Seine Familie lebt damit – sie kennt es nicht anders: Wenn eine Bombe gefunden wird, ist Dieter Schwetzler gefragt. Yvonne Backhaus-Arnold, stellvertretende HA-Chefredakteurin, hat den Bombenentschärfer vom Kampfmittelräumdienst interviewt. Foto: Kirchgeßner

Hanau

Interview: Wie entschärft Dieter Schwetzler eine Fliegerbombe?

Hanau. Wie entschärft Dieter Schwetzler eine Bombe? Das verriet der Experte vom Kampfmittelräumdienst des Regierungspräsidiums Darmstadt in einem Interview mit Yvonne Backhaus-Arnold dem HA.

Wie gehen sie vor?

Dieter Schwetzler: Ich bin seit acht Uhr vor Ort. Wir müssen noch einige Vorbereitungen treffen. Die Zündeinrichtung muss noch ein bisschen eingesprüht werden, damit es nachher besser funktioniert. Und man kümmert sich auch um das ganze Drumherum. Die Medienarbeit muss natürlich auch geleistet werden. Wir geben uns Mühe, dass es gut geht. Den vorderen Bereich der Bombe haben wir noch nicht gesehen. Da müssen wir noch nachsehen, ob da vielleicht auch noch eine Zündeinrichtung vorhanden ist.

Wie viele Bomben haben Sie denn in Ihrem Berufsleben schon entschärft?

Ich habe sie noch nicht gezählt. In letzter Zeit haben wir viele Bomben. Dies aber nicht nur in Hessen, sondern bundesweit. Durch die erhöhte Bautätigkeit ist das natürlich Thema überall. Es wird kein Ende absehbar sein.

Was passiert denn, wenn sie die Bombe nicht entschärfen?

Entschärfen können wir die schon, weil wir eine Wasserstrahlschneidanlage haben. Zu 99 Prozent ist eine Bombe zu entschärfen. Aber es kann immer vorkommen, dass es nicht so funktioniert, wie wir es wollen. Dann kommt die Wasserstrahlschneidanlage zum Einsatz. Damit wird der Zünder herausgeschnitten.

Und dann wird die Bombe abtransportiert? Was passiert mit ihr?

Die Bombe wird dann abtransportiert und in ein Zwischenlager gefahren. Wenn wir dann eine gewisse Kapazität zusammenhaben, werden die Kampfmittel zu einem Zerlegebetrieb in einem anderen Bundesland gefahren und dort vernichtet.

Ihre Frau wird wohl jeden Morgen Bauchschmerzen haben, wenn irgendwo wieder ein Bombenfund war, zu dem Sie gerufen werden. Wie ist das für Sie?

Ich habe mir den Beruf ja ausgesucht. Es ist ja ein sehr interessanter Beruf. Er fordert den ganzen Menschen. Wir geben uns Mühe. Und die Familie lebt damit, weil sie es nicht anders kennt.

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