Die Junge Deutsche Philharmonie enttäuschte ihr Publikum im Congress Park Hanau nicht. Die Zuhörer honorierten den Auftritt mit großem Applaus und zahlreichen Bravo-Rufen. Foto: Hellbrück

Hanau

Junge Deutsche Philharmonie brilliert im CPH

Hanau. Vor relativ gut besuchtem Haus im Congress Park Hanau startete das Ensemble der Jungen Deutschen Philharmonie mit der Herbsttournee „Eroica“ seine diesjährige Konzertreise. Das CPH-Publikum war vom Können begeistert und vom Programm gespalten.

Von Alexandra HellbrückNeben ihrem leidenschaftlich agierenden Dirigenten Jonathan Nott hatten die Nachwuchsmusiker außerdem den finnischen Vollblut-Violinisten Pekka Kuusisto im Gepäck. Der 39-Jährige, der bereits mit einer Vielzahl der großen Orchester dieser Welt als Solist aufgetreten ist, sorgte dann auch für das am meisten diskutierte Stück des Abends.

Technisch brillant brachte er mit einer Auswahl der Jungen Deutschen Philharmonie das Violinkonzert des österreichisch-ungarischen Komponisten György Ligeti (1923 bis 2006) zu Gehör. Das knapp halbstündige Werk des mit Preisen überhäuften Komponisten zählt zur Neuen Musik, die einem Großteil der Bevölkerung durch ihre gewollten Dissonanzen und einer nur schwer erkennbaren Thematik nicht leicht zugänglich ist.Anhänger moderner Werke spenden frenetischen BeifallTrotzdem ist Ligeti durch die Verwendung seiner Musik in Stanley-Kubrik-Filmen einer breiten Öffentlichkeit durchaus bekannt. In Werken wie „2001: Odyssee im Weltraum“, „Shining“ oder „Eyes Wide Shut“ sind Teile seiner Kompositionen als musikalische Untermalung zu hören.

Indes waren auch zahlreiche Anhänger moderner Werke ins CPH gekommen, die der Darbietung frenetischen Beifall spendeten. Der Rest des Publikums gab sich geduldig, standen ja auch noch Haydn und Beethoven auf dem Programmzettel.Finnische Mazurka als ZugabeTrotz allem war die künstlerische Leistung Kuusistos nicht zu übersehen, zumal er – sozusagen als versöhnliche Geste dem traditioneller eingestellten Publikum gegenüber – als Zugabe eine finnische Mazurka darbot, die seinem Ruf als „Teufelsgeiger“ gerecht wurde. So dominierte Ligetis Komposition – durchaus gewollt – ein wenig über die beiden anderen Teile des Abends, nämlich Ludwig van Beethovens dritte Sinfonie in Es-Dur „Eroica“ sowie die Sinfonie in E-Moll von Joseph Haydn.

Hier konnte das komplette Ensemble der Jungen Deutsche Philharmonie zeigen, was es kann, und bot beide Male wunderbar akzentuierten und exakt herausgearbeiteten Klassikgenuss auf ganz hohem Niveau. Eine Freude war es vor allem, dem Ersten Dirigenten und künstlerischen Berater des Orchesters, Jonathan Nott, dabei zuzusehen, wie er völlig leidenschaftlich in seiner Arbeit aufging und das Frankfurter Studentenorchester zu Höchstleistungen mitriss.Nicht-enden-wollender ApplausDies wurde letztendlich vom Publikum auch mit nicht-enden-wollendem Applaus, Bravo-Rufen sowie vielen zufriedenen Mienen honoriert.

Die Junge Deutsche Philharmonie wird noch bis zum 18. September auf Tournee sein, unter anderem bei den Festspielen in Mecklenburg-Vorpommern, in der Berliner Philharmonie, in Wiesbaden, Fulda und Aix-en-Provence, in der Dresdner Frauenkirche sowie der Kölner Philharmonie.

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