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Initiative hat ihr Ziel erreicht: Waldorfschule startet in Hanau

  • David Scheck
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Der Betrieb der Waldorfschule in Hanau kann zum Schuljahr 2020/2021 aufgenommen werden. Mit einer ungewöhnlichen räumlichen Lösung

  • Die Gründungsinitiative einer Waldorfschule hat ihr Ziel erreicht
  • Der Schulbetrieb kann zum Schuljahr 2020/2021 aufgenommen werden
  • Auch für das Gebäude konnte eine Lösung gefunden werden

Für das Konzept fanden sich schnell interessierte Eltern, die Stadt Hanau signalisierte unter anderem mit einer Bürgschaft ihre Unterstützung, und auch geeignete Lehrer hatte die Gründungsinitiative für eine freie Waldorfschule in Hanau bereits länger an der Hand. Was noch fehlte, war die Zustimmung des Staatlichen Schulamtes. Doch die liegt wie berichtet seit einigen Tagen nun vor. Damit kann die Initiative ihren Traum wahr machen und den Betrieb zum kommenden Schuljahr 2020/2021 aufnehmen. Elf Monate „bangen, hoffen, nacharbeiten und verhandeln“ lägen hinter den Initiatoren, schreibt Dr. Gundula Pfältzer von der Gründungsinitiative. 

Und die Corona-Krise gestaltete die Planungen noch mal etwas zäher, so Pfältzer im Gespräch mit unserer Zeitung. Knackpunkt war die Suche nach einem passenden Standort beziehungsweise einem geeigneten Gebäude, in dem Schulbetrieb stattfinden kann. Gemeinsam mit einem Architekten hielt die Gründungsinitiative im Stadtgebiet Ausschau, wurde aber lange Zeit nicht fündig. 

Doppellösung für das Gebäude kam in Kooperation mit der Stadt Hanau zu Stande

Dass nun eine Doppellösung – zunächst die Unterbringung an einem Übergangsstandort, dann der Einzug in einen eigenen Neubau – zustande kam, ist der Kooperation mit der Stadt zu verdanken. Diese stellte der Waldorfschule nicht mehr genutzte Räume in einem Gebäude der Tümpelgartenschule am Akazienweg zur Verfügung. Vier Klassenräume inklusive der zugehörigen Infrastruktur habe man zugesagt bekommen, schreibt die Initiative auf ihrer Internetseite. Dort soll es am 17. August, dem Montag nach Ende der Sommerferien, mit einer ersten sowie einer dritten Klasse losgehen – natürlich immer vorausgesetzt, die Corona-Situation lässt einen regulären Schulbetrieb zu. 

Die erste Klasse sei mit rund 25 Schülern quasi voll, in der dritten Klasse gebe es noch freie Plätze. Der Großteil der Schüler komme aus Hanau, es hätten aber auch Eltern aus Maintal, Gründau oder Seligenstadt ihre Kinder angemeldet. Die Räume in der Tümpelgartenschule sollen nur eine Zwischenlösung sein. Bereits zum darauffolgenden Schuljahr 2021/2022 wollen die Gründer mit ihrer Schule in ein eigenes Gebäude umziehen. Diesbezüglich stehe man nach wie vor, wie schon im vorigen Jahr gegenüber unserer Zeitung mitgeteilt, in Verhandlungen mit einem privaten Grundstücksbesitzer. Da der Vertrag allerdings noch nicht unterschrieben ist, will Pfältzer nicht sagen, wo genau sich dieses Grundstück befindet. Klar ist nur, es liegt im Hanauer Stadtgebiet. 

Bis November muss alles unter Dach und Fach gebracht worden sein

Um den rechtzeitigen Start im August 2021 von der Bauzeit her möglich zu machen, müsste die Initiative bis November vertraglich alles unter Dach und Fach haben, um dass den Bauantrag einreichen zu können. Der Neubau wird dann mit dem Architekten realisiert, mit dem die Initiative seit Längerem zusammenarbeitet. Der Mietvertrag mit der Stadt Hanau über das Gebäude der Tümpelgartenschule läuft laut Pfältzer nur über das kommende Schuljahr. Doch sie glaubt nicht, sollte sich der Neubau aus welchen Gründen auch immer verzögern, dass sich die Stadt wegen einer Verlängerung des Mietverhältnisses querstellen würde: „Ich glaube nicht, dass sie uns rausschmeißen werden.“ 

Der geeignete Standort war aber nicht das einzige für das Schulamt relevante Kriterium bei der Zulassung: Die Lehrer müssen ein adäquates pädagogisches Studium nachweisen, erst dann gibt es grünes Licht. Jeder Lehrer muss vom Schulamt genehmigt werden. Mit sieben Lehrkräften wird die Waldorfschule ins neue Schuljahr gehen. Weil man den Eltern die Möglichkeit geben will, sich untereinander kennenzulernen, wird es einen Infoabend geben – selbstredend mit den bekannten Abstands- und Hygieneregeln. Auch eine Einweihungsfeier im August sei geplant, sagt Pfältzer, in der Hoffnung, dass diese auch wird stattfinden können.

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