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So sieht ein Zimmer auf der Intensivstation des Klinikums Hanau aus.  Momentan sind laut Krisenstab noch ausreichend Betten frei. 

Situation wird ständig „neu betrachtet“

Corona-Krise: Das bedeutet die Personal-Quarantäne für das Stadtkrankenhaus

  • Christian Dauber
    vonChristian Dauber
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In der Nacht zum Mittwoch ist ein an Corona erkrankter Mann am Klinikum Hanau verstorben. Vorsorglich wurden 70 Mitarbeiter, darunter Ärzte und Pflegepersonal, in Quarantäne geschickt. Was bedeutet das für den Betrieb des Klinikums, an dem insgesamt rund 1800 Mitarbeiter beschäftigt sind?

Wir haben dem Krisenstab der Stadt Hanau einige Fragen gestellt und die von dort aus mit dem Klinikum abgestimmten Antworten erhalten:

Welche Abteilungen sind von der Quarantäne betroffen?

Laut Klinikum sind sowohl Stationsmitarbeiter als auch einzelne Mitarbeiter der Physiotherapie und Radiologie betroffen.

Wie wird der entstehende Engpass abgefedert?

„Das Klinikum hat bereits frühzeitig Stationen mit freien Kapazitäten zusammengelegt und Mitarbeiterpools für solche Fälle gebildet. Auf diese kann jetzt zurückgegriffen werden“, teilt das Stadtkrankenhaus mit.

Ist die Klinik weiterhin in allen Bereichen voll arbeitsfähig?

Diese Frage beantwortet das Klinikum mit zurückhaltender Zustimmung. „Ja, dennoch muss die Situation jeden Tag mehrfach neu betrachtet werden“, so der Wortlaut. Besteht die Gefahr, dass in der Folge weiteres Klinikpersonal in Quarantäne muss? Derzeit seien alle bekannten Fälle abschließend bearbeitet, die Mitarbeiter seien gelistet und in häuslicher Absonderung.

Ist der verstorbene Patient gemeinsam mit den anderen beiden Patienten eingeliefert worden? Wieso besteht zwischen ihm, den in der Mitteilung erwähnten zwei weiteren Patienten und den Quarantäne-Maßnahmen ein Zusammenhang?

Alle Patienten seien unabhängig voneinander eingeliefert worden. „Der Zusammenhang besteht darin, dass alle Patienten innerhalb ihres Aufenthaltes Covid-19-Symptome entwickelt haben und daraufhin positiv getestet wurden“, so die Antwort.

Neun Corona-Patienten liegen laut Mitteilung auf der Intensivstation. Wie viele weitere Patienten mit anderen Erkrankungen werden dort derzeit behandelt, wie viele Intensivbetten sind noch frei?

Die Belegung kann am Tag mehrfach variieren. Sieben weitere Patienten (ohne Covid-19) werden auf einer anderen Intensivstation behandelt.

Wie hoch ist die Bettenkapazität des Klinikums insgesamt, wie viele Betten sind frei?

Von derzeit 600 aufgestellten Betten waren laut Klinikum gestern Vormittag noch 225 frei.

Wie hoch ist das tägliche Patientenaufkommen im Schleusenzelt? Steigen die Patientenzahlen?

Das Patientenaufkommen ist laut Klinikum relativ gleichbleibend. „Am Vormittag kommen recht viele Patienten in das Schleusenzelt, am Nachmittag und in der Nacht hält sich das Aufkommen in Grenzen“, so die Antwort.

Gibt es am Klinikum genügend Schutzmasken und -kleidung, sind die Lager noch ausreichend gefüllt?

Nach eigener Aussage hat das Klinikum frühzeitig einen entsprechenden Vorrat angelegt und kümmert sich stetig um weitere Beschaffung. „Aktuell ist der Vorrat noch ausreichend“, heißt es.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky hatte in einem Brief an Sozialminister Kai Klose gefordert, in Hanau ein Corona-Testzentrum zu errichten. Er regte an, dass der Ärztlichen Bereitschaftsdienst dies erledigen könne, nach einem Umzug der Einrichtung ins Hans-Böckler-Haus. Gibt es dort nun ein Testzentrum?

Nein, bisher nicht. „Auf den per Brief im Ministerium adressierten Vorschlag haben wir (bislang) keine Antwort erhalten“, heißt es dazu aus dem Krisenstab.

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