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Hanau

Kommentar: Ein Stachel im Fleisch der FDP

Unsere Redakteurin Jutta Degen-Peters kommentiert Dr. Ralf-Rainer Piesolds Entscheidung nicht mehr als Vorsitzender FDP Hanau anzutreten.

Er ist der Stachel im Fleisch der Hanauer Liberalen: Dr. Ralf-Rainer Piesold hat 35 Jahre lang das Gesicht der FDP in Hanau geprägt, hat dort – oft im Alleingang – Akzente gesetzt. Jetzt wirft er den Vorsitz hin, nachdem er viele Enttäuschungen und Schmähungen hinnehmen musste. Zum Verhängnis geworden sind dem 60-Jährigen strategische Schachzüge um politische Macht und Proporz und – vor allem – sein übers Arbeitsgericht eingeläuteter Widerstand gegen die Auflösung seines Arbeitsvertrages mit der Stadt.

Es ist erstaunlich, dass Piesold nicht schon längst seinen Hut genommen hat, als klar war, dass die „neue FDP“ in der Viererkoalition lieber ohne als mit ihm ihre Zukunft gestalten möchte.

Kaum anzunehmen ist, dass dem Wirtschaftsinformatiker nach den Querelen der letzten Monate eine weitere Mitarbeit im Vorstand der Hanauer FDP angeboten wird, wo sich vermutlich eine Riege aus neuen Kräften und einigen langjährigen, bisher eher im Hintergrund agierenden Mitgliedern formieren wird. Ruhe geben will Piesold aber nicht. Die Kommunalpolitik will der ehrenamtliche Kreisbeigeordnete kritisch begleiten, sich immer wieder zu Wort melden. Man darf gespannt sein, ob die Partei ohne Piesold zu neuem Profil und neuer Geschlossenheit findet.

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