergänzte, strahlte eine wirkliche Lebensfreude aus.

Mitreißendes musikalisches Gewand

Auf Makia folgten die Frankfurter Revolte Tanzbein. „Wir kommen aus der Stadt der Dichter und Denker, also verdichten wir erstmal“, verkündete der Sänger der insgesamt neunköpfigen Band. Die Musikrichtung, die Revolte Tanzbein spielen, bezeichnen sie selbst als Ska-Balkan-Reggae-Rock, was auch die musikalische Vielfalt der Band ausmacht. Und der Name ist Programm. Die Lieder gehen ins Bein und selbst der größte Tanzmuffel scheint sich im Amphitheater im Takt der Musik mitzubewegen.

Die Themen der Lieder sind hier sehr vielseitig. Während manche eher lustig-satirisch sind, wie das Lied „Die Pille“, sind andere eher kritisch, wie „Die Maske“. Trotzdem sind die Botschaften immer in ein lockeres und mitreißendes musikalisches Gewand gehüllt. Und der Sänger scheint auch keine Berührungsängste mit dem Publikum zu haben. Mehrmals wagte er den Gang in die Menge und animierte kräftig zum Mitmachen. Nach über einer Stunde waren die Leute mehr als warm für den Hauptakt Banjoory.

Publikum geht Luft aus

Die Hauptgruppe stellte mit elf Mann auch das größte Ensemble der Veranstaltung. Die Großauheimer überzeugten aber vor allem mit einer großen kreativen Bandbreite. Bis auf einen kleinen Ausflug in den Deutschrap blieben sie zwar ihrem Reggae treu, aber vor allem textlich bewiesen sie Sprachgeschick. Neben deutschen und englischen Texten gehören nämlich auch hessische Texte zum Repertoire der Hanauer, wie dem Liedern „Ei gude“ und „Is halt wie´s is“ zu entnehmen ist. Das kam auch beim Publikum gut an. Kaum jemand im Amphitheater wippte nicht zu den lockeren Reggae-Beats mit.

Trotzdem schien dem Publikum gegen Ende des Konzerts noch einmal die Luft auszugehen. Da kam es gerade recht, dass Banjoory mit ihren Hit „Freiheit für den Bass“ noch einmal Stimmung machen und das Publikum anheizen konnten. Das letzte Lied des Abends stand dann ganz im Zeichen der Veranstaltung. Diese war nämlich unter dem Hashtag #miteinander gestartet und sollte sich gegen jede Form von Hass und Diskriminierung richten. „Alles müsste wie diese Veranstaltung sein. Grob gesagt: Alle haben sich vertragen“, brachte es der Banjoory-Frontmann auf den Punkt, ehe er mit einer Reggae-Version von „Schrei nach Liebe“ von Die Ärzte das Konzert beendete.

Insgesamt waren die Menschen gut unterhalten und gingen zufrieden nach Hause. „Das war der Obershit. Wir sind nur wegen Banjoory hier gewesen“, fasste Oliver aus Rodgau zusammen, „hier ging die Party einfach ab.“

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