Die Organisatoren Ferdinand Deiss und und Werner Fischer freuen sich über ein abermals gelungenes Dorfbrunnenfest. Foto: Nicolas Obst

Mittelbuchen

30 Jahre Dorfbrunnenfest: Die Organisatoren erklären das Event

Mittelbuchen. Pünktlich zum Bieranstich brechen am Samstagnachmittag die Wolken über dem Dorfbrunnenfest zusammen: Ein regnerischer Start in das Fest, das in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feiert. Doch die Mittelbuchener lassen sich ihre Laune nicht verderben. Schnell herrscht dennoch gute Stimmung.

Von Nicolas ObstFerdinand Deiss hatte sich den Auftakt sicherlich anders vorgestellt, doch er verzieht keine Miene. Seit mehr als zehn Jahren organisiert er als erster Vorsitzender der Mittelbuchener Vereinsgemeinschaft das Fest.

Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Werner Fischer schaut er auf die vergangenen Jahre zurück: „Heute hat unser Dorfbrunnenfest gerade kulturell sehr viel zu bieten. Wir haben vor 30 Jahren mit einer Bühne angefangen, hatten ein paar kleine Stände und natürlich war noch nicht so viel los“, erinnert sich Fischer an die Anfangszeiten.

Keine Vereinsgemeinschaft

Damals wollten die Mittelbuchener Vereine zusammen ein Fest organisieren, um auch über die eigenen Strukturen hinaus gemeinsam Zeit zu verbringen und sich als Ort zu treffen. Eine Vereinsgemeinschaft gab es nicht, nur den Willen, ein solches Fest zu organisieren. Fischer, der damals schnell von der Idee überzeugt war, begann die Anwohner an der Rathausstraße zu fragen, ob sie Strom oder Wasser zur Verfügung stellen würden für ein Mittelbuchener Fest.

Die Idee kam durchweg gut an, seitdem findet die Veranstaltung jährlich statt. Diese Zusammenarbeit macht das Dorfbrunnenfest auch heute noch aus, erklärt das Vorstandsduo: „Alle Vereine kommen zusammen alle Mittelbuchener kommen zusammen. Das Fest ist vielfältig, wir haben Zelte und Stände an denen gefeiert wird, aber auch die ruhigen und entspannten Höfe, die privat angeboten werden. Es fehlen leider immer öfter die Gelegenheiten, an denen man sich trifft. Ansonsten haben wir nur unseren Weihnachtsmarkt.“

In Zeiten von Mitgliederschwund in den Vereinen wird es immer schwieriger, solche Ereignisse zu realisieren und Dienste erfolgreich mit Ehrenamtlern zu besetzen: Das Dorfbrunnenfest funktioniert nur durch ehrenamtliche Arbeit.

Erste Vorkehrungen bereits acht Wochen im Voraus

Deiss und seine Mitstreiter treffen bereits acht Wochen vor solch einem Fest die ersten Vorkehrungen und beginnen mit der Organisation.

Bei den Bewohnern kommt das Dorfbrunnenfest sehr gut an, missen möchte man es sicher nicht: „Der ganze Ort ist auf den Beinen. Besonders die Anwohner hier an unserer Festmeile sind sehr kooperativ. Wir sind natürlich auf deren Hilfe angewiesen“, erzählt Fischer.

Nathalie Kohlmann vom Turnverein fühlt sich wohl auf der Alten Rathausstraße: „Die Livebands an zwei verschiedenen Orten finde ich besonders gut. Wenn es dir bei der einen nicht gefällt, gehst du eben zur anderen. Es gibt unterschiedliche kulinarische Angebote, das ist einfach schön hier.“

Am Samstag wird mit der Zeit der anfängliche Regen zum Glück immer weniger und einige Sonnenstrahlen treffen auf die weißen Zeltdächer: so stellen sich die beiden Verantwortlichen die Veranstaltung eigentlich vor.

Genaue Vorstellungen der Zukunft

Für die Zukunft haben sie auch schon genaue Vorstellungen: „Das Fest an sich muss nicht vergrößert werden, allerdings müssen wir am Puls der Zeit bleiben. Vor 30 Jahren wäre niemand auf die Idee gekommen hier eine Cocktailbar hinzustellen, heute gehört sie einfach dazu. Das Dorfbrunnenfest soll ein Ort für alle Altersstufen bleiben, für Groß und für Klein.“

Deiss ergänzt: „Schön wäre es auch die Neubaugebiete stärker mit einzubinden, doch das ist schwierig. Genau so schwer wie das Nachwuchsproblem der Vereine. Unser Fest kann nur weiterhin funktionieren, wenn die Vereine weiterleben.“ Sieben dieser Vereine richten das Dorfbrunnenfest aus, dabei hat jeder eine Aufgabe. Viele haben ihren eigenen Stand, andere schmücken den Brunnen. Alle arbeiten zusammen.

Bis zu 3000 Besucher laufen über die Festmeile und feiern am Abend zu Livemusik. Bis dahin hat der Regen ganz aufgehört, immer mehr Mittelbuchener strömen auf die Alte Rathausstraße. Sie treffen Bekannte, Nachbarn, Freunde – auf ihrem persönlichen Dorfbrunnenfest.

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