Vom Kurt-Blaum-Platz aus setzte sich der närrische Lindwurm in Richtung Markplatz in Bewegung, angeführt von den Kinziggeistern. Foto: Paul

Hanau

Hanauer Faschingsumzug: Narren feiern - ganz sicher

Hanau. Obelix, der mit nackter Brust auf den Hanauer Faschingsumzug wartete, fürchtete die Kälte nicht. Gut gesichert ging der närrische Lindwurm mit seinen 48 Nummern am Samstag in der Innenstadt über die Bühne. Landes- und Stadtpolizei zeigten Präsenz.

Wenn dicht gedrängt stehende Massen schunkeln und jubeln, wie das am Samstag entlang der Nürnberger Straße und der restlichen Strecke der Fall war, schwingt immer auch die Gefahr von Übergriffen mit. So waren die Mitarbeiter des Ordnungsamtes vollzählig angetreten, um nicht nur den Verkehr zu sichern und jugendliche Alkoholtrinker zur Räson zu bringen, sie waren auch da, um mögliche Taschendiebe, Grabscher und Randalierer abzuschrecken.

Landes- und Stadtpolizisten im EinsatzMit rund 20 Mann – beim Ordnungsamt herrscht zum Faschingsumzug Urlaubssperre – und etwa sechs Beamten der Landespolizei dürften die Ordnungshüter sich auf dem Marktplatz und entlang der Zugstrecke verteilt haben. Genaue Zahlen werden bewusst von den vorgesetzten Behörden nicht ausgegeben.Ihr Fazit am Ende des Tages, der zwar etwas kalt, aber friedlich und gut gelaunt über die Bühne ging, lautet: Keine besonderen Vorkommnisse, alles blieb ruhig.

Verkehr mit mobilen Absperrungen geregeltDie Stadtpolizisten konzentrierten sich auf die Regelung des Verkehrs, stellten mobile Absperrungen auf, damit Autofahrer nicht die Nürnberger Straße während des Umzugs überquerten, zeigten Präsenz und gaben Rat, wenn Bürger nach dem Verlauf des Zuges fragten. „Wir freuen uns, wenn die Leute feiern und gute Laune haben“, erklärte Ordnungsamtsleiter Thorsten Wünschmann, der ebenfalls in der Stadt unterwegs war. Ärger gab es am Samstag glücklicherweise keinen.

Um 12 Uhr LagebesprechungUm dem Sicherheitsempfinden der Bürger Rechnung zu tragen und in der Stadt Flagge zu zeigen, waren Stadtpolizei und Ordner schon ab 12 Uhr unterwegs. Nach einer Lagebesprechung im Ordnungsamt schwärmten die Mitarbeiter aus, bezogen ihre Posten und regelten den Verkehr, der wegen des Zuges in der Willy-Brandt-Straße zäher floss als sonst.

Der Zug unter Leitung von Hendrik Flath hatte in der Willy-Brandt-Straße Aufstellung bezogen. Bis gegen ein Uhr wurden Autofahrer noch vorsichtig vorbeigewinkt, später wurde die Straße dichtgemacht. Für Manfred Atzert, der seit elf Jahren als Ordnungspolizist beim Faschingszug im Einsatz ist, war die Zugsicherung ein schöner Termin: „Wir kommen mit den Leuten in Kontakt, die Stimmung ist gut“, sagte der Fast-Rentner. Sein Kollege Bernd Heil sah das ähnlich.

Plüsch und Fell hatten HochkonjunkturGefeiert wurde kräftig. Allerdings nicht sehr ausdauernd. Die Stimmung an der zwischen Kurt-Blaum-Platz und Marktplatz üppig mit Zuschauern gesäumten Nürnberger Straße war bestens. Angesichts der Kälte standen Eisbär-Kostüme, Enten-Outfits, Einhörner und alles, was mit viel Plüsch und Fell verbunden war, hoch im Kurs.Die zum Teil originell verkleideten Zuschauer jubelten kräftig mit und sammelten mit teils originellen Einfällen die von den Wagen herabregnenden Süßigkeiten auf. Mit dem Schirm angelte ein Zuschauer aus dem Fenster seiner Wohnung an der Nürnberger Straße nach den kleinen Überraschungen. Sogar Brillen waren da zu holen.

Schwellköppe wiegen sich im TaktBesonders große Begeisterung schlug den Guggemusikern der Kinziggeister mit ihren blauen Schwellköppen, Haaren und Kostümen entgegen, die ein tolles Bild abgaben. Für einen besonderen Hingucker sorgte auch ein Team der Brüder-Grimm-Festspiele, das eine weiße Kutsche mit einem Einhorn, dem Kutscher und einem Königspaar auf den Weg schickte.

Die beiden angespannten Kaltblüter wurden sicherheitshalber von je einem Märchenwesen geführt. Diese Premiere wurde von den Zuschauern mit besonderes großem Beifall bedacht.

Beifall und Helaurufe zuhauf gab es auch für das Piratenboot der Alten May. Aus den Totenköpfen der „Flying Dutch May“ quoll dichter Rauch – ein gelungenes Bild. In dicken Mexikaner-Ponchos liefen die Querflötisten des TV 1860 Hanau mit. Auch wenn die Finger kalt waren, die Töne stimmten dennoch immer.

Hanau Hornets wie eine Bank

Der Wagen mit den Mädels und Jungs vom Hanauer Magistrat, darunter Queen Beate (Funck), Kind Claus (Kaminsky) , den hauptamtlichen Prinzen Thomas (Morlock) und Axel (Weiß-Thiel), geizte nicht mit Keksen und Bonbons. Und auch sie durften sich gut beschützt und behütet fühlen: Hinter ihnen marschierte eine große Gruppe mit „Brechern“ der American Football-Spieler Hanau Hornets, gut gesichert in ihren Schutzmonturen.

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