Turngemeinde und Stadt prüfen den Neubau einer Sporthalle auf dem Gelände der Jula-Hof-Anlage am Philipp-August-Schleißner-Weg. Die Sanierung der Jahnhalle hat sich als unwirtschaftlich herausgestellt. Foto: Hackendahl

Hanau

K.O. für Jahnhallen-Sanierung - Gaststätte wieder geöffnet

Hanau. Die in die Jahre gekommene Jahnhalle wird nicht saniert. Stattdessen wird der Neubau einer Zwei-Feld-Halle auf einem vereinseigenen Gelände am Philipp-August-Schleißner-Weg geprüft. Derweil hat die Gaststätte in der Jahnhalle wieder geöffnet. Die TGH betreibt die Lokalität nun in Eigenregie.

Von Per Bergmann

Die 24. ordentliche Delegiertenversammlung der Turngemeinde 1837 Hanau (TGH) informierte über die aktuelle Entwicklung von Hanaus größtem Sportverein. Diskutiert wurde unter anderem der mögliche Neubau einer Sporthalle. Zudem freuten sich die Teilnehmer über die Nachricht, dass die Gaststätte in der Jahnhalle ab sofort wieder geöffnet hat.

Vereinspräsident Rüdiger Arlt stellte den mehr als 150 Delegierten, Abteilungsvorständen, Mitgliedern und Gästen in der Cafeteria der Hohen Landesschule seinen umfangreichen Jahresbericht 2017 vor.

Mit 3526 Mitgliedern zum Ende 2017 habe sich die Mitgliederanzahl im Vergleich zum Vorjahr stabil gehalten. „Die meisten Abteilungen und Sportarten konnten sogar einen Zuwachs verzeichnen“, so Arlt. Nach dem leichten Abwärtstrend in den Vorjahren freut sich die Turngemeinde, „endlich wieder mehr Mitglieder“ begrüßen zu dürfen. Insgesamt zählte die Geschäftsstelle sechs Mitglieder mehr als am Jahresende 2016.

Eine weitere erfreuliche Zahl:51,6 Prozent der Mitglieder sind jünger als 18 Jahre. Das spiegele die „besondere Stärke des Vereins“ wider, „junge Leute für Sport zu begeistern“ und sei „vor allem ein Verdienst der Übungsleiter“, betonte Arlt.

Der Mitgliederanteil der über 65-Jährigen ist ebenfalls gestiegen, von neun Prozent im Vorjahr auf elf Prozent im Jahr 2017. Angeleitet wurden die TGH-Sportler von 163 Trainern und Übungsleitern, die 2017 insgesamt 17 666 Trainings-, beziehungsweise Übungsstunden in 26 Sportarten hielten.

Besondere ErfolgeNach den Zahlen und Fakten aus der Geschäftsstelle hob Arlt einige TGH-Sportler hervor, die im vergangen Jahr besondere Erfolge feierten und dabei „nicht nur den Verein, sondern auch die Stadt vertraten“. So wurden die Rope-Skipper „Jumping Swans“ Anfang 2017 vom HANAUER ANZEIGER als Mannschaft des Jahres ausgezeichnet.

Die Frauen-Basketballmannschaft durfte sich über den Aufstieg in die Regionalliga freuen und Boxerin Sarah Bormann, die mittlerweile in den Profibereich aufgestiegen ist, feierte ihren vierten Deutschen Meistertitel. Ein besonderes Lob gab es bei der Delegiertenversammlung zudem für das 20-jährige Jubiläum der Integrativen Sportgruppe

Neubau als Option?Während 2017 noch über eine Sanierung der Jahnhalle nachgedacht wurde, prüfen Turngemeinde und Stadt derzeit den Neubau einer Sporthalle auf dem Gelände der Jula-Hof-Anlage am Philipp-August-Schleißner-Weg. „Die Sanierung der Jahnhalle hat sich als unwirtschaftlich herausgestellt“, erklärt Arlt, das ergab eine von der Stadt in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie. Die eingeplanten 1,8 Millionen Euro reichen bei weitem nicht aus für die Sanierung, so das Ergebnis.

Das bedeutet, „dass nur der Neubau einer Sporthalle wirtschaftlich, ökologisch und sportlich Sinn macht“, so Arlt. Der Verein habe sich deshalb bereit erklärt, den Bau einer neuen Zwei-Feld-Halle auf ihrem vereinseigenen Sportgelände zu prüfen.

Finanzierung prüfenEine erste Machbarkeitsstudie zeige, dass eine solche Baumaßnahme an diesem Standort möglich ist. Weitere Planungen sollen im Laufe des Jahres erfolgen und die Möglichkeiten einer Finanzierung geprüft werden. Vor einer eventuellen Entscheidung müssen aber die Delegierten abschließend einer Finanzierung und letztendlich dem Bauvorhaben zustimmen.

Die finanzielle Entwicklung der Turngemeinde Hanau war auch im Jahr 2017 erfreulich und habe die erhofften Ergebnisse gebracht, berichtete Torsten Schaffer vom Vorstand Finanzen und Steuern. Er legte einen Jahresüberschuss von 127 907 Euro vor, der wie das Ergebnis vom letzten Geschäftsjahr zur Bildung von Rücklagen für neue Projekte verwendet wird.

ErgänzungswahlenBei den abschließenden turnusmäßigen Ergänzungswahlen konnte rund die Hälfte des Vorstandes einstimmig in seinem Amt bestätigt werden.

TGH-Gaststätte fortan unter Eigenregie

Nachdem die ehemaligen Pächter die Sportsbar in der Jahnhalle Anfang Februar aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben mussten (wir berichteten), übernimmt die TGH die Gaststätte zukünftig in Eigenregie. Seit gestern hat die neue Wirtschaft ihre Tore werktags ab 18 Uhr geöffnet.

Übertragungen des Bezahlsender Sky, die bereits für die letzten Pächter zu teuer wurden, werde es in Zukunft nicht mehr geben, erklärt TGH-Präsident Rüdiger Arlt. „Wir haben die Gaststätte renoviert und richten uns mit dem neuen Angebot vor allem an Sportler.“ Aber auch Gäste sind willkommen. Serviert werden Getränke und Snacks.

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