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Gut vorbereitet: Auch bei den Intensivbetten hat das Klinikum laut Aussage der Stadt Hanau bereits vorgesorgt. Die 22 Betten, die im Normalbetrieb verfügbar sind, würden bis Ende der Woche auf 34 aufgestockt.

Corona-Krise

Klinikum sieht sich gut aufgestellt: Acht Corona-Betten stehen bereit – 22 weitere könnten sofort belegt werden Hanau

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Im Klinikum Hanau laufen die Vorbereitungen auf weitere Corona-Fälle. Aktuell stehen auf der sogenannten „Corona-Station“ laut einer Mitteilung der Stadt acht Betten in Einzelzimmern zur Verfügung, weitere 22 Betten auf zwei Stationen seien vorbereitet und könnten sofort belegt werden.

Auch bei den Intensivbetten habe das Klinikum bereits vorgesorgt: Die 22 Betten, die im Normalbetrieb verfügbar sind, würden bis Ende der Woche auf 34 aufgestockt. Die Anschaffung weiterer Beatmungsgeräte sei bereits in die Wege geleitet. „Zum Glück werden sie aktuell noch nicht benötigt, da, Stand heute, nur vier Patienten stationär aufgenommen sind. Aber wir alle wissen, wie schnell sich das leider ändern kann“, so Oberbürgermeister Claus Kaminsky und lobt die gute Vorbereitung des Klinikums auf den Ernstfall. 

„Es ist richtig und vorausschauend, alle nur möglichen Maßnahmen zu ergreifen, bevor es brennt. Das sorgt zumindest an dieser Stelle für ein bisschen Ruhe.“ Auch die Einrichtung des Schleusenzeltes am Eingang des Klinikums erweise sich als sinnvoll. Viele Fragen könnten bereits an dieser Stelle geklärt werden. 

Oberbürgermeister Claus Kaminsky stellt Prioritäten noch einmal klar

Das Wichtigste aber – eine stationäre Aufnahme werde bei minderschweren Fällen zumeist abgewendet. „Um es noch mal zu verdeutlichen: Es geht nicht mehr nur darum, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Es geht auch darum, unser Gesundheitssystem nicht zu überlasten, sondern Plätze vorzuhalten für diejenigen, die wirklich schwer am Coronavirus erkrankt sind und medizinische Versorgung im Krankenhaus benötigen“, betont Kaminsky. 

Um eine solche Versorgung zu gewährleisten, müsse jedoch auch vonseiten des Bundes für eine ausreichende Ausstattung Sorge getragen werden – er begrüße in diesem Zusammenhang die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigten Nachbesserungen. Spahn hatte sich am Wochenende mit seinem ersten Gesetzesentwurf zur Sicherung der Krankenhausfinanzierung großen Ärger von Kliniken, Trägern und Kommunen eingehandelt, unter anderen von Hanaus OB Kaminsky. Diese kritisierten, „dass der vollmundigen Ministerankündigung unbürokratischer und großzügiger Hilfe ein 'Klein-Klein'-Programm, das mit spitzem Bleistift gerechnet wurde, gefolgt war“, so die Stadt in ihrer Mitteilung.

Kaminsky: "Verantwortlichkeiten müssen klar definiert und kommuniziert werden."

Auf diesen Sturm der Entrüstung hat Spahn reagiert und höhere Zuschüsse und verschlankte Abrechnungsmodalitäten angekündigt. Der Geschäftsführer des Klinikums Hanau, Volkmar Bölke, bewertet das positiv: „Das neue Gesetz wurde entscheidend nachgebessert und sieht insbesondere die kleinen und mittleren Kliniken als Gewinner. Das ist auch gut so, denn sie werden in diesen Zeiten gebraucht. Die Erhöhung des Pflegeentgeltes bedeutet mehr Liquiditätssicherheit.“ Bölke begrüßt ausdrücklich die Rücknahme der ursprünglich geplanten bürokratischen Maßnahmen, übt jedoch Kritik an der Erhöhung der Pauschale für Schutzkleidung: „Zu niedrig ist meines Erachtens der Zuschlag von 50 Euro pro Patient für Schutzkleidung. Aufgrund der Nachfragelage steigen die Preise in astronomische Höhen. Bei Masken erleben wir eine Steigerung auf das Zehnfache und mehr.“ 

Die Pläne der Landesregierung, sechs Krankenhäuser mit der Koordination der Aktivitäten in den mehr als 200 Kliniken in Hessen zu beauftragen, nutzt Kaminsky für eine deutliche Forderung: „Wir brauchen endlich Klarheit bei den Zuständigkeiten. Verantwortlichkeiten müssen klar definiert und kommuniziert werden.“ Das Land will mit dieser Koordinationsgruppe die Betreuung von Patienten mit schweren Krankheitsverläufen gewährleisten, medizinisches und Pflegepersonal unterstützen. „Das ist mir zu schwammig. Wir brauchen klare Kante.“

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