Spaß am Experimentieren haben die Preisträger Johann Heß, Lennart Koch, Lea Brodt und Erik Müller (Zweiter bis Vierter von links), aber auch Studiendirektor Helge Messner (rechts), Chemielehrer Martin Rothweil und Fachbereichsleiterin Dagmar Schönfeld.   Foto: Reinhold Schlitt

Hanau

Hola-Schüler räumen bei Chemie-Wettbewerb ab

Hanau. Ganz vorn dabei: Schüler der Hohen Landesschule (Hola) haben erneut gute und beste Platzierungen im landesweiten Wettbewerb „Chemie – mach mit!“ belegt. Die 17-jährige Schülerin Lea Brodt belegte im dritten Lernjahr (höchste Altersklasse des Wettbewerbs) einen von zwei ersten Plätzen.

Von Reinhold Schlitt

Die jeweils zwölf Jahre alten Schüler Erik Müller, Lennart Koch und Johann Heß konnten in der Runde der „Frühstarter“ zusammen einen dritten Platz belegen.

650 Schüler nahmen in Hessen teil

Die Auszeichnungen wurden kürzlich in der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universität Frankfurt überreicht. Hessenweit wurden insgesamt etwa 650 Wettbewerbsarbeiten eingereicht, ausgezeichnet wurden 73 Teilnehmer.„Bei den Themen ging es darum, chemischen Vorgängen des Alltags mit häuslichen Mitteln nachzuspüren“, erläutert Martin Rothweil, Chemielehrer an der Hola, der einige der Hanauer Wettbewerbsteilnehmer betreute.

Für Lea Brodt ging es dabei um Reaktionen des Metalls Kupfer mit anderen Stoffen – nicht nur theoretisch, sondern ausprobiert an Alltagsgegenständen wie Kupferdrähten aus Elektroleitungen, die mit haushaltsüblichen Substanzen wie Essig reagieren. Daraus folgt beispielsweise, dass man Kaffeemaschinen, sofern in ihnen Kupferleitungen verbaut sind, tunlichst nicht mit Essig entkalken oder reinigen sollte.

Experimente müssen auch schriftlich dargestellt werden

Auch gab es die Erkenntnis, dass der sogenannte Grünspan auf Kupferdächern von Kirchen oder Burgen keinesfalls giftig sein muss, sondern als Kupferpatina durchgeht. Lea überzeugte die Jury mit einer starken Einzelleistung, einschließlich der schriftlichen Darstellung ihrer Experimente. Für die jüngeren Schüler ging es in diesem Jahr um „Zauberhafte Farben“ und dabei um alltagsorientierte Experimente beim physikalisch-chemischen Auftrennen von Farbsubstanzen.

Dass sich Erkenntnisgewinn und Spaß nicht ausschließen müssen, ist für sie unisono eine Erfahrung, die sie motiviert, an solche Aufgabenstellungen heranzugehen und dabei auch einen Teil ihrer Freizeit zu investieren. Die Durchführung der Experimente im Rahmen des Wettbewerbs fand immerhin außerhalb der regulären Unterrichtszeiten statt.

Hola wurde schon 2018 ausgezeichnet

Im vergangenen Jahr erhielt die Hola – damals stand sie noch unter der Leitung der ins Staatliche Schulamt gewechselten Oberstudiendirektorin Sabine Schaetzke – einen von vier landesweiten Schulpreisen des Wettbewerbs „Chemie – mach mit!“. Ausgezeichnet wurden damit mehrfache erfolgreiche Platzierungen von Schülerinnen und Schülern und das wettbewerbsunterstützende Engagement der Schule.

So beteiligte sich Lea Brodt in diesem Jahr bereits zum dritten Mal erfolgreich an diesem Wettbewerb. Auch zwei der Siebtklässler unter den jetzt Ausgezeichneten haben bereits in den Vorjahren vordere Wettbewerbsplätze belegt – und das, obwohl Chemie noch gar nicht auf ihrem Stundenplan steht und die Teilnahme an dem Wettbewerb freiwillig ist

Schule legt Wert auf Wettbewerbe

„Das Wettbewerbsengagement hat an unserer Schule schon Tradition“, berichtet Chemielehrer Rothweil und verweist zugleich auf „Jugend forscht“, einen weiteren Wettbewerb, an dem sie seit vielen Jahren teilnimmt und es immer wieder schafft, Schülerinnen und Schüler zum Mitmachen zu begeistern. Der Pädagoge sieht in diesen Aktivitäten nicht nur das Mehr an Arbeit für ihn und andere beteiligte Lehrkräfte, sondern konstatiert: „Unsere Aktivität kommt an anderer Stelle wieder zurück, auch durch die Freude und Motivation bei Schülerinnen und Schülern im Unterricht.“

Studiendirektor Helge Messner, derzeit stellvertretender Schulleiter der Hola, ist sich sicher: „Eine moderne Schule muss ihren Schülerinnen und Schülern auch etwas bieten, was orientierende Motivation hervorruft und sie frühzeitig an Interessen bindet. Über Schüler zu schimpfen, weil sie zu oft und zu lange an ihren Smartphones hängen oder zu wenig Interesse am Unterricht zeigen, reicht nicht. Man muss ihnen etwas anbieten und versuchen, Begeisterung dafür zu wecken.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema