Der Klein-Auheimer Kleingartenverein Untere Fasanerie hat die Zustimmung für das Bienenvolk gegeben. In der Parzelle von Marianne Horst (links) schwärmen sie nun aus. Foto: Hackendahl

Hanau-Klein-Auheim

Kleingärtner in Klein-Auheim freuen sich über Bienenvolk

Hanau-Klein-Auheim. In der Kleingarten-Parzelle von Marianne Horst hat ein Bienenvolk sein neues Zuhause gefunden. Es befindet sich noch im Aufbau, umfasst rund 20 000 Bienen und soll auch dafür sorgen, dass die Obstbäume in den Kleingärten an der Unteren Fasanerie sich voll entfallten können.

Von Holger Hackendahl

Marianne Horst hat dort seit zweieinhalb Jahren einen Schrebergarten gepachtet. „Dass mein Garten an das Naturschutzgebiet grenzt, war mir wichtig. In meinem Garten brüten Vögel, leben Blindschleichen, Zauneidechsen und Weinbergschnecken. Und nun gibt es hier auch ein Bienenvolk“, freut sich Horst, die für die Grünen im Ortsbeirat sitzt, über die neue Herausforderung, gemeinsam mit Holger Marx, der in Klein-Auheim wohnt und seit über 25 Jahren Vorsitzender des Offenbacher Imkervereins ist. „Ich hoffe, das Bienenvolk entwickelt sich gut.Bis Ende Juni wird es auf 70 000 Exemplare wachsen, mit der Sommersonnenwende am Donnerstag, 23. Juni, werden es dann aber wieder weniger“, erklärt der 54-jährige Imker den natürlichen Zyklus eines Bienenvolks. Gemeinsam mit Marianne Horst wird er einmal die Woche nachschauen, wie sich das Bienenvolk entwickelt.Überzeugungsarbeit war nötig„Wir möchten unsere Kleingärtner für Nachhaltigkeit und Artenvielfalt sensibilisieren. Die Bienen dienen ja auch der Befruchtung ihrer Obstbäume“, berichtet Vorstandsmitglied Lothar Holten aber auch von Unwissenheit vieler Kleingärtner.Es hätte viel Aufklärungsarbeit gebraucht, die Mitglieder zu überzeugen, einem Bienenvolk in der Kleingartenanlage ein Zuhause zu geben. Vielen sei der Nutzen der Bienen gar nicht bewusst. Denn Bienen würden allzu oft mit den lästigen Wespen in einen Topf geworfen, möchte der Vorstand den Mitgliedern zukünftig weitere Infos über deren wichtige Bedeutung für die Natur anbieten.Bienen ernähren sich vegetarischBienen ernähren sich – im Gegensatz zu den räuberischen Wespen – vegetarisch. Sie leben von süßen Pflanzensäften, die sie aus Blüten sammeln, vor allem dem Blütennektar. Da dieser nur aus Zucker und Wasser besteht, sind Bienen außerdem auf den Pollen von Blüten angewiesen.Die Pollen liefern ihnen Eiweiße, Vitamine und essenzielle Fettsäuren. Derzeit ist Horsts „kleines Bienenvolk“ damit beschäftigt, oberhalb der Bruträume einen Honigkranz anzulegen. „Der Honig, der den Bienen als Brennstoff dient, hängt immer oberhalb der Brut“, weiß Imker Marx, der gemeinsam mit Marianne Horst in den Bienenstock geschaut hat.Königin legt bis zu 1000 Eier pro Tag„Die Königin legt bis zu 1000 Eier pro Tag und sorgt so für die Nachkommen des Bienenvolks“, erläutert Imker Marx, dass es einzige Aufgabe der Mutterbiene sei, Eier zu legen und gut zu riechen. Durch ihren für ihre Untertanen unwiderstehlichen Geruch, die Lage des Bienenstocks im Erdmagnetfeld und den Stand der Sonne finden die fleißigen Bienen aus einem Umkreis von über 30 Kilometern zurück zu ihrem Stock, weiß Marx.Ein großes Bienenvolk könne bis zu 50 Kilogramm Honig in einem Sommer produzieren, weiß Marx aus eigener Imker-Erfahrung. Das Bienenvolk in Marianne und Helmut Horsts Gartenparzelle könnte in dieser Saison bis zu 15 Kilogramm produzieren.Beitrag zum Naturschutz„Für uns ist das Bienenvolk ein Beitrag zum Naturschutz und für deren Erhalt. Kleingärten, Blütenbestäubung und Bienen sind untrennbar miteinander verbunden“, ist sich auch der Kleingartenvorsitzende Jörg Niedermeier bewusst.Gefällt es den Bienen in der Anlage könnten 2017 noch zwei weitere Völker hinzukommen.Auch Ortsvorsteher Sascha Feldes zeigt sich vom Bienenstock begeistert. „Wir haben nun 20 000 Einwohner mehr in Klein-Auheim und täglich werden es mehr“, schmunzelte Feldes.

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