Foto/Grafik: Mike Bender / HA

Hanau

Kommentar zum Waffenbesitz: Sicherheit muss vorgehen

Hanau. Die Anschläge in Wächtersbach und Hanau haben die Diskussion um den Waffenbesitz von Sportschützen wieder neu entfacht. Unser Redakteur Holger Weber-Stoppacher hat eine klare Meinung dazu und bringt sie in seinem Kommentar zum Ausdruck.

Beim Deutschen Schützenbund und auch von manch einem Politiker wird immer wieder darauf verwiesen, dass Deutschland bereits eines der strengsten Waffengesetze der Welt hat. Die traurige Realität ist doch, dass es trotzdem zu schrecklichen Verbrechen wie in Erfurt, Winnenden oder jetzt in Hanau kommt, bei denen Menschen durch die Waffen von Psychopathen oder Rechtsextremisten sterben. All diese genannten Fälle – und noch viele mehr – haben gemein, dass sich die Mörder ihre Waffen auf legale Weise durch eine Mitgliedschaft in einem Schützenklub besorgt haben.

Damit eines klar ist: Es geht hier um keinen Generalverdacht gegen Sportschützen. Und niemand möchte das gesamte Schützenwesen in Deutschland in Frage stellen. Es geht einzig und allein um die Frage, wie sich das Risiko eindämmen lässt, dass ein Mensch wie Tobias R. sich mit relativ geringem Aufwand Waffen besorgen kann, um sie nachher gegen unschuldige Menschen zu richten. Bundesinnenminister Seehofer hat im Nachgang des Attentats von Hanau angekündigt, eine weitere Prüfung der Waffengesetze vornehmen zu lassen.

Und wenn dabei herauskommt, dass eigentlich nur ein Verbot von großkalibrigen Waffen helfen kann, dann sollte die Politik vor dieser Entscheidung nicht zurückschrecken. In Großbritannien ist man beispielsweise diesen Schritt gegangen und hat nach dem Amoklauf von Dunblane 1996 ein Verbot von Faustfeuerwaffen durchgesetzt. Sicher: Auch dadurch gibt es keine absolute Sicherheit, weil man sich Waffen auch auf illegale Weise beschaffen kann. Doch die Hürden wären ungleich höher.

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