Screenshots zeigen auf der Homepage den „ear2ear“-Bluetooth-Kopfhörer mit den magnetischen Applikationen und dem Knopf im Ohr.

Hanau

Holaner entwickeln mit Schülern aus vier Ländern eigenes Produkt

Hanau. Über zwei Jahre lang haben Schüler von fünf Schulen in fünf europäischen Ländern ein gemeinsames Produkt entwickelt, Marktanalysen betrieben, ein Marketingkonzept entworfen, das Produkt designt, eine Homepage gestaltet und einen Werbefilm gedreht. Das Ergebnis wurde jetzt an der Hohen Landesschule (Hola) präsentiert.

Von Thomas Seifert

„ear2ear“ heißt das Produkt, das Schüler aus Hanau, Nîmes (Frankreich), Danzig (Polen), Viseu (Portugal) und Valencia (Spanien) in unterschiedlicher personeller Besetzung umgesetzt haben. Das länderübergreifende Konzept ist beim europäischen Bildungsprogramm „Erasmus+“ angesiedelt und heißt „Young Europeans dealing with product creation, design and marketing“, es wird ausschließlich Englisch gesprochen. Wobei sich die Schüler bei ihren fünf Treffen an allen fünf Schulstandorten die wichtigsten Wörter in der jeweiligen Landessprache beigebracht haben, berichtete Jutta Merkelbach-Weis, die seit 1999 die Erasmusprojekte an der Hola betreut.

Janis von Collas (18) und Jakob Grzesik (17) sind zwei Holaner, die in das Projekt von Beginn an involviert waren. Der Ältere war bei Treffen in Valencia, Nîmes und Danzig dabei, der Jüngere hat die Reise nach Spanien mitgemacht. „Zu Beginn konnte jede Schule verschiedene Produktvorschläge machen. Die wurden auf ihre Originalität und Vermarktungsfähigkeit geprüft. Dann wurde abgestimmt, und die Mehrheit entschied sich für einen In-Ear-Bluetooth-Kopfhörer, den man mit magnetischen Applikationen individualisieren kann“, berichtet Janis von Collas von der Auftaktveranstaltung in Nîmes im Jahr 2016.

Experten ins Boot geholtAnschließend wurden verschiedene Arbeitsgruppen gebildet, angelehnt an die Schwerpunkte der Schulen, die sich um Design, Marktanalyse, Marketing, Prototypenentwicklung, Dekorentwürfe, Homepage, Onlineshop und Werbefilm kümmerten. Bei den nachfolgenden Treffen von jeweils fünf Schülern einer Lehranstalt wurden die Ergebnisse vorgestellt, die weiteren Schritte koordiniert und der Entwicklungsfortschritt und -stand dokumentiert, beschrieb Jutta Merkelbach-Weis das Vorgehen.

„Nach und nach wurde aus der Idee ein richtiges Produkt. Dazu wurden auch externe Experten ins Boot geholt, die uns viele wertvolle Typs gegeben und uns den einen oder anderen Trick verraten haben“, so Jakob Grzesik.

Zurück an der Heimatschule waren dann weitere Schüler an den Arbeiten beteiligt, die zum Beispiel der Hola zugewiesen waren. In Hanau wurden unter anderem der Werbefilm mit Hilfe von Robert Kohlmeyer von Rokomedia aus Schöneck-Kilianstädten gedreht und die Homepage entwickelt. Dazu besuchten die Schüler das Museum für Angewandte Kunst und das Filmmuseum in Frankfurt und schauten in der Zeichenakademie vorbei.

Auch Freizeitunternehmungen eingeplantDie letzte Projektwoche in Hanau war aber nicht nur mit Arbeit ausgefüllt, die Gastschüler aus Polen, Frankreich, Portugal und Spanien hatten auch genügend Gelegenheit zum Kennenlernen der Stadt, zu Ausflügen und gemeinsamen Freizeitunternehmungen. „Während der gesamten Projektzeit sind die Whatsapp-Gruppen immer heiß gelaufen“, weiß Jutta Merkelbach-Weis von reger Kommunikation der jungen Europäer untereinander. „Gerade in Zeiten, wo politisch der europäische Gedanke in manchen Ländern in den Hintergrund rückt, sind solche Projekte besonders wichtig“, bemerkte Schulleiterin Sabine Schaetzke, die im Philipp-Ludwig-Forum der Hola die Abschlusspräsentation verfolgte.

„Ich bin sehr beeindruckt, was letztlich hier herausgekommen ist. Ein Produkt, das es in dieser Art noch nicht gibt, das innovativ ist, ein sehr ansprechendes Design hat und durch die Möglichkeit der Individualisierung sicher Chancen auf dem Markt hätte. Jetzt müssten wir nur noch einen Hersteller und Vermarkter finden“, lobte die Hola-Schulleiterin das Ergebnis des Erasmus+-Projekts.

Auch Jutta Merkelbach-Weis war mit der Abschlusswoche sehr zufrieden, die nicht nur in der Präsentation mit Werbeclips, Werbefilm und einer Projektzusammenfassung gipfelte. Denn die Schüler hatten sich noch etwas ganz Besonderes zum Abschluss ausgedacht: Jede Schule trug mit landestypischen „europäischen Tapas“ zu einem umfangreichen Büfett bei, das die Vielfalt der europäischen Küche widerspiegelte.

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