Still ruht der Hauptbahnhof – noch: Nach den aktuellen Planungen wird das Areal ab dem kommenden Jahr für rund ein Jahrzehnt – oder länger – zu einer Großbaustelle in mehreren Abschnitten. Luftbild: Axel Häsler

Hanau

Hauptbahnhof: Umbau soll August 2020 mit Unterführung starten

Hanau. Für Zugreisende ist der Hauptbahnhof das Tor in die Stadt. Allerdings ist er optisch keine gute Visitenkarte für die Brüder-Grimm-Stadt, noch dazu ist er nicht barrierefrei.

Von David Scheck

Das wissen auch Hanaus Stadtverordnete, die am Montagabend dem Magistrat in seinem Beschluss folgten und grünes Licht für eine Beteiligung an den Planungskosten für den von der Bahn-Tochter DB Station undamp; Service geplanten Umbau gaben. Stadtrat Thomas Morlock (FDP) machte in der Stadtverordnetenversammlung aber auch eines deutlich: Der Bereich um den Hauptbahnhof wird für rund ein Jahrzehnt eine Baustelle bleiben.

Start soll 2020 Erneuerung der Personenunterführung sein

Die erste Etappe wird der barrierefreie Ausbau des südlichen Zugangs zum Hauptbahnhof sowie der Personenunterführung sein. Die Stadt beteiligt sich an den Planungskosten mit 168 000 Euro und an den Baukosten (insgesamt rund zwölf Millionen Euro) mit rund 4,5 Millionen Euro. Diese Arbeiten sollten nach ursprünglicher Planung in diesem Jahr starten, nun ist – Stand jetzt – der August 2020 anvisiert, bis Mai 2022 soll die Maßnahme abgeschlossen sein. Bei der Gestaltung wird die Zeichenakademie eingebunden sein. Damit bekomme die Personenunterführung eine individuelle Note und „nichts von der Stange“, so Morlock.

Allerdings kann der Tunnel unter den Bahnsteigen zunächst nicht in seiner Gänze erneuert werden – weil er noch weitere Baumaßnahmen am Hauptbahnhof tangiert, die in den kommenden Jahren geplant sind und die der Hanauer Stadtrat nochmals ins Gedächtnis rief.

Pläne für eine Umgestaltung des Areals um den Hauptbahnhof

Es sind die Großprojekte Nordmainische S-Bahn und der Ausbau der Strecke zwischen Hanau und Gelnhausen (im Kontext des Gesamtprojekts Ausbau-/Neubaustrecke Hanau–Würzburg/Fulda), die bahnbautechnisch das kommende Jahrzehnt bestimmen werden. Der Bau der S-Bahn-Verbindung von Frankfurt über Maintal wird Hanau voraussichtlich in den Jahren 2025 bis 2028 erreichen, bis 2030 soll der Ausbau nach Gelnhausen realisiert sein. Voraussetzung dafür ist der Bau eines neuen elektronischen Stellwerks, den die Bahn laut der Informationswebsite zu dem Projekt noch in diesem Jahr beginnen will.

Hinzu kommen die Pläne der Stadt für eine Umgestaltung des Areals um den Hauptbahnhof. Auch die gegenüberliegende Seite wird ihr Gesicht verändern, schließlich planen Stadt und Agentur für Arbeit im Zuge der angestrebten Kreisfreiheit einen Neubau (wir berichteten). Die Bundesagentur plant den Beginn des Neubaus für Ende des Jahres 2020 oder Anfang 2021, den Einzug für Anfang 2023. Der Abriss des alten Agentur-Hauses soll Ende 2023 oder Anfang 2024 umgesetzt werden.

Kräne, Absperrgitter und Baumaschinen über Jahre

Und zu guter Letzt soll die Brücke der B43 (Willy-Brandt-Straße), die über die Bahnanlagen führt, auf lange Sicht durch einen Neubau ersetzt werden. Das Bauwerk stammt aus dem Jahr 1958 und ist für das heutige Verkehrsaufkommen nicht ausgelegt. Bereits jetzt darf Schwerlastverkehr mit mehr als 3,5 Tonnen die B43-Brücke nicht mehr befahren.

Ein Bauprojekt, dessen Planung, Vorbereitung und Umsetzung ein „langwieriger Prozess“ sein wird, wie der Leiter des städtischen Eigenbetriebes Hanau Infrastruktur Service (HIS), Markus Henrich, im Mai im Zuge der Sperrung für Groß-Lkw bereits andeutete. Rund um den Hauptbahnhof wird man sich also für Jahre an den Anblick von Kränen, Absperrgittern und Baumaschinen gewöhnen müssen.

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