Auszeichnung: Kinopolis-Leiter Patrick Schubert überreicht den Publikumspreis an die Macher des Films „Digital Addiction“. Foto: Per Bergmann

Hanau

Jung undamp; Abgedreht: Filme inhaltlich und technisch auf hohem Niveau

Hanau. Zum achten Mal flimmerten am Sonntag die Filme zahlreicher Nachwuchs-Filmemacher über die Leinwand im Kinosaal eins des Kinopolis Hanau. Die Streifen der Teilnehmer des Jugend-Kurzfilmfestivals „Jung undamp; Abgedreht“ überzeugten dabei nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich.

Von Per Bergmann

Denn inhaltlich haben sich die jungen Filmemacher Themen zur Brust genommen, die derzeit die Welt bewegen, wie der fortschreitende Klimawandel, die Digitalisierung, eine Verrohung innerhalb unserer Gesellschaft und daraus resultierende Krankheiten wie Burnout und Depression.

Tiefe Einblicke auch in ernste Themen

Die Teilnehmer kratzten dabei keinesfalls nur an der Oberfläche, sie gingen ins Detail. So zum Beispiel der aus Wachenbuchen stammende Samet Yalcin, der mit seinem Film „Inside Borderline“ in der Kategorie „Kurzfilme 14 bis 18 Jahre“ antrat. Mit Hilfe eines jungen Schauspielers, der selbst eine entsprechende Persönlichkeitsstörung hat, beleuchtet Yalcin die Krankheit aus einer ganz persönlichen Sicht.

Im Film „Katastrophe“ von Leah Blättler und Theresa Eingartner wird das Thema Klimawandel auf beeindruckende und zugleich beklemmende Weise, zusammengefasst. Innerhalb weniger Minuten greifen die jungen Filmemacherinnen viele Teilaspekte und Ursachen des Klimawandels auf, wie die anhaltende Ausbeutung der dritten Welt, Umwelt- und Luftverschmutzung, aber vor allem auch die Verantwortung eines jeden Einzelnen für diese Probleme.

Filmemacher widmen sich der Digitalisierung

Eines der häufigsten Themengebiete am Sonntag war Digitalisierung. Hier befassten sich die Teilnehmer unter anderem mit dem Phänomen Social Media. In einem der Gewinner-Filme, „A Young and Hateful Mind“, greift Mark Menzel die Verbreitung von Hass in den sozialen Netzwerken auf, die regelmäßig auch von jungen Menschen ausgeht. In „Weißt du noch?“ von Nicolai Raab geht es um die manchmal erschreckende Erkenntnis, dass das Internet nie vergisst.

„Das Niveau der eingereichten Filme ist in diesem Jahr wieder sehr beeindruckend – sowohl in Bezug auf die Bildsprache, als auch in Bezug auf das Storytelling und die Inhalte“, bemerkte der Jury-Vorsitzende Daniel Siebert am Sonntagabend. Thematisch sei es „auffällig, dass wieder viele politische Filme dabei sind – ziemlich am Puls der Zeit“. Auffällig politisch seien in diesem Jahr auch „die vielen, gut gemachten Musikvideos“.

Filme außer Konkurrenz unterhalten Publikum

Durch den Abend führte einmal mehr die bezaubernde Dominque Marcri, die „Jung undamp; Abgedreht“ seit seiner ersten Ausgabe moderiert. Für Unterhaltung in den Pausen sorgten unter anderem die „Regionalen Helden“, jugendliche Filmemacher aus der Region, deren Filme außer Konkurrenz liefen.

Musikalisch wusste der gehandicapte Rapper „Drive-by“ aus Offenburg in den Pausen zu überzeugen. Kinopolis-Leiter Patrick Schubert, der den Publikumspreis überreichte, begrüßt es, „dass immer mehr Jugendliche das Medium Film nutzen, um ihre Themen an die Öffentlichkeit zu bringen. Das Festival ist eine Bereicherung für unser Angebot. Die Qualität der Beiträge ist wieder beeindruckend“.

Die Preisträger ihrer jeweiligen Kategorie

Kurzfilme 19 bis 27 Jahre:

1. „A Young and Hateful Mind“ von Mark Menzel2. „Katastrophe“ – Leah Blättler und Theresa Eingartner

Kurzfilme 14 bis 18 Jahre:

1. „Das Metronom“ – Philipp Chromy2. „Bye“ – Elias Grünthal

Young Professionals:

1. „Nö!“ von Christian Kaufmann 2. „Wenn wir schon mal hier sind“ von Simon Schneider

Musikvideos:1. „Drehmetrie – Swipe“ von Paul Hordych2. „Otto undamp; der Rausch – Tränen der Eros“ von C. Spelleken

Zum Gewinner des Publikumspreises wählten die Zuschauer den Film „Digital Addiction“ von Michael Olschewski. Ein Sonderpreis des Zontaclubs Hanau ging an Theresa Lucas mit dem Film „Tic Tic Tack“.

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