Trotz vorhandenem Zigarettenabfallbehälter landen die Kippen, wie hier am Marktplatz, auf dem Boden und verfangen sich in den Fugen. Foto: Reinhard Paul

Hanau

Kaugummi und Zigarettenstummel - Geldstrafe wird verlangt

Hanau. Die in der Öffentlichkeit entstandene Diskussion über höhere Strafen für Müllsünder werde in der Wählergemeinschaft Bürger für Hanau (BfH) intensiv verfolgt, wie der Fraktionsvorsitzende Oliver Rehbein in einem Schreiben an die Presse mitteilt.

Der schlechte Sauberkeitszustand, gemessen an den Zigarettenkippen, werde in Hanau nicht besser.

Um dies zu belegen hat Rehbein an der Kreuzung Langstraße/Fahrstraße vor dem Kiosk auf einem etwa zweieinhalb Meter langen Stück Fußweg die „vorsätzlich“ weggeworfenen Kippen gezählt – mit einem niederschmetterndem Ergebnis, wie er es formuliert: „Mit 62 Kippen in den Ritzen der Fugen oder rings um Sinkkästen darf man sich in Hanau nicht abfinden! Und mit Hülsen von Platzpatronen schon gar nicht!“ ärgert sich Rehbein.

Mehr Druck für Sauberkeit

Seine Forderung: Den Kontrolldruck, der auch in der Koalitionsvereinbarung niedergeschrieben ist, erhöhen.

Hanau müsse beispielgebend in der Region sein für Sauberkeit – auch vor dem Anspruch, den ein Oberzentrum an sich selbst legen sollte – demnach müsse die Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Hanau verschärft werden. „Nur vom Reden allein wird es sicherlich nicht besser“, resümiert der Fraktionsvorsitzende und erinnert daher an die Koalitionsvereinbarung.

Verschärfung der Regelung

Bereits 2016 hat die BfH die Diskussion als wichtiges und hochbrisantes Sachthema in die Koalition getragen. Daraufhin wurden gemeinsame Formulierungen gegen Vandalismus, illegales Graffiti sowie Vermüllung gefunden und vereinbart, wie etwas die Einführung eines Müllsheriffs.

Laut Koalitionsvereinbarung sei die Gefahrenabwehrverordnung „verschärfend zu überarbeiten“. Insbesondere müssten Formulierungen gefunden werden, die speziell das Wegwerfen von Zigarettenkippen und auch das Ausspucken von Kaugummis als Ordnungswidrigkeit aufführen und auch die Ahndung auf mindestens 100 Euro festlegen, so Rehbein.

Geldstrafe für Kaugummi und Zigaretten

Es sei an der Zeit „unverbesserliche Dreckspatzen am Geldbeutel zu packen.“ Das Mannheimer Beispiel mit dem Einsatz von Ordnungskräften in zivil ist für Rehbein ein durchaus zu überlegender Ansatz und möglicherweise ein „neuer Baustein im Hanauer Sicherheits- und Ordnungsbaukasten.“

Laut dem Vorsitzenden der Wählergemeinschaft, Peter Jurenda, betreibe die Stadt einen immensen Arbeitsaufwand, um weggeworfene Kaugummis, die sich auf dem Boden durch pechschwarze Placken zeigen, zu entfernen.

Rasante Verschmutzung

Jurenda: „Hier wird mühselige körperliche Arbeit verrichtet und man wird des Problems augenscheinlich nicht Herr.“ Gereinigte Bereiche erkenne man sofort und leider auch, wie schnell sie wieder verdreckt werden, bedauert Jurenda.

Alle Beteiligten, so die BfH, müssten sich stärker mit dem Sauberkeitsproblemen in Hanau auseinandersetzen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Für die Wählergemeinschaft sei dies ein „Kernthema“ und die Erfüllung der Koalitionsvereinbarung habe daher „für uns eine sehr hohe Priorität“. kb

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