Jetzt auch von überregionalem Interesse: Unsere Berichterstattung über den Kinzigheimer Weg zieht weitere Kreise. Heute beschäftigt sich das HR-Fernsehen damit. Archivfoto: Reinhold Schlitt

Hanau

Kinzigheimer Weg im HR-Fernsehen

Hanau. Die Zustände in der Wohnsiedlung Kinzigheimer Weg am Hafen ziehen inzwischen Kreise über Hanau hinaus. Am heutigen Montag wird sich das Landesmagazin „defacto“ des HR-Fernsehen ab 20.15 Uhr mit dem Thema beschäftigen, nachdem unsere Zeitung zuletzt am 5. Januar ausführlich berichtet hatte.

Von Reinhold Schlitt

In unserem Bericht wurden die Spuren von Vandalismus und Vermüllung in der Siedlung dokumentiert. „defacto“-Autor Sascha Mache hat sich für den TV-Beitrag in der Siedlung umgesehen und mit Bewohnern gesprochen. Er beschäftigt sich darüber hinaus mit dem Streit zwischen dem bisherigen Siedlungseigentümer Dolphin Capital 214 und der Stadt Hanau wegen der vom Stadtparlament im Juni 2017 beschlossenen Inanspruchnahme des Vorkaufsrechts.

Ein solches Recht steht den Kommunen im Gemeinwohlinteresse unter bestimmten Voraussetzungen zu. Dolphin hatte, statt pflichtgemäß zu sanieren, die Siedlung für 9,9 Millionen Euro an einen weiteren Investor gewinnträchtig verkaufen wollen.

Nur noch wenige Mieter

Es wäre der fünfte Verkauf, nachdem die Baugesellschaft Hanau sich 2009 von der Immobilie getrennt hatte, weil sie die damals schon auf mehrere Millionen Euro geschätzten Sanierungskosten nicht hätte schultern können. Aus heutiger Sicht sei der Verkauf ein Fehler gewesen, räumte Oberbürgermeister Claus Kaminsky im vergangenen Jahr ein, denn: Abgesehen von der „Pleite“ eines Käufers haben die anderen Eigentümer offenbar mehr oder weniger kräftig vom Weiterverkauf der Siedlung profitiert.

Hanau hatte für die marode Wohnanlage rund zwei Millionen Euro erzielt. Mit den augenscheinlich spekulativen Weiterverkäufen landete der letzte Verkaufspreis dann bei 9,9 Millionen Euro. Keiner der Eigentümer hat jemals eine von Grund auf fällige Sanierung der 13 Siedlungshäuser in Angriff genommen. Mit dem letzten ‧Eigentümer, der Dolphin ‧Capital 214 GmbH, schloss die Stadt Hanau deswegen im Jahr 2014 einen Sanierungsvertrag. Das Areal wurde förmlich als Sanierungsgebiet ausgewiesen und hätte dem Investor bei einer tatsächlichen Instandsetzung der Wohnhäuser sogar noch zusätzliche Steuervorteile gebracht.

Nun kassiert – wie mehrfach berichtet – die Vordere Hanau I GmbH undamp; Co. KG die Wohnungsmieten bei den noch wenigen Mietern in der Siedlung, obwohl sie laut Grundbuch bislang gar nicht Eigentümer der Immobilie ist. Das HR-Magazin „defacto“ hat diese Berichterstattung zum Anlass genommen, hinter die Kulissen der Vordere Hanau I zu schauen und ist dabei auf ein Firmengeflecht gestoßen, das zwar aus handelsrechtlich selbstständigen Unternehmen besteht, die jedoch alle von ein und derselben Person geführt werden.

Fernsehsendung „defacto“ sendet am 28. Januar, um 20.15 Uhr im HR-Fernsehen. Wiederholung: Sonntag, 3. Februar um 17.45 Uhr. Nach ist der Beitrag auch im Internet unter HR-Fernsehen auffindbar.

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