IGHA-Vorsitzender Werner Bayer führte das Publikum durch das dreistündige Programm. Zu den Höhepunkten zählten Darbeitungen der Pianistin Yeo Yin Park und der Vortrag zu Landgraf Alexander Friedrich von Hessen von Ralph Philipp Ziegler. Foto: Semmler

Hanau

Kanzleigebäude: IGHA drängt am Neujahrsempfang auf baldige Lösung

Hanau. Städtebaulich gibt es in der Altstadt derzeit viel Bewegung. Aktuell fokussieren sich die Aktivitäten vor allem auf den Schlossplatz. Es soll sich unter anderem endlich klären, was mit dem leerstehenden Kanzleigebäude geschieht. Ein Thema auch beim Neujahrsempfang der Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt (IGHA).

Von Christine Semmler

Schon vor über zwei Jahren ist die Stadtbibliothek ins Forum Hanau gezogen, seitdem steht das Kulturdenkmal am Schlossplatz leer. Deshalb hatte sich die Interessengemeinschaft dafür eingesetzt, dass potenzielle Investoren den Kanzleibau zu vier Terminen besichtigen können, berichtet der Vorsitzende Werner Bayer. „Wir haben dauerhaft das Interesse an diesem herausragenden Gebäude geweckt.“

Erst kürzlich hat die IGHA ein Konzept vorgelegt, das sich für eine rein öffentliche Nutzung des Kulturdenkmals ausspricht, mit Ausstellungsräumen und Platz für Vereine. Das Papier schlägt außerdem eine aufwendige Rekonstruktion des Schlossplatzes nach historischem Vorbild vor (wir berichteten).

Andere PläneDie Stadt Hanau hingegen hat andere Pläne: Sie sucht derzeit einen Investor, der lediglich Teile des Baus öffentlich zugänglich machen muss. Gemeinsam mit dem Projektentwickler Terramag entsteht die Planung, in der Gastronomie, Kino oder ein kleines Theater zur Debatte stehen. Das Konzept soll im April beschlossen werden. Dann soll ein Vergabeverfahren mit festen inhaltliche Vorgaben folgen.

Zum Neujahrsempfang schlug Bayer versöhnliche Töne an: Die IGHA unterstütze die Pläne des Magistrats, die Räumlichkeiten zu verpachten. Wichtig sei nur, dass die Sanierung in diesem Jahr beginne, um den Bau vor dem Verfall zu bewahren. „Es beginnt schon zu bröckeln.“

SpannungOberbürgermeister Claus Kaminsky versprach dagegen nur recht vage, dass „in diesem Jahr eine bedeutende Entscheidung“ zu erwarten sei. Ihm schwebe ein Kontrast aus Moderne und Tradition vor, ähnlich wie beim benachbarten Congress Park mit seinen historischen und neu gebauten Elementen. „Aus dieser Spannung ergibt sich eine neue Qualität.“

Im Rahmen dieser Diskussion war es sicher passend, dass Baugesellschafts-Chef Jens Gottwald in diesem Jahr zum Maître de Secours ernannt wurde. Ein Großteil der Altstadt-Häuser aus den Nachkriegsjahren gehören dem städtischen Wohnbauunternehmen. In den vergangenen Jahren habe die Baugesellschaft 16 Millionen Euro in die Hand genommen, um die Häuserzeilen nach und nach von Grund auf zu sanieren, so Bayer. Aktuellstes Beispiel sei das „Schlosskarree“ am Schlossplatz. Hier sollen neben 56 modernisierten Wohnungen sieben neue Geschäfte entstehen, außerdem ein „Haus des Jugendrechts“. zur schnellen Aufarbeitung von Straftaten.

Diese Aufwertung täte der Altstadt insgesamt sehr gut. „Sie trägt auch zu einer gesunden Mischung der Bevölkerungsstruktur bei“, so Bayer.

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