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Kinzigheimer Weg: Vor-Ort-Termin zur Verkehrswerthöhe

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Langsam kommt Bewegung in den Streit um die sanierungsbedürftige Wohnanlage im Kinzigheimer Weg. Am Dienstag fand eine Begehung statt. Archivfoto: Schlitt
Langsam kommt Bewegung in den Streit um die sanierungsbedürftige Wohnanlage im Kinzigheimer Weg. Am Dienstag fand eine Begehung statt. Archivfoto: Schlitt

Hanau. In die juristische Auseinandersetzung um den Rückkauf der Kinzigheimer-Weg-Siedlung durch die Stadt Hanau scheint Bewegung zu kommen. Ein vom Landgericht Darmstadt bestellter Gutachter hat sich am gestrigen Dienstag vor Ort ein Bild über den Zustand der maroden Siedlung gemacht.

Von Reinhold Schlitt

Es geht um den von der Stadt Hanau festgesetzten Rückkaufswert in Höhe von vier Millionen Euro.Zu der nicht öffentlichen Begehung der Wohnsiedlung (Presseaufnahmen wurden vom Gutachter untersagt) waren auch Rechtsvertreter des bisherigen Eigentümers Dolphin Capital 214. Projekt GmbH sowie jenes britischen Investors angereist, an den Dolphin die sanierungsbedürftige Wohnanlage gewinnbringend weiterverkaufen wollte.

Für die Stadt Hanau nahmen neben den Rechtsanwälten, von denen sie vor dem Landgericht vertreten wird, auch Stadtentwicklungschef Martin Bieberle und Rechtsamtsleiterin Birgid Leinweber-Richter an der Besichtigung teil.Wie unsere Zeitung bereits im November vergangenen Jahres berichtete, hat das Landgericht Darmstadt ein eigenes Gutachten zum Verkehrswert in Auftrag gegeben. Wann es zu einer Verhandlung vor der dortigen Baulandkammer kommt, ist indes immer noch nicht klar.

Anordnung der Stadtverordneten vom 19. Jni 2017Zum Hintergrund: Die Stadt Hanau wurde am 19. Juni 2017 von der Stadtverordnetenversammlung mit der Ausübung des Vorkaufsrechts beauftragt, nachdem der bisherige Eigentümer Dolphin seinen vertraglichen Sanierungsverpflichtungen so gut wie nicht nachgekommen ist.

Das Langenhagener Unternehmen hatte das Areal 2014 für rund sechs Millionen Euro vom Vorbesitzer gekauft und wollte es im vergangenen Jahr gewinnbringend für über neun Millionen Euro an einen britischen Investor weiterveräußern. Es wäre der fünfte Eigentümerwechsel innerhalb von knapp acht Jahren gewesen. Daraufhin zog die Stadt Hanau die Reißleine und machte von ihrem gesetzlichen Vorkaufsrecht zum Verkehrswert zu Gunsten der stadteigenen Bauprojekt Hanau GmbH Gebrauch. Vom zuständigen Gutachterausschuss wurde seinerzeit ein Verkehrswert von vier Millionen Euro ermittelt.

Dolphin bestreitet die Rechtmäßigkeit des in Anspruch genommenen Vorkaufsrechts sowohl grundsätzlich als auch wegen der festgesetzten Verkehrswerthöhe und schaltete die Baulandkammer des Landgerichts Darmstadt ein. Unsere Zeitung berichtete mehrfach.

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