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Hochwasser in der Region: Fallende Pegel an Nidda und Kinzig – Lage bleibt aber angespannt

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Das Hochwasser an der Nidda und der Kinzig ist auf dem Rückzug. In Bad Vilbel und andernorts werden allerdings noch erhöhte Pegel gemeldet. Der News-Ticker.

  • Das Hochwasser in Hessen ist offenbar auf dem Rückzug, Schneefall statt Regen lässt die Pegelstände sinken.
  • Die Pegel an Kinzig, Nidda und Nidder fallen an vielen Messständen, erhöhte Werte gibt es aber weiterhin.
  • In Langenselbold baut die Feuerwehr Schutzkonstruktionen wieder ab.

Update vom Montag, 08.02.2021, 12.30 Uhr: Weil über das Wochenende Niederschläge vielerorts als Schnee statt als Regen niedergegangen sind, entschärft sich die Hochwasserlage in Hessen langsam. Das Hochwasserportal des Landes meldet am Montag (08.02.2021) erhöhte Messtände an insgesamt elf Orten im Landesinneren, dazu an drei Messpunkten am Rhein.

Erhöhte Pegelstände in Bad Vilbel* im Wetteraukreis haben am Wochenende unter anderem der Feuerwehr zu schaffen gemacht. Dort überschwemmte die Nidda unter anderem einen Fußballplatz, außerdem drohte die neue Stadthalle wegen hohen Grundwasserdrucks Schaden zu nehmen. Das Regierungspräsidium Darmstadt meldet am Montag (08.02.2021) einen Wasserstand von 324 Zentimetern in Bad Vilbel, damit liegt dieser über der Meldestufe 1. Er sei aber in der Tendenz leicht fallend.

Ortswechsel per Kanu: In Hessen trat mancherorts auch die Nidder über die Ufer, wie hier nahe Oberau in Altenstadt im Wetteraukreis.

Hochwasser in Hessen: Situation an der Nidda enstpannt sich langsam

Die Situation an den Zuflüssen der Nidda deutet ebenfalls nicht auf eine erneute Verschärfung der Lage hin: In Eichelsachsen in Schotten im Vogelsbergkreis fällt der Pegel des Eichelbachs. Und in Unter-Schmitten im Ort Nidda im Wetteraukreis, wo die Ulfa in die Nidda mündet, ist die Pegeltendenz laut Hochwassermeldung zwar gleichbleibend, liegt mit 112 Zentimetern aber deutlich unter dem Mindestwert für Meldestufe 1 von 200 Zentimetern. Auch die Wetter, die unter anderem durch Bruchenbrücken fließt, liegt unter dem Grenzwert.

Der Wasserstand der Kinzig fällt offenbar, zumindest ist die Feuerwehr in Langenselbold im Main-Kinzig-Kreis derzeit mit dem Rückbau errichteter Schutzvorrichtungen wie Schutzschläuchen und -tonnen beschäftigt, wie sie auf Anfrage mitteilt. Zwar können Schneeschmelze und versiegelter Boden mittelfristig wieder für Überschwemmungen sorgen, vorerst werde man die Schutzmaßnahmen allerdings zurückbauen – unter anderem, weil diese zum Teil den Autoverkehr einschränken. Auch das Hochwasserportal Hessen meldet am Montag (08.02.2021), dass Pegel zwar vereinzelt noch erhöht seien, in der Tendenz aber fallen würden.

Die Nidder führt laut Meldung des Regierungspräsidiums Darmstadt in Windecken in Nidderau im Main-Kinzig-Kreis so viel Wasser, dass der Grenzwert für Meldestufe 2 überschritten wird. Die Tendenz hier: leicht fallend. Weiter nördlich in Richtung Quelle wird dagegen ein unauffälliger Pegel gemeldet: 179 Zentimeter beträgt der Wasserstand in Glauberg, einem Ortsteil der Gemeinde Glauburg im Wetteraukreis.

Vandalen zerstören Hochwasserschutz der Feuerwehr – Lage an Kinzig bleibt angespannt

Update vom Sonntag, 07.02.2021, 12.48 Uhr: Der weiter anhaltende Regen in Hessen hält die Anwohner an Kinzig, Nidda und Nidder in Sachen Hochwasser weiter in Atem. Wie das Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) am Sonntag (07.02.2021) mitteilt, komme es durch die Niederschläge zu einer dritten Welle oder zu einem verzögerten Abfluss der zweiten Welle, von der hauptsächlich die Kinzig und Nidda sowie die Fulda betroffen seien.

Im Kinzig-Gebiet sind aktuell 3 Pegel in der Meldestufe I. Der Pegel in Hanau liegt am Sonntag (07.02.2021) bei 3,48 Metern und soll laut Prognosen in den kommenden Tagen weiter sinken. Der Scheitel wird laut HLNUG in Gelnhausen in der kommenden Nacht erwartet. Im Nidda-Gebiet befindet sich momentan der Pegel in Bad Vilbel weiterhin in der Meldestufe II, zwei weitere Pegel in der Meldestufe I. In Bad Vilbel wird der Scheitel voraussichtlich am Sonntagnachmittag noch unter der Meldestufe II erwartet.

Das Hochwasser der Kinzig hält die Anwohner weiter in Atem.

Hochwasser: Unbekannt zerstören in Langenselbold Schutzmaßnahmen

Für großen Ärger haben dagegen unbekannte Vandalen in Langenselbold an der Kinzig gesorgt. „In einer vom Hochwasser geprägten Woche waren wir stolz, erschöpft, fleißig, dankbar und vieles mehr. Jetzt sind wir aber vor allem eines, nämlich sauer“, schreibt die Feuerwehr Langenselbold auf ihrer Facebook-Seite. Am Mittwoch (03.02.2021) habe man einen Doppelkammerschlauch entlang des Festplatzes verlegt, um die Bevölkerung vor den Wassermassen zu schützen. Wie die Feuerwehr schreibt, sei dieser Schlauch am Samstag (07.02.2021) an mehreren Stellen von Unbekannten beschädigt worden.

„Wie Anwohner vor Ort berichteten, soll gegen 20 Uhr ein Pkw durch den gesperrten Brühlweg über den Schlauch gefahren sein und diesen zum Platzen gebracht haben. Parallel dazu wurde der Schlauch zum Schutz vor dem Hochwasser jedoch im Bereich der Gründauhalle mutmaßlich mit einem Messer zerstochen“, schreibt die Feuerwehr Langenselbold. Während der Schaden durch den Pkw noch repariert worden sei, ließ sich der Schlauch nach der weiteren Tat nicht mehr flicken. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung.

Main-Kinzig-Kreis: Hochwasser-Lage an Kinzig und Nidda beruhigt

Update vom Freitag, 05.02.2021, 11.30 Uhr: Laut dem Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hat sich die Lage im Mainz-Kinzig-Kreis am Donnerstag insgesamt beruhigt, da es kaum weitere Niederschläge gab. Aber: In Hanau steigt der Wasserstand der Kinzig weiterhin und wird voraussichtlich am morgigen Samstag sein Maximum erreichen. Kurzzeitig wird sogar die Meldestufe II überschritten. Es könnte zu Verkehrsbehinderungen kommen. Mit starken Überschwemmungen sei aber eher nicht zu rechnen, da die Pegel der Flüsse in der Region laut HLNUG voraussichtlich nicht mehr so hoch steigen werden wie bisher.

Wie die Feuerwehr Langenselbold im Main-Kinzig-Kreis berichtet, verlief das Hochwasser in der Ortschaft bisher relativ glimpflich. Die Gründau trat nicht über die Ufer. Derzeit sinkt der Wasserstand des Flusses. Da aber für das Wochenende aufgrund von Starkregen und Schmelzwasser eine weitere Hochwasserwelle erwartet wird, bleiben die Vorkehrungen der Feuerwehr bestehen. Zu den Schutzmaßnahmen gehören sogenannte „Frankfurter Tonnen“, die mit Wasser gefüllt und dann mit Sandsäcken stabilisiert werden. Der Brühlweg in Langenselbold bleibt gesperrt. Insgesamt sei die Feuerwehr zwischen Mittwoch und Donnerstag über 25 Stunden fast ununterbrochen im Einsatz gewesen.

Main-Kinzig-Kreis: Die Feuerwehr setzt als Schutzmaßnahme gegen die Hochwasserwelle auf „Frankfurter Tonnen“.

Main-Kinzig-Kreis: Neue Hochwasserwelle droht – Pegel könnten weiter steigen

+++ 15.15 Uhr: In Hanau liegt der Pegel weiterhin über der Meldestufe I, steigt aber nicht mehr stark an. Laut dem Deutschen Wetterdienst werden aber am Freitag und Samstag neue Niederschläge erwartet. Diese könnten zu einer weiteren Hochwasserwelle führen. Besonders betroffen davon wären tendenziell weiterhin die Flussgebiete der Fulda, der Werra, der Kinzig und der Nidda. In Hanau könnte der Wasserstand laut Daten des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie am Wochenende die Marke von 3,5 Metern überschreiten und damit die Meldestufe II auslösen.

Hochwasser-Alarm in Hanau: Oberbürgermeister Claus Kaminsky appelliert an die Bevölkerung

+++ 10.20 Uhr: Auch in Hanau rüstet sich die Stadt vor dem Hochwasser. Am Donnerstag lag der Pegel der Kinzig an der Messstelle in Hanau bei 3,32 Metern noch unter der Meldestufe II. Dass diese im Laufe der kommenden Stunden überschritten wird, könne laut einer Mitteilung der Stadt Hanau „an vielen Pegeln nicht ausgeschlossen werden“. Erste Maßnahmen wie das Schließen von Hochwasserschranken seien bereits veranlasst worden. Auch Sandsack-Vorräte habe man bereits angelegt, wie die Stadt Hanau berichtet. Der Main-Pegel liegt an der Messstation Krotzenburg bei 2,75 Metern noch deutlich unter der Meldestufe I (3,50 Metern).

Bei der täglichen Lagebesprechung in der Hauptfeuerwache in Hanau hat sich am Mittwoch (03.02.2021) auch Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky über die Prognosen und Schutzmaßnahmen erkundigt. Ihm sei besonders wichtig, dass trotz aller computerbasierten Berechnungen am Ende „der menschliche Sachverstand das letzte Wort hat“ bei der Bewältigung des Hochwassers hat. Zudem rief Kaminsky die Bewohner entlang von Main und Kinzig auf, ihre Grundstücke zu sichern und Rückschlagventile zu prüfen, damit Wasser nicht ungehindert ins Haus eindringen kann. Auch gelte nach wie vor seine Entscheidung, dass die Baumärkte und Baustoffhandel trotz der Corona-Verbote den Bedarf an Hochwasser-Schutz auch an Privatpersonen verkaufen dürften.

Hochwasser in Hanau: Die Kinzing tritt nach wie vor über die Ufer.

Neue Hochwasserwarnung für den Main-Kinzig-Kreis – Feuerwehr bereitet sich vor

Update vom Donnerstag, 04.02.2021, 8.11 Uhr: Die Hochwasserlage im Main-Kinzig-Kreis bleibt weiterhin angespannt. In Langenselbold bereitet sich die Feuerwehr auf die nächste Welle vor. Die Einsatzkräfte haben daher am späten Abend den Marktplatz mit einem speziellen Hochwassersystem abgeriegelt. Das Regierungspräsidium Darmstadt hatte bereits am Mittwoch (03.02.2021) eine erneute Hochwasserwarnung für den Main-Kinzig-Kreis herausgegeben. Demnach seien insbesondere die Kinzig und die Salz gefährdet, über die Ufer zu treten.

Neue Hochwasserwarnung für den Main-Kinzig-Kreis

Update vom Mittwoch, 03.02.2021, 10.17 Uhr: Das Regierungspräsidium Darmstadt hat eine Hochwasserwarnung für den Main-Kinzig-Kreis ausgegeben. Insbesondere die Kinzig und die Salz drohen demnach, über ihre Ufer zu treten. Da im gesamten Tagesverlauf Regen zu erwarten ist und die Böden bereits mit Wasser vollgesogen sind, sei die Gefahr groß, dass bei beiden Flüssen die Meldestufe 1 erreicht würde. In Weilers könnte an der Kinzig auch Meldestufe 2 erreicht werden.

Die Feuerwehr in Langenselbold bereitet sich auf eine weitere Hochwasser-Welle vor.

An der Nidder ist die Lage in Sachen Hochwasser weiterhin angespannt. An der Messstelle Windecken liegt die Meldestufe am Mittwoch (03.02.2021) bei 2. Zwar ist die Tendenz im Tagesverlauf fallend, durch starke Niederschläge kann sich dieser Trend aber wieder umkehren. Auch im weiteren Verlauf der Woche ist laut Regierungspräsidium im Main-Kinzig-Kreis damit zu rechnen, dass die Pegel weiter steigen. In Hanau und Gelnhausen könnte die Kinzig dann ebenfalls die Meldestufe 2 erreichen.

Im Main-Kinzig-Kreis drohen erneut Pegel anzusteigen. Auch in Langenselbold könnte wieder Hochwasser drohen.

Hochwasser beschäftigt Feuerwehr im Main-Kinzig-Kreis weiterhin

+++ 11.59 Uhr: Es gibt neue Details zum Hochwasser in der Region: Wie die Feuerwehr in Schöneck auf Anfrage mitteilt, läuft in der Stadt weiterhin ein Einsatz aufgrund des Hochwassers. „Die Lage ist angespannt“, erklärte ein Sprecher der Feuerwehr. Insbesondere ein Trafohäuschen in der Kilianstädter Straße müsse derzeit vor den Wassermassen geschützt werden, um Auswirkungen auf das Stromnetz zu verhindern. Man hoffe darauf, dass der Pegel der Nidder sinke, das sei aber nicht sicher. „Wie müssen gucken, wie viel Regen fällt“, so der Feuerwehrmann.

Danach sieht es jedoch nach Angaben des Hessischem Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) nicht aus. Eine Prognose auf der Seite des HLNUG zeigt vielmehr, dass der Pegel der Nidder wieder ansteigen könnte. Für Mittwoch (03.02.2021) sind für den Main-Kinzig-Kreis Niederschläge von bis zu 11 Liter pro Quadratmeter angekündigt, was zu erneutem Hochwasser führen könnte.

Im Main-Kinzig-Kreis ist die Hochwassergefahr nicht gebannt. Die Feuerwehr ist weiterhin im Einsatz.

Hochwassergefahr im Main-Kinzig-Kreis bleibt bestehen

+++ Dienstag, 02.02.2021, 10.29 Uhr: In weiten Teilen Hessens sinken die Pegel, aber im Main-Kinzig-Kreis bleibt die Hochwassergefahr bestehen. Insbesondere in Nidderau bereitet sich die Feuerwehr nach eigenen Angaben auf steigende Pegel vor, derzeit liegt die Nidder in der Stadt auf Meldestufe 2. Der Stadtbrandinspektor Christopher Leidner gibt sich am Montagabend (01.02.2021) jedoch optimistisch: „Wir sind gut vorbereitet und haben die Lage derzeit im Griff“, so Leidner in einer Pressemitteilung. Über eine konkrete Gefährdung durch Hochwasser wolle die Feuerwehr Nidderau Betroffene zeitnah informieren, hieß es weiter.

Bis auf den Pegel der Nidder in Bereich Windeck, der auf Meldestufe 3 liegt, ist die Hochwasserlage aber entspannt. Im gesamten Rest des Main-Kinzig-Kreises gilt maximal Meldestufe 1. Das Hessischem Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) warnt allerdings davor, dass durch mögliche Niederschläge am Mittwoch und in der Nach zu Donnerstag wieder mit einem Anstieg der Pegel zu rechnen ist. Auch das Erreichen höherer Meldestufen sei dann möglich, hieß es vom HLNUG.

In den kommenden Tagen drohen erneut steigende Pegel und Hochwasser im Main-Kinzig-Kreis. Auch kleine Bäche können dann zur Gefahr werden.

Sinkende Pegel und verringerte Hochwassergefahr im Main-Kinzig-Kreis

Update vom Montag, 01.02.2021, 7.53 Uhr: Die Lage beim Hochwasser in Hessen hat sich weiter entspannt. Auch für Hanau und den Main-Kinzig-Kreis liegt der Pegel laut zuständigem Hessischem Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) nur noch knapp oberhalb der zweiten Meldestufe und fällt weiter. Am Morgen meldet die Messstation in Hanau bei der Kinzig einen Pegelstand von 3,77 Metern, die zweite Meldestufe ist bei 3,74 Metern erreicht. Laut HLNUG soll der Pegelstand im Laufe des Montags wieder unter den Wert von 3,74 Metern fallen.

Zweithöchste Hochwasser-Meldestufe bei der Kinzig

+++ 13.07 Uhr: Das Hochwasser in Hessen verlagert sich weiter Richtung der größeren Flüsse – auch der Pegel des Mains steigt an. Wie das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie in Wiesbaden am Sonntag mitteilte, galt am Vormittag unter anderem an der Kinzig die zweithöchste Meldestufe. Durch Hanau fließen beide Flüsse.

Main-Pegel steigt an: Erhöhte Hochwassergefahr?

Am Main stiegen die Wasserstände langsam an. Das Landesamt ging jedoch davon aus, dass die Meldestufen am hessischen Main-Abschnitt nicht überschritten würden.

Erleichterung gibt es in der stark betroffenen Stadt Büdingen (Wetteraukreis). Dort ging das Hochwasser deutlich zurück. Nach Starkregen und Tauwetter drohe jedoch das Rückhaltebecken bei Düdelsheim, einem Stadtteil von Büdingen, vollzulaufen, teilte der Main-Kinzig-Kreis am Samstagabend mit. In der Folge drohe auch ein Anstieg der Nidder. Eine gezielte Steuerung der Abflussmengen soll das Rückhaltebecken möglichst weit entleeren, um einen Puffer zu schaffen.

Von dem Bootsverleih ist kaum etwas übrig geblieben. Das Hochwasser hat in Hanau zugeschlagen.

+++ 10.06 Uhr: In der Region gibt es immer noch Hochwasser und schwere Überschwemmungen. Wie der Hanauer Anzeiger berichtet, hat es erneut einen Bootsverleih an der Kinzigmündung in Hanau erwischt. Dieser war bereits Anfang des Jahres gesunken und musste geborgen werden.

Hochwasser in der Region: In Gelnhausen droht der Wasserstand weiter anzusteigen

Update vom Sonntag, 31.01.2021, 9.48 Uhr: Ein Rückhaltebecken bei Büdingen droht wegen Hochwassers vollzulaufen. In enger Absprache mit den Einsatzkräften des Main-Kinzig-Kreises soll die Abflussmenge in dem Becken kontinuierlich erhöht werden. An der Kinzig zeigt der Pegel Gelnhausen bei leicht fallender Tendenz aktuell die Meldestufe 2.

Voraussichtlich könnten weitere Meldestufen im Verlauf der kommenden Woche überschritten werden. Der Wasserstand in Hanau befindet sich ebenfalls auf Stufe 2. Dort sollen die Stände bis Dienstag (02.02.2021) nicht mehr ansteigen. Im stark betroffenen Niddergebiet herrscht am Pegel Glauberg/Nidder hingegen bereitsdie Meldestufe III. Allerdings rechnet man damit, dass die Stände im Laufe des Tages deutlich zurückgehen werden. Das alles ist dem Hochwasserportal des Bundeslandes Hessen zu entnehmen.

Ein Sportplatz bei Düdesheim ist komplett überflutet.

Hochwasser in der Region: Weniger Regen in den nächsten Tagen

In den nächsten Tagen rechne man übrigens mit weniger Regen. Trotzdem hat ein Politiker eine Botschaft an die Bürger. „Das ist kein Ziel für einen Familienausflug, hier kann es zu gefährlichen Situationen kommen. Zudem können durch solche Ausflügler die Rettungskräfte bei ihrem Einsatz behindert werden“, warnte Landrat Jan Weckler aus dem Wetteraukreis.

Hochwasser in der Region: Feuerwehr muss Umspannwerk sichern

Update vom Samstag, 30.1.2021, 20.42 Uhr: Am Nachmittag hat sich die Hochwassersituation am Kinzigsee bei Langenselbold zugespitzt. Das Wasser stieg gegen 15.30 immer stärker an. Anwohner des Campingplatzes am See wurden von den Einsatzkräften dringend gebeten, ihre Fahrzeuge in höher gelegene Bereich zu fahren. Die Feuerwehr musste die Kläranlage sowie das Umspannwerk in der Industriestraße in Langenselbold sichern.

Gegen 17 Uhr die Erleichterung: Der Pegel rund um den Kinzigsee fiel deutlich. Sämtliche Maßnahmen wurden am See abgebrochen und die Fahrzeuge zum Feuerwehrhaus zurückbeordert, hieß es in einer Meldung. Die Feuerwehr Hanau wurde aus dem Einsatz entlassen.

„In den vergangen 24 Stunden wurden etliche Maßnahmen gegen die akute Hochwasserlage unternommen. Mit Wechselladerfahrzeugen wurden in Maintal gefüllte Sandsäcke geholt und zu den Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr Langenselbold gebracht“, hieß es von der Feuerwehr Hanau.

Hochwasser: In Langenselbold sind zahlreiche Keller vollgelaufen.

Hochwasserlage in der Region: Hanau öffnet Baumärkte – trotz Corona-Lockdown

Erstmeldung vom Samstag, 30.1.2021, 15.03 Uhr: Hanau/Langenselbold – Über die Ufer tretende Flüsse, vollgelaufene Keller, überflutete Straßen: In vielen Teilen von Hessen ist die Feuerwehr im Dauereinsatz – und auch in der Region trifft das Hochwasser Hausbesitzer mit voller Wucht.

Die Stadt Hanau hat bereits erste Maßnahmen ergriffen, um auf die angespannte Hochwasserlage zu reagieren: Baumärkte in Hanau dürfen Materialien an Privatpersonen verkaufen, die zum Schutz vor den drohenden Wassermassen geeignet sind. Aufgrund des Corona-Lockdowns in Deutschland und Hessen sind Baumärkte eigentlich geschlossen.

Hochwasserlage in Hanau: Sand, Sandsäcke, Planen und Pumpen können gekauft werden

Da die Auslieferung des erhöhten Bedarfs an Sand, Sandsäcken, Planen und Pumpen jedoch nicht im Rahmen der derzeit erlaubten Onlinebestellung und Abholung vor Ort zu organisieren ist, habe Oberbürgermeister Claus Kaminsky entschieden, eine Öffnung auch für Privatpersonen zu erlauben, teilte die Stadt am Freitagabend mit. Das Hessische Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (HSOG) erlaube das außerplanmäßige Öffnen der Märkte.

„Der Verkauf an jedermann muss jedoch auf das Sortiment beschränkt bleiben, das im Rahmen des Hochwasser-Schutzes benötigt wird“, sagte Kaminsky. Er bittet die Bürger, dies zu beachten und zu respektieren, um unnötige Verzögerungen in den Hanauer Baumärkten zu verhindern.

In Hanau dürfen sich die Bürger in den Baumärkten mit Sandsäcken eindecken. (Symbolbild)

Hochwassergefahr in Hanau insbesondere an zwei Tagen

Die aktuelle Hochwasserlage im Umland und die in Hanau zu erwartende Welle am Sonntag beziehungsweise Montag würden derzeit für eine verstärkte Nachfrage nach Materialien sorgen, die zum Sichern des Grundstücks vor Hochwasserschäden notwendig sind.

Laut einem Feuerwehrsprecher waren die Pegelstände an Main und Kinzig am Samstagmittag noch unauffällig. Die Hochwassersituation könne sich jedoch in den Nachtstunden ändern, sagte er auf Nachfrage. Wie stark die Pegel ansteigen, sei derzeit noch nicht abzusehen. Der Fokus der Einsatzkräfte liege auf der Kinzig, der Main dagegen sei „noch relativ leer“. Neben den Baumärkten gibt auch die Feuerwehr Sandsäcke an Privatpersonen heraus. Bis dato habe man knapp 100 Säcke verteilt.

Die Bilder von überfluteten Straßen und Kellern scheinen bei zahlreichen Bürgern Furcht vor dem Hochwasser zu schüren. Besonders drastisch sind die Eindrücke aus Büdingen im Wetteraukreis: Dort stand am Freitag die Altstadt unter Wasser. Rettungskräfte mussten Anwohner mit Schlauchbooten aus ihren Häusern holen. In der Altstadt, wo der Seemenbach über die Ufer getreten war, stand das Wasser einem Sprecher des Wetteraukreises zufolge teilweise hüfthoch.

Hochwasser in der Region: Straßen in Langenselbold überflutet

Laut Kaminsky hat die Zahl der besorgten Anrufer bei der Stadt Hanau stetig zugenommen. Er stehe in engem Kontakt mit der Feuerwehr und dem Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service – dieser ist unter anderem für Abwasserbeseitigung und Hochwasserschutz zuständig. Die Brüder-Grimm-Stadt wolle schnell auf „sich verändernde Gegebenheiten“ reagieren können. Für weitere Einzelheiten war die Stadt Hanau nicht zu erreichen.

Eines der Rückhaltebecken in Langenselbold

In Langenselbold hatte sich die Hochwasserlage bereits in der Nacht auf Samstag verschärft. Die Feuerwehr ist seit Stunden im Dauereinsatz. Am Marktplatz, Steinweg, Uferstraße und Wassergasse standen mehrere Keller unter Wasser, auch eine Gasstätte wurde geflutet. In der Spitze waren laut Feuerwehr 150 Einsatzkräfte eingesetzt. (Tim Vincent Dicke) *wetterauer-zeitung.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst

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