Unsere Redakteurin Monica Bielesch kommentiert die Situation. Foto: Mike Bender

Hanau

Kommentar zu den Demos: Die Trauer nicht instrumentalisieren

Hanau. Der Terrorakt vom 19. Februar hat Hanau in schwere Trauer gestürzt. In Folge dessen formierten sich mehrere Mahnwachen und Trauermärsche. Unsere Redakteurin Monica Bielesch mahnt in ihrem Kommentar jedoch zu Vorsicht.

Von Monica Bielesch

Die berührende Mahnwache am vergangenen Donnerstag auf dem Marktplatz und die große, bunte Demonstration am Samstag durch die Innenstadt haben gezeigt, was jetzt wichtig ist: Wir müssen zusammenstehen – egal aus welchem politischen Lager, aus welcher gesellschaftlichen Gruppe wir kommen oder welchen religiösen Glauben wir verfolgen. Besonders jetzt ist Mitmenschlichkeit und ein wertschätzendes Miteinander im Großen wie im Kleinen wichtig. Das haben Sie in den letzten Tagen schon zu oft gehört?

Mag sein, aber das kann nicht oft genug wiederholt werden. Denn das heißt auch, immer wieder Mitmenschlichkeit einfordern und anmahnen. Darum dürfen wir nicht zulassen, dass die rassistisch motivierten Morde des 19. Februar instrumentalisiert werden. Von keiner Seite. Schon gar nicht mit nationalistischen Motiven, wie beispielsweise Nationalflaggen, wie das bei der Demonstration am Sonntag der Fall war. Wer die öffentliche Bühne in diesen Tagen für die eigenen Zwecke missbraucht, verletzt all jene, die ernsthaft trauern, die Anteil nehmen. Das darf nicht geschehen.

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