Eine historische Dampflok der Historischen Eisenbahn Frankfurt rückte für die Belastungsfahrten über die Hilfsbrücke an der Eisenbahnüberführung (EÜ) Pfaffenbrunnenstraße aus. Foto: Hackendahl

Steinheim

Hilfsbrücke freigegeben - Belastungsfahrt mit historischer Lok

Steinheim. Beide Hilfsbrücken an der Eisenbahnüberführung (EÜ) Pfaffenbrunnenstraße sind jetzt auf der Bahnstrecke eingebaut. Die erste wurde am Sonntagmorgen für den Bahnverkehr freigegeben. Am frühen Montagmorgen testete eine Dampflok der Historischen Eisenbahn Frankfurt eine zweite, in der Nacht zuvor eingebaute Hilfsbrücke.

Von Holger Hackendahl

Die unter der Brücke liegende, 1872 gebaute Gewölbebrücke wurde am Wochenende abgerissen und war für den Fußgänger- und Rad‧verkehr gesperrt. Die fast 150 Jahre alte Brücke wird in den kommenden Monaten erneuert. Mit Minimalgeschwindigkeit von nur fünf Stundenkilometern befuhr die historische Dampflok (Lok-Nr. 524867) des Vereins Historische Eisenbahn Frankfurt den auf der Hilfsbrücke verlegten Gleisstrang. Das Provisorium wird im September 2018 durch eine dauerhafte Brückenkonstruktion ersetzt.

Bevor die 132 Tonnen schwere Dampflok – besetzt mit Lokführer, Heizer, Heizer-Azubi – auf dem Gleis der Bahnstrecke Offenbach – Hanau in Richtung Hanau Hauptbahnhof davon dampfte, befuhr das schnaubende Dampfross mit ihren sechs Achsen (Achslast jeweils 18 Tonnen) zwei Mal vorwärts und auch einmal rückwärts die Hilfsbrückenkonstruktion über den neu geschotterten Schienenstrang.

Testfahrt verzögertEigentlich sollte die erste Testfahrt am Sonntag bereits um 8 Uhr stattfinden, doch das Stopfen des Gleiskörpers mit Schotter und das Schleifen der Schweißnähte an den Schienen auf der Baustelle EÜ Waldbrücke im nahen Dietesheimer Wald verzögerte die Testfahrt um zwei Stunden. Immer wieder wurde vom Streckenposten die auto‧matische Rottenwarnanlage (ATWS) zur Warnung vor vorbeifahrenden Zügen bei eingleisigem Betrieb betätigt.

Ein um's andere Mal passierten Regionalzüge die Baustelle, an der sich bis zu 15 Gleisarbeiter, Kranführer und Vermesser tummelten. Sie alle mussten bei ihren Arbeiten zwischen den Gleisen große Vorsicht walten lassen, vor allem wenn ein Zug auf das nicht gesperrte Nachbargleis die Baustelle passiert hatte.

Freigabe für den BahnverkehrNur wenige Minuten nach der erfolgreichen Belastungsfahrt wurde das Gleis am Sonntagvormittag für den Bahnverkehr freigegeben. Die Gleisarbeiter machten sich sofort daran, das mittlere Bahngleis Hanau – Offenbach von altem Schotter zu befreien, begannen den Gleisstrang freizulegen. Denn dort wurde in der Nacht zu Montag auch der restliche Teil der Gewölbebrücke abgebrochen.

Michael Möll, der für die Baustelle in Steinheim zuständige Bau-Ingenieur aus dem Portfolio Konstruktiver Ingenieurbau der DB Netz, fuhr zur Prüfung auf dem Führerstand der Dampflok mit. „Die eingebaute Hilfsbrücke liegt fest auf und sie wackelt nicht“, freute sich Möll und bezeichnete die Mitfahrt im Dampflok-Führerstand als „Super-Erlebnis“.

Die Sperrung der Fußgängerunterführung von der Offenbacher Landstraße zur Pfaffenbrunnenstraße ist seit Montagmittag wieder passierbar. „Die Stadt Hanau hat darauf gedrungen, dass diese während der Bauarbeiten geöffnet bleibt – vor allem weil Schulkinder aus der Siedlung hier durch müssen“, erläuterte Möll. In den nächsten Monaten wird vor Ort die neue dauerhafte Brücke gebaut. Sie soll am Sperrwochenende 15. September eingeschoben werden. Bis dahin wartet auf die Baufirmen aber noch jede Menge Arbeit.

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