Neben dem Bürgerwunsch komme der Vorschlag von KCI auch den jahrelangen Forderungen nach einer Hotelbebauung nach, die die Tagungsauslastung des CPH unterstützen könne, so die CDU. Visualisierung: KCI

Hanau

"Herzenwunsch der Bürger": CDU für Schlossplatz-Entwurf mit Hotel

Hanau. Bei der Frage, wie die Schlossplatz-Bebauung aussehen soll, haben sich die Hanauer Christdemokraten gegen den vom Magistrat favorisierten Entwurf der Baugesellschaft Hanau gestellt. In einer Mitteilung sprach sich die CDU dafür aus, dem "Herzenswunsch der Bürger" zu folgen.

Die Bürger hatten sich für den historisierenden Entwurf von KCI ausgesprochen. In der Umwelt- und Strukturausschusssitzung am Donnerstagabend, die bei Redaktionsschluss gerade erst beendet wurde, unterstrich die CDU diese Position und machte auch deutlich, dass die Wirtschaftlichkeit hergestellt werden müsse.

„Für uns als CDU steht die Meinung der Bürger im Vordergrund. Daher sollte man deren Herzenswunsch folgen und gemeinsam mit der Bevölkerung an einer tragfähigen und wirtschaftlich umsetzbaren Lösung arbeiten“, äußerte sich CDU-Fraktionsvorsitzende Isabelle Hemsley.

Man habe den Prozess zur vermutlich vorerst letzten großen Baumaßnahme an einem zentralen Platz in der Hanauer Innenstadt von Beginn an intern begleitet und die verschiedenen Interessenten zum Teil mehrfach eingeladen und die Entwürfe mit ihnen diskutiert. Schon in einer frühen Phase wurde von den drei Entwürfen der Planungsbüros von KCI, 3W Immobilien und Baugesellschaft Hanau der historisierende Entwurf innerhalb der CDU-Fraktion favorisiert.

So sieht es die CDU

Das Bürgerwochenende und viele Gesprächen mit den Hanauern hätten ergeben, dass sich die Stadtgesellschaft einen identitätsstiftenden Platz wünsche, heißt es in der Mitteilung mit Verweis auf die architektonische Gestaltung der Frankfurter Altstadt und Planungen in Offenbach zu einer historischen Aufwertung. „Modernität und Urbanität haben wir im Rahmen des Stadtumbaus bewiesen“, erklärt Hemsley.

Die aktuelle öffentliche Diskussion und die in den letzten Jahren „sehr gelungene Aufwertung des Altstädter Marktes“ und das neue öffentliche Leben in diesem Teil der Stadt zeigten, dass die Hanauer auch ihre historische, ursprüngliche Stadtidentität herbeisehnten.

Kritische Anmerkung

Für das Konzeptvergabeverfahren habe man sich entschieden, um ein breites Feld an Bewerbern und Entwürfen präsentieren zu können. „Ob man es nun befürwortet, dass eine städtische Gesellschaft sich mit bewirbt und damit ein im Grunde neutrales Verfahren in Frage stellt, kann man politisch diskutieren. Dies ist aber für die Platzgestaltung nicht der ausschlaggebende Punkt“, merken die Christdemokraten kritisch an.

Das Ergebnis des beim Bürgerwochenende ausdrücklich gewollten und gewonnenen Meinungsbildes entspreche ebenso wenig wie die Stimmen in den Medien der vergangenen Wochen dem aktuell vom Magistrat favorisierten Entwurf. „Wenn man den Bürger beteiligt, sollte man die Meinung auch akzeptieren und neben der Vernunft auch kreative Ansätze weiterverfolgen“, betonte der Stadtverbandsvorsitzende Joachim Stamm. Er regte an, die Baugesellschaft als Co-Investor im Rahmen der beiden anderen Entwürfe miteinzubinden oder den historisierenden Entwurf von Seiten der Baugesellschaft/Terramag aufgreifen zu lassen.

Falscher Beigeschmack

„Eine Bebauung mit vorsichtigen, aber erkennbaren historischen Bezügen hat nichts mit Disneyland zu tun und gibt der Diskussion aktuell einen falschen Beigeschmack“, ergänzt die Stadtverordnete Hildegard Geberth. Die nach Ansicht des Oberbürgermeisters nur „aufgekleisterten Fassaden“ begeisterten in der Frankfurter Altstadt eine Vielzahl von Menschen.

Hemsley ist wichtig zu betonen, dass man keine Entscheidung gegen städtische Gesellschaften und Unternehmer fällen, sondern die Chance nutzen wolle, bei der Bebauung des Schlossplatzes das Bestmögliche für die Stadt herauszuholen.

Trotz unterschiedlicher Meinungen in der Fraktion wolle die CDU mit ihren gewählten Vertretern der Hanauer Stadtgesellschaft eine Stimme geben. Neben dem Bürgerwunsch komme der Vorschlag von KCI auch den jahrelangen Forderungen nach einer Hotelbebauung nach, die die Tagungsauslastung des CPH unterstützen könne, betonen Hemsley und Stamm. ju

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