Claudia Schwabe, Koordinatorin der Führungen, und Vereinsvorsitzender Stefan Bahn präsentieren im historischen Karusell in Wilhelmsbad das Programm des Fördervereins für dieses Jahr. Foto: Seifert

Hanau

Historisches Karussell Wilhelmsbad ab Ostern wieder in Betrieb

Hanau „Knapp 15 000 Menschen haben seit der Eröffnung eine Fahrt mit dem historischen Karussell im Kurpark Wilhelmsbad gemacht“, stellte Stefan Bahn, Vorsitzender des Fördervereins für das Karussell im Staatspark Hanau-Wilhelmsbad, bei der Vorstellung des Jahresprogramm fest.

Von Thomas Seifert

Mit 3654 Erwachsenen und 1575 Kinder drehten zwar nicht so viele Besucher wie im Eröffnungsjahr 2016 ihre vierminütigen Runden, „aber das hängt auch immer von dem jeweiligen Wetter an den Fahrtagen ab“, relativierte Bahn die Zahlen. „Das Interesse am Karussell zeigt sich besonders an der Zahl der Führungen, die privat gebucht werden“, fügte Claudia Schwabe hinzu, die beim Verein für die Koordination der Besichtigungen zuständig ist und selbst durch das Karussell führt.

Hier sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: Fast 100 Gruppen mit knapp 2000 Teilnehmern ließen sich im vergangenen Jahr das weltweit einzigartige Technikdenkmal erklären. „Vereine, Betriebe, der ADFC, Hochzeitsgesellschaften, Geburtstagsgäste und sogar eine Reisegruppe aus Norddeutschland haben 2017 private Führungen gebucht“, berichtete Schwabe. „Im November hatten wir Besucher, die von einer Feier in der Kleinen Parkwirtschaft mit Taschenlampen ausgerüstet zum Karussell gekommen sind“, erzählte Bahn. Neun von zehn Führungen seien inzwischen privat gebucht, so Schwabe.

Vor allem ältere Menschen sind begeistert„Viele, vor allem ältere Menschen, haben nach der Fahrt mit dem Karussell Tränen der Freude in den Augen, dass sie solch ein Ereignis noch erleben durften“, berichtete Stefan Bahn. Gerade im Jahr des 20. Bestehens des Fördervereins freut es den Vorsitzenden umso mehr, dass es bislang bei den Fahrtagen und den Führungen noch keine Probleme gegeben hat.

Das Jubiläum will der Verein übrigens nicht mit einer akademischen Feier begehen, sondern im Rahmen der Tage Karussell und Wein vom 20. bis 22. Juli feiern. „Die Zahl der Mitglieder ist mit aktuell 276 stabil, bislang wurden uns an Spenden rund 1,36 Millionen Euro anvertraut, 1,1 Millionen steuerte der Verein zu den 4,1 Millionen Kosten der Renovierung des Technikdenkmals bei, die restlichen Gelder werden für notwendige Reparaturen oder Verbesserungen vorgehalten“, so Bahn. Da der Verein einen exklusiven Vertrag mit der Stadt hat, kann er zwar die Einnahmen von Führungen und Fahrtagen behalten, muss aber auch für sämtliche Kosten aufkommen. „Zum Beispiel für die technische Wartung und Abnahme, wobei das Karussell inzwischen eine Dauerbetriebserlaubnis hat“, berichtete Stefan Bahn.

Weiterentwicklung des ParksZudem sehe sich der Verein auch verantwortlich für die gesamte Weiterentwicklung des Staatsparks, sei ein wichtiger Teil davon und profitiere natürlich auch, wenn mehr Besucher nach Wilhelmsbad kommen. Geplant sei im Frühjahr seitens der Stadt eine einheitliche Beschilderung der Sehenswürdigkeiten im Staatspark, zudem werde über eine Illumination des Karussells mit Strahlern nachgedacht.

Trotz des großen Interesses soll es bei den monatlichen Fahrtagen bleiben, denn „das Karussell ist ein historisches Technikdenkmal und kein Vergnügungspark“, betonte Bahn. Zudem stoße der Verein auch an seine Kapazitätsgrenzen, weil der Fahrbetrieb personell aufwändig ist. „Es soll schon etwas Besonderes sein, wenn sich das Karussell dreht“, pflichtete Claudia Schwabe bei.

Auch Jugend soll angesprochen werdenDas werde auch von den Besuchern so gesehen, wobei es durchaus die Möglichkeit gibt, das Karussell für private Fahrten über den Verein anzumieten. Preise nennen die Verantwortlichen allerdings nur auf Anfrage. Als Neuerung sind Führungen nur für Kinder geplant, die Eltern können ihren Nachwuchs am Karussell abgeben und eine Stunde später wieder abholen. Termine findet man auf der Homepage des Vereins. „Wir sind gerade dabei, neben neuen erwachsenen Führern auch Jugendliche und Kinder auszubilden, die dann Führungen für Gleichaltrige betreuen können“, berichtete Claudia Schwabe.

Noch vor den Sommerferien soll es eine Matinee im Kinopolis Hanau geben, wo Filmer Pürschel seine Dokumentation über die Restaurierung des Technikdenkmals präsentiert.

www.karussell-wilhelmsbad.de

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