Geldsegen: Minister Peter Beuth (Dritter von rechts) hatte einen großzügigen Scheck für Ob Kaminsky (Zweiter von rechts) im Gepäck. Mit dem Geld wird die Sanierung des Lindenaubades vom Land unterstützt. Foto: Rainer Habermann

Hanau

Innenminister Beuth übergibt Förderbescheid fürs Lindenaubad

Hanau. Ein Geldsegen aus Wiesbaden ist gestern durchs Lindenaubad in Großauheim gerauscht. Das Land Hessen fördert die geplante Sanierung des Hallenbades im Rahmen seines sogenannten Schwimmbad-Investitionsprogramms („SWIM“) mit einer Million Euro.

Von Rainer HabermannHessens Innen- und Sportminister Peter Beuth (CDU) überreichte einen symbolischen Scheck über diese Summe an Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Damit betragen die geschätzten Gesamtkosten für die Sanierungsmaßnahmen an den Beckenköpfen, der Badplatte, den Fliesen, den Umgängen und der Gebäudetechnik, die im November des kommenden Jahres beginnen sollen und sich bis zum April des Jahres 2022 ziehen werden, noch rund 3,05 Millionen Euro für den Steuersäckel des Kämmerers.

Die Landesförderung im Rahmen des SWIM umfasst allerdings ausschließlich dieses Teilprojekt. Duschen und Umkleiden sind ebenfalls über 20 Jahre alt, sie sollen ebenso erneuert werden. Kaminsky, Bürgermeister Axel Weiss-Thiel und der Wiesbadener Architekt Matthias Marhöfer, der den Planungsauftrag hat, schätzen die Gesamtkosten auf 5,76 Millionen Euro.

In der Sommersaison 2021 wird das Lindenau-Freibad nicht für Schwimmer und Freiluftfans zur Verfügungstehen, obwohl am Freibad aktuell keine Maßnahmen geplant sind. Doch von der grundhaften Sanierung der Gebäudetechnik ist auch das gesamte Wasseraufbereitungssystem betroffen. „Das meiste Geld verschwindet im Keller“, prägte Marhöfer ein Bild, das sich die Aufsichtsratsmitglieder der Hanau Bäder GmbH mit ihrem Geschäftsführer Uwe Weier – und auch mit Beuth – vorher plastisch, während einer Technik-Begehung, vor Augen führen konnten.

Dringender Sanierungsbedarf

Denn blickt man auf das Bad, wie es die Badegäste sehen, vermutet man nicht sogleich, dass hier dringender Sanierungsbedarf herrscht. Sieht man aber die Abplatzungen, Undichtigkeiten und andere Schäden an der Betonkonstruktion – sie stammt wie auch die Technik aus dem Jahr 1974 und wurde lediglich im Bereich der technischen Ausrüstung 1997 renoviert – so wird dieser Bedarf verständlich. Optisch wird sich indessen auch das Hallenbad innen verwandeln.

„Wir haben uns gemeinsam mit Hanau Bäder ein Design überlegt, welches das Motiv 'Nordsee' in den Mittelpunkt rücken soll“, erklärt Marhöfer. „Ein Stück Nordsee-Feeling: Das ist gerade angesichts des Klimawandels und der vielfachen Vermeidung von Flugreisen eine Top-Sache.“ Dies soll sich auch in der Wandgestaltung niederschlagen. Neue Sprunganlagen und ein neuer Kinderbereich sollen mit dieser Themen-Idee korrespondieren.

Hessens Landesinvestitionsprogramm SWIM, aus dem die Million an Förderung für Hanau stammt, umfasst insgesamt ein Volumen von 50 Millionen Euro für fünf Jahre. Jährlich stehen also zehn Millionen Euro zur Verfügung. „Zehn Prozent davon gehen jetzt direkt in die Brüder-Grimm-Stadt“, rekapitulierte Beuth.Die Zeichen der Zeit seien klar erkannt, nicht zuletzt auch dank der DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft).

Ohne Schwimmbad kein Schwimmunterricht

Die werde angesichts zahlloser Badeunfälle nicht müde, darauf hinzuweisen, dass heute viel zu wenig Kinder das Schwimmen erlernten, meinte der Hanauer OB. „Aber ohne Schwimmbäder auch kein Schwimmunterricht“, hielten Kaminsky und Beuth Skeptikern entgegen, die die Investition in Bäder als „Geldverschwendung“ ansähen.

„Wenn man bedenkt, dass wir künftig vielleicht über 1000 Kinder in Geburtsjahrgängen haben werden, statt knapp 900 wie bisher, dann sind die geplanten Investitionen der Hanau Bäder GmbH in die Bad-Infrastruktur beider städtischen Einrichtungen von rund zwölf Millionen Euro in den kommenden Jahren sicher sinnvoll“, ergänzte der Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Weiss-Thiel. Der Aufsichtsrat hatte im September die Investitionen genehmigt.

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