Weg von der klassischen Parteiveranstaltung: In einem Familienfest sieht Hanaus CDU ein probates Mittel gegen die allgemeine Politikerverdrossenheit. Isabelle Hemsley, Joachim Stamm und Helge Messner (von rechts) wollen dort mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Ob einer der drei aus dem Parteivorstand als OB-Kandidat für die Wahl 2021 bereitsteht, verrieten sie nicht. Foto: Jutta Degen-Peters

Hanau

Kein Kandidatenimport zur OB-Wahl - CDU sucht Kontakt zu Bürgern

Hanau. Was macht die CDU, wenn 2021 in Hanau der Oberbürgermeister neu gewählt wird? Wen will sie ins Rennen schicken? „Wir stellen auf jeden Fall einen Kandidaten“, erklären Isabelle Hemsley, Joachim Stamm und Helge Messner vom Vorstand. Mehr wollen sie zu dem Thema zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht verlauten lassen.

Von Jutta Degen-Peters„Wir warten erst mal ab, was Claus Kaminsky sagt“, meint Hemsley, die damit rechnet, dass der Stadtchef vielleicht doch noch einmal antritt. Für die Kommunalwahl und die OB-Wahl im Jahr 2021 müsse man sich richtig aufstellen und langfristig Gedanken machen, äußern sich die drei Christdemokraten sibyllinisch. So viel verraten sie aber dann doch: „Wir müssen niemanden importieren“, was nahelegt, dass eine geeignete Kandidatin oder ein Kandidat zur Verfügung steht.

Jetzt beschäftigen die Hanauer CDU aber andere Probleme. Sie sucht wie die Vertreter der übrigen Volksparteien nach Wegen, wie sie die Menschen wieder besser erreichen kann. Und da sind Hemsley, Stamm und Messner überzeugt, dass dies durch die Stärkung des Familiengedankens und die Abkehr von üblichen Parteiveranstaltungen gelingen kann. Am Samstag, 17. August, wollen sie im Garten des Olof-Palme-Hauses mit der nunmehr zweiten Auflage ihres Familienfests mit den Bürgern ins Gespräch kommen und dabei gleichzeitig selbst als Personen und Anpacker wahrgenommen werden.

Es gebe genug Themen

Dass die Hanauer darauf Lust haben, davon sind sie überzeugt. Themen gebe es genug. Hemsley findet, dass die Menschen nicht unter Politikverdrossenheit leiden, sondern unter einer Politikerverdrossenheit. Dazu hätten unter anderem Dinge beigetragen wie die Reaktion an der Bundesspitze auf das Rezo-Video mit seiner Politikerschelte. Doch gerade das zeige, dass die Menschen sich interessierten und engagierten. „Die Jugend hat wieder den Willen, sich zu äußern“ sagt Hemsley anerkennend.

Unterschiedliche Interessengruppen zueinanderzuführen, darin sieht Joachim Stamm die vordringliche Aufgabe seiner Partei, die sich als Teil der Gesellschaft wahrnimmt. Die alten Organisationsformen mit Frontalberieselung hätten sich überholt.

Die Bürger hätten nicht nur wenig Lust, an den öffentlich stattfindenden Stadtverordneten- oder Ortsbeiratssitzungen teilzunehmen, in denen die für sie wichtigen Themen wie Gebührenerhöhungen, der Bau einer neuen Kita oder die Ausweisung eines Baugebiets für ein Altenheim besprochen werden. Viele seien noch nicht einmal im Bilde darüber, dass etwa die Mitglieder des Ortsbeirates die ihnen nächsten Ansprechpartner für Probleme vor Ort seien.

Alltagssorgen der Bürger anhören

Indem die Mitglieder der CDU bei ihrem Sommerfest Würstchen grillen, beim Dosenwerfen die Regeln erklären oder an der Hüpfburg aufpassen, wollen sie sich die Alltagssorgen anhören, während die Bürger Spaß haben. „Es geht hier nicht um politische Agitation, sondern um persönliche Betroffenheit der Menschen“, sagen Stamm, Hemsley und Messner.

Dennoch wollen sie darauf hinweisen, dass es die Kommunalpolitiker sind, die an diesen Alltagssorgen dran sind und diese gegebenenfalls vor Ort lösen könnten. Es schmerzt sie, dass viele Bürger glauben, Kommunalpolitiker verdienten sich eine goldene Nase. Auch wüssten viele nicht, dass Vertreter in den Ortsgremien ihre Parteiarbeit ehrenamtlich und neben dem Beruf stemmen müssten.

Die Fraktionen, die der OB ins Koalitionsboot geholt habe, hätten in den Stabsstellen und über die Pressestelle der Stadt da schon andere Möglichkeiten. Die CDU als Oppositionspartei hingegen könne eigene Initiativen, wie etwa den Pakt für den Nachmittag, nicht immer als Erfolg verbuchen.

Hoffnungsfroh stimmt die CDU die Tatsache, dass in der Jungen Union die engagierte Jugend nachwächst. Hanau/Maintal sei der stärkste Verband im Main-Kinzig-Kreis mit 76 Mitgliedern. Von der Jugend könne man lernen, nicht nur, was den Umgang mit den sozialen Netzwerken angehe, betonen Messner, Hemsley und Stamm.

Das Fest

Das Familienfest der CDU mit Hüpfburg, Feuerwehr‧auto und moderaten Preisen für Speisen und Getränke findet am Samstag, 17. August, von 12 bis 18 Uhr im Garten des Olof-Palme-Hauses statt.

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