In die Jahre gekommen: Vor 43 Jahren wurde die Rollsporthalle des 1. Hanauer Roll- und Eissportclubs gebaut und muss im Inneren dringend saniert werden. Foto: Thomas Seifert

Hanau

HREC will seine Halle mit Hilfe von Crowdfunding sanieren

Hanau. Der 1924 gegründete Traditionsverein 1. Hanauer Roll- und Eissportclub (HREC) besitzt eine der größten Hallen in Deutschland, die in der Vergangenheit schon oft Schauplatz großer Sportereignisse war. Nun muss sie saniert werden. Doch hierzu fehlt es an Geld. Hierzu wird nun eine Crowdfunding-Kampagne gestartet.

Von Thomas Seifert

Die 43 Jahre alte Halle im Musikerviertel ist mittlerweile etwas in die Jahre gekommen. Das größte Sorgenkind des neu formierten Vorstands des HREC ist das Hallendach, das zwar 2009 mit großem Aufwand saniert worden ist, aber wohl nicht sachgemäß. Schon bald nach Abschluss der Arbeiten drang wieder Wasser ein, was für die Rollschuhläufer nicht nur eine permanente Verletzungsgefahr auf der dadurch rutschigen Bahn darstellt, sondern auch die teuren Rollschuhe ruiniert.

„Es wurde festgestellt, dass bei der Sanierung zu kurze Schrauben verwendet worden sind, die beim Eindrehen Schäden verursacht und das Dach undicht gemacht haben. Fatal ist, dass es aus jener Zeit keine Unterlagen mehr gibt und ein Regress wegen des Zeitabstands auch nicht mehr möglich ist“, berichtet Jugendleiterin Nina Neuburger beim Besuch des HANAUER ANZEIGER vor Ort. „Die Ausbesserung des Dachs wurde auf rund 80 000 Euro veranschlagt, eine Summe, die der Verein mit seinen etwa 300 Mitgliedern derzeit nicht aufbringen kann. Es sollten drei Bauabschnitte gemacht werden und die Stadt hatte zugesagt, pro Abschnitt 5000 Euro beizusteuern. Aber das reicht natürlich nicht. Deshalb wurde dieses Projekt schweren Herzens erst einmal hintenangestellt“, so Neuburger.

Räume seien leider kein Aushängeschild

Allerdings zeigen sich auch die Umkleide- und Sanitärräume sowie der Gymnastikraum in der Halle für die 100 Aktiven des HREC in einem sehr verbesserungswürdigen Zustand. „Vor ungefähr 20 Jahren wurde dort das letzte Mal gestrichen“, erinnert sich Natalie Wiedemann-Heinz, Trainerin und in ihrer aktiven Zeit eine Weltklasse-Rollkunstläuferin. Man kann das unschwer an der Farbe erkennen, dieses Grün war in jener Zeit modern. Aber auch daran, dass Putz abgebröckelt, Farbe sich in Placken von der Wand löst, völlig veraltete Neonröhren an der Decke hängen und sich im Gymnastikraum die Verankerungen der Handläufe in der Wand teilweise gelöst haben. „Diese Räume, die auch von Gästesportlern benutzt werden, sind alles andere als ein Aushängeschild für den HREC“, stellt Neuburger mit Nachdruck fest.

Es soll deshalb Abhilfe geschaffen werden. Ein Team von fünf Müttern hat die rührige Jugendleiterin beisammen, die sich um die Wände kümmern wollen. „Verputzen, spachteln, abkleben, streichen – das bekommen wir gut hin. Dafür werden wir wohl eine Woche bei sechs Stunden Arbeit am Tag benötigen. Und wir haben auch handwerklich geschickte Väter, die sich schon bereit erklärt haben, sich um die Elektrik und die Handläufe zu kümmern. Bei dieser Sanierung wollen wir LED-Lampen und Bewegungsmelder einbauen, denn oftmals vergessen die Kinder, das Licht auszumachen. Damit können wir dann die Stromkosten reduzieren“, listet Neuburger die Arbeiten auf, die auf der Agenda stehen.

Material würde um die 2500 Euro kosten

„Wir haben ausgerechnet, dass uns das Material rund 2500 Euro kosten würde. Durch Kaffee- und Kuchenverkauf bei Veranstaltungen haben wir 180 Euro eingenommen, ein Tropfen auf den heißen Stein“, stellt Neuburger fest. Und Zuschüsse gibt es für solche Renovierungsmaßnahmen keine. Deshalb hat eine Freundin sie auf die Idee gebracht, eine Crowdfunding-Kampagne zu starten, also im Internet auf einer Plattform Geld für das Projekt zu sammeln. „Allerdings ist die Resonanz dort, weil viel zu wenig Leute von dieser Kampagne bisher erfahren haben, gering, keine 100 Euro sind bislang dort eingegangen“, ist die Jugendleiterin etwas enttäuscht.

Die Farbe bröckelt: Jugendleiterin Nina Neuburger veranschaulicht den Zustand der Umkleideräume. Foto: Thomas Seifert

Aufgeben gilt aber nicht und so kam Neuburger die Idee, über die Mitglieder hinaus auf die räumliche Misere beim HREC hinzuweisen und darauf zu hoffen, „dass es vielleicht ein Paar Bürger gibt, die ein Herz für unser Anliegen haben und etwas Geld spenden. Es geht ja darum, vor allem den Kindern sichere und auch optisch ansprechende Räume für die Zeit vor, während und nach dem Training oder einfach für das gemeinsame Zusammensein zur Verfügung stellen zu können“, betont Neuburger. Denn es lohne sich für alle, den Kindern und Jugendlichen ordentliche Sportmöglichkeiten zu bieten. Und nach dreijähriger Pause soll es in diesem Jahr auch wieder mit „Peterchens Mondfahrt“ eine Märchenaufführung geben, wo an zwei Wochenenden Hunderte von Besuchern die Rollsporthalle bevölkern: „Spätestens bis dahin sollten die Räume saniert sein“, findet die Jugendleiterin.

Infos für SpenderWer den HREC bei der Sanierung der Umkleide-, Sanitär- und Gymnastikräume mit Geldspenden finanziell unterstützen will, kann das auf der Internetseite gofundme.com/rollkunstlauf-oder tun.

Das könnte Sie auch interessieren