Oberbürgermeister von Hanau - Claus Kaminsky
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Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky wird in den sozialen Medien übel beschimpft und bedroht.

In den sozialen Medien

Hassbotschaften gegen Oberbürgermeister Claus Kaminsky: Staatsanwaltschaft ermittelt Tatverdächtigen

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky wird in den sozialen Medien erneut übel beschimpft. Es kommt sogar zu Gewaltandrohungen. Jetzt vermeldet die Generalstaatsanwaltschaft einen Erfolg.

  • Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky wird in sozialen Medien beschimpft und bedroht.
  • Ein User droht dem Politiker mit brutaler Gewalt, die Generalstaatsanwaltschaft schaltet sich ein.
  • Jetzt vermelden die Behörden einen Ermittlungserfolg.

Update 12.11.2020: Nach den massiven Drohungen im Internet gegen Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky, hat die Polizei am Mittwoch (11.11.2020) einen Tatverdächtigen ermittelt. Es handelt sich dabei um einen 25-Jährigen aus dem Main-Kinzig-Kreis.

Der Mann steht laut Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt unter dem Verdacht, Kaminsky seit Anfang November mittels öffentlicher Beiträge und persönlicher Nachrichten über Facebook beleidigt und bedroht zu haben. Dabei handelt es sich unter anderem um diese Äußerungen: „... sehe ich dich einmal, trete ich dir dein Gesicht ein...“, „Glaub mir dein Gesicht trete ich kaputt...“ und „... krieg ich dich trete ich höchstpersönlich deine fresse in die Ecke“.

Am Mittwoch wurde die Wohnung des Verdächtigen durchsucht, dabei wurde auch das Handy sichergestellt.

Von Christian Spindler

Erstmeldung 6.11.2020: Die Reihe übler Beschimpfungen und Bedrohungen gegen Politiker reißt auch in Hanau nicht ab. Einmal mehr betroffen ist Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Nur wenige Tage nach dem Aufruf auf Facebook, das Haus des Rathauschefs, das sogar mit Adresse genannt wurde, zu Halloween mit Eiern zu bewerfen, folgt nun ein weiterer trauriger Tiefpunkt.

Gewaltandrohungen gegen Oberbürgermeister von Hanau eskalieren

Diesmal wird Kaminsky sogar unverblümt Gewalt angedroht: „sehe ich dich einmal trete ich dir dein Gesicht ein“, heißt es einer der Hassbotschaften, die auf Facebook gepostet wurden.

Die Anfeindungen und die Gewaltandrohung sind Reaktionen auf einen Post des Oberbürgermeisters, in dem dieser am 3. November über den aktuellen Corona-Sachstand informiert hat – und das „in der gewohnten Art und Weise, offen und transparent“, wie Oliver Rehbein hervorhebt.

Auf seiner Facebook-Seite wird Oberbürgermeister Claus Kaminsky massiv bedroht und beschimpft.

Der Fraktionschef der Wählergemeinschaft Bürger für Hanau (BfH) und Koalitionspartner von Kaminskys SPD hat auf die jüngsten Entgleisungen hingewiesen und zeigt sich bestürzt über die „unglaublichen persönlichen Angriffe, schlimmen Beleidigungen und sogar Bedrohungen.“

Hanau: Welle der Solidarität erreicht Oberbürgermeister Claus Kaminsky

Nachdem der Aufruf zur Eier-Attacke durch den Bericht in unserer Zeitung letzte Woche öffentlich wurde, bekam Claus Kaminsky viel Zuspruch und Solidaritätsbekundungen in Sozialen Medien und auch in einer Pressemitteilung von der CDU-Opposition.

Schon seit Langem waren wiederholt Pöbeleien und Beschimpfungen beim Hanauer Rathauschef eingegangen. Zuletzt immer häufiger. Die Beleidigungen seien auch immer übler geworden, sagte der Rathauschef bei einer Corona-Pressekonferenz. Lange habe er nicht reagiert. „Ich lasse mir das aber nicht mehr gefallen“, so Kaminsky, nachdem die Auswüchse schlimmer wurden und die Bedrohungen eskalierten.

Strafantrag: Hanaus Oberbürgermeister reagiert auf Hasskommentare im Netz

Auch in den jüngsten Fällen wehrt sich Kaminsky: Er hat nach Auskunft seines Büros Strafantrag gestellt, da er direkt körperlich bedroht wurde. Am Donnerstagabend (5.11.2020) wurde bekannt, dass das Team der Meldeplattform hessengegenhetze.de einen der Beiträge als strafbaren Hasskommentar eingestuft hat.

Nun befasst sich die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt damit.

Im Interview mit dem HANAUER ANZEIGER hat Kaminsky über die Drohungen und Hassbotschaften gegen sich gesprochen.

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