Organisatoren, Sponsoren und Unterstützer freuen sich auf das achte Jugend-Kurzfilmfestival "Jung & Abgedreht" am 26. Januar im Kinopolis in Hanau. Foto: Thomas Seifert

Hanau

Jugend-Kurzfilmfestival zeigt, wie junge Macher die Welt sehen

Hanau. Mit über 200 Beiträgen auch aus Österreich und der Schweiz mausert sich das Jugend-Kurzfilmfestival „Jung undamp; Abgedreht“ im achten Jahr des Bestehens zu einem Event mit internationaler Ausstrahlung und mittlerweile großem Gewicht in der Szene.

Von Thomas Seifert

Am Sonntag, 26. Januar, werden wieder im Kinopolis die besten 45 von der Jury ausgewählten Filme mit Start um 13 Uhr in den verschiedenen Wettbewerbskategorien gezeigt. Einen Ausblick auf das Festival gaben die Organisatoren gestern im Rahmen einer Pressekonferenz.

Um den Kontakt zwischen Filmemachern untereinander, aber auch und gerade mit dem Publikum zu intensivieren, werden viele der Regisseure persönlich anwesend sein und nach der Vorführung Rede und Antwort stehen.

Keine Vorgaben

Anna Jagust und Daniel Siebert vom Projektteam betonten, auch in diesem Jahr hätte es keine Vorgabe gegeben. Thematische Schwerpunkte der eingereichten Kurzfilme von Filmemachern zwischen 14 und 27 Jahren seien Umweltzerstörung, Klimawandel, Plastikflut, Fleischkonsum, Digitalisierung, aber auch die Auseinandersetzung mit psychischen Krankheiten und gesellschaftsrelevanten Symptomen. „Es wird ein Spiegelbild unserer Gesellschaft in den Beiträgen abgebildet und mit den unterschiedlichsten künstlerischen Mitteln umgesetzt“, stellt Jagust fest.

Neben einem umfangreichen Rahmenprogramm mit DJ, einem Rapper im Rollstuhl, Catering und Infoständen in der Lounge des Kinopolis werden die 45 Filmbeiträge auch wieder anmoderiert.

Den Etat des Jugend-Kurzfilmfestivals mit rund 30 000 Euro finanziert eine ganze Reihe von Sponsoren aus der Wirtschaft, wobei auch die Filmförderung „HessenFilm“ mit 3000 Euro und einem Preis im Wert von 1500 Euro mit im Boot ist, betonte Jagust. Schirmherr ist im fünften Jahr wieder der in Hanau geborene Schauspieler Dominic Raacke, der allerdings wegen eines Engagements am Berliner Schillertheater dem Festival keinen Besuch abstatten kann.

Änderung des Konzepts

„Der letztjährige Sieger, der Frankfurter Felix Bausch, hat einen sehr interessanten Trailer für 'Jung undamp; Abgedreht' produziert und ist auch ein Mitglied der Jury, die zwar eine Vorauswahl getroffen hat, aber erst am Tag des Festivals die endgültige Entscheidung in den einzelnen Kategorien vornehmen wird“, kündigte Daniel Siebert an. Um den Festivalcharakter mehr zu unterstreichen und den Filmemachern eine Bühne und ein Forum zu verschaffen, sei das Konzept dahingehend verändert worden, dass mehr Zeit für den Kontakt zwischen allen Akteuren geschaffen wurde, fügte Siebert hinzu. Mit dem Motto „Schauen und Reden“ habe „Jung undamp; Abgedreht“ eine Evolution vollzogen hin zu einem erwachsenen Event, wobei der Spaß nicht zu kurz kommen soll.

Der Juryvorsitzende freute sich über die deutlich gestiegene Qualität und die Professionalität der eingereichten Kurzfilme. „Nicht nur quantitativ konnten wir eine Steigerung feststellen, auch qualitativ hat die Mehrzahl der Beiträge zugelegt, sodass es für die Kollegen in der Jury echt schwierig war, das endgültige Programm zusammenzustellen“, betonte der Filmemacher. Zum Großteil seien die eingereichten Kurzfilme in den bekannten Filmmetropolen mit entsprechenden Universitäten entstanden, zum zweiten Mal beteilige sich aber auch ein Filmemacher aus Wyk auf Föhr am Wettbewerb. Zwei Drittel der Teilnehmer seien Studenten und Jungprofis aus dem Filmgeschäft, so der Juryvorsitzende.

„Ausreißer, die wir aussortieren mussten, gab es so gut wie keine, ein Film aber einer 14-jährigen Teilnehmerin können wir wegen ihrer drastischen, aber sarkastisch gemeinten Bilder nur dem älteren Publikum zeigen“, stellte Siebert fest.

Sonderpreis für Regisseurinnen

Fester Bestandteil mit eigenem Preis bleibt der Programmpunkt „Regionale Helden“, der Filmemachern aus der Region Hanau vorbehalten ist. Und es gibt wieder einen Sonderpreis für Regisseurinnen. Und Siebert vergaß nicht zu erwähnen, dass mit der Location Kinopolis das Festival mit einem nicht zu unterschätzenden Alleinstellungsmerkmal wuchern könne.

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky hatte zur Begrüßung bei der Pressekonferenz auf die „feste Größe“ Jugend-Filmfestival hingewiesen und betont, wie wichtig eine kreative und kritische Auseinandersetzung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Themen der Zeit sei. Daran könne man auch die Medienkompetenz der Teilnehmer ablesen, die bei „Jung undamp; Abgedreht“ zudem die Chance hätten, ihren eigenen Projekten ein unverwechselbares Profil zu geben. „Das Festival passt hervorragend zum urbanen Kulturangebot in Hanau und strahlt inzwischen sogar weit über die Rhein-Main-Region hinaus. Für die Brüder-Grimm-Stadt ist das Filmfestival ein Imageträger mit hohem Stellenwert, weshalb auch die Stadt mit einem finanziellen Beitrag zum Gelingen beitragen will“, fügte der Rathauschef hinzu.

Informationen zu Tickets und Vorverkauf unter Telefon 0 61 81/42 82 52. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, Karten beim Kinopolis Hanau online zu reservieren. ›› kinopolis.de/hu›› jungundabgedreht.de

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