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Katholische Gemeinde diskutiert über Zukunft der Pfarrkirche

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Viele Bänke, etliche Stützsäulen, vergleichsweise wenig Beleuchtung: So präsentiert sich die Pfarrkirche St. Peter und Paul derzeit. In den kommenden Jahren soll es bauliche Veränderungen geben. Foto: Zeh
Viele Bänke, etliche Stützsäulen, vergleichsweise wenig Beleuchtung: So präsentiert sich die Pfarrkirche St. Peter und Paul derzeit. In den kommenden Jahren soll es bauliche Veränderungen geben. Foto: Zeh

Klein-Auheim. Unter dem Motto „Wo sich Gottes Volk versammelt“ haben sich am Samstag über 50 Mitglieder der Gemeinde St. Peter und Paul in der Pfarrkirche eingefunden. Dort diskutierten sie Möglichkeiten, wie sich das Gotteshaus in den nächsten Jahren entwickeln könnte.

Von Sebastian Zeh

„Kirche-Sein ist immer ein dynamischer Prozess“, sagte Tobias Dulisch, Liturgiereferent des Bistums Mainz. Er hatte bereits die Diskussionsveranstaltung im vergangenen August begleitet und über Möglichkeiten und Hindernisse im Zusammenhang mit einem Kirchenumbau informiert.

Die Kirche selbst feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Die letzten größeren Renovierungen sind inzwischen 25 Jahre her, Technik und Heizung in die Jahre gekommen. Vor allem Letzteres bekommen die Gäste während der zweistündigen Diskussion zu spüren, denn hinter den Kirchtüren war es kaum wärmer, als davor.Eingangsbereich zu dunkelEs war daher kaum verwunderlich, dass die erste Wortmeldung des Nachmittags sich mit einem technischen Problem in der Kirche befasste – der Beleuchtung. „Im Eingangsbereich ist es deutlich zu dunkel, manchmal übersieht man fast die Glastür“, so ein älterer Herr.

Martin Eckrich stieß zudem die Frage an, ob es nicht sinnvoll sei, Sitzplätze flexibler zu verteilen. „Die Zahl der Gottesdienstbesucher schwankt extrem, da sollte man reagieren können“, sagte er. Dulisch ergänzte, dass im vergangenen Quartal die Besucherzahlen während 33 Gottesdiensten gezählt wurden. Abgesehen von Heiligabend stieg der Bedarf nur zwei mal über 200 Sitzplätze. Unter der Woche seien einmal sogar nur 67 Personen erschienen.Mehr Interaktion„Gehen wir vom aktuellen Bedarf aus, würden derzeit 200 feste Plätze ausreichen“, so der Liturgiereferent. Derzeit sind es über 400. Im Laufe der Veranstaltung präsentierte er daher einige Kirchenumbauten aus Deutschland, bei denen die Zahl der Bänke reduziert wurde. Der Altar rückte in der Regel weiter nach vorne, stärker in die Mitte der Gemeinde.

Durch diese Veränderung soll mehr Interaktion und ein direkteres Miteinander während der Gottesdienste möglich werden. „Wir haben solche Varianten bereits besprochen, allerdings macht es die Raumaufteilung in unserer Kirche, die von vielen Säulen bestimmt ist, schwer, die Bänke anders auszurichten“, kommentierte Winfried Schroth, Verwaltungsratsmitglied der Kirchengemeinde.Privaterer, abgelegenerer Raum gewünschtAuch wurde während der Veranstaltung der Wunsch nach einem etwas abgelegeneren, privateren Raum in der Kirche geäußert. Dort soll es möglich sein, für ein stilles Gebet einzukehren. Eine Dame regte zudem an, ein Kirchencafé einzuführen. „Nach dem Gottesdienst zieht es die Menschen sofort aus der Kirche und nach Hause“, sagte sie. Es sei wünschenswert, einen Raum in der Kirche zu haben, in dem die Gläubigen im Anschluss einkehren könnten, um sich zu unterhalten und dadurch die Gemeinschaft in der Gemeinde zu stärken.

Neben diesen Wünschen zu einem klaren Bruch mit dem Ist-Stand gab es jedoch auch andere Ansichten. Helmut Reichel kommentierte, er habe in der Kirche bereits Gottesdienste mitbekommen, als diese noch auf Latein abgehalten wurden. „Ich finde, dass zu einer geistigen Heimat auch die Tradition dazugehört“, sagte er. Daher sei es wichtig, bei eventuellen Veränderungen nicht den Charakter der Kirche zu verlieren.Empfehlung für weiteres Vorgehen ausgesprochenGegen Ende der Veranstaltung sprach Dulisch eine Empfehlung für die weitere Vorgehensweise aus: „In einem ersten Schritt sollten Sie die Themen Barrierefreiheit und Sicherheit angehen.“ Gemeint sind der Neubau der Behindertenrampe, der mittlerweile genehmigt wurde, als auch eine technische Erneuerung.

In einem zweiten Schritt solle der Verwaltungsrat dann Schwerpunkte ausarbeiten, die für die Gemeindemitglieder besonders wichtig seien und die Kirche dann entsprechend verändern. Eine Möglichkeit sei laut Dulisch mehr Freiraum, der sich dadurch ergeben könnte, dass im hinteren Bereich der Kirche etwa ein Drittel der Bänke weggenommen würde. „Dort könnte dann ein bereits angesprochenes Kirchencafé entstehen.“ Der Liturgiereferent, Schroth sowie Pfarrer Olaf Schneider waren sich darüber einig, dass der Umbau schrittweise erfolgen soll. „Es bringt nichts, hier etwas übers Knie zu brechen“, resümierte Dulisch.ton.

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