Aus Rasen wird Kunstrasen: Hier wird ein zweites Kunstrasenfeld entstehen, damit alle Mannschaften hochklassig trainieren können. Fotos: Ulrike Pongratz

Hanau

1. Hanauer THC bekommt zweites Kunstrasenfeld

Hanau. Das neue Jahr hat gut für den 1. Hanauer Tennis- und Hockey-Club und seinen Vorsitzenden Michael Bailly begonnen. Vom Land Hessen gab es einen Förderbescheid in Höhe von 145 000 Euro für ein neues Kunstrasenfeld.

Von Ulrike Pongratz

Vorstand, Mitglieder und Sponsoren am Dienstagnachmittag konnten in den Klubräumen des traditionsreichen Vereins Dr. Martin J. Worms, Staatssekretär im hessischen Finanzministerium, und Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky begrüßen. Vom Staatsekretär gab es den Förderbescheid.

Verein hat mit verschiedenen Aktionen Geld gesammelt

Denn auch im Jahr eins nach dem 100-jährigen Jubiläum, wie Bailly sagte, in dem der Klub viel geleistet habe, stehe auch für 2020 ein großes Projekt an: das „Kunstrasenprojekt II“, für das der Verein seit 2017 in diversen, findigen Aktionen Spenden eingesammelt hat und darin auch weiterhin nicht nachlassen will.

Auftakt der Spendenaktionen war ein Sponsorenlauf 2017, gefolgt von einem großen Event im darauffolgenden Jahr. Hier wurden unter anderem mit signierten Fotos von Kai Pfaffenbach und Trikots von Holger Kliem Spenden von über 135 000 Euro für das geplante Kunstrasenfeld erzielt. Mit vielen kleinen Veranstaltungen, einem weiteren Sponsorenlauf, dem „Parzellenverkauf“ seit Herbst 2019 oder dem Verkauf der Siebdrucke von Lars Contzen hat der THC bis heute Spenden von 275 000 Euro gesammelt.

Stadt unterstützt mit Bürgschaft

Angesichts dieser enormen Eigenleistung sagte Kaminsky, es falle immer leichter, öffentliche Gelder zu geben, wenn jemand selbst eigene Anstrengungen unternommen habe. Man sehe, hier ist etwas in Bewegung gekommen. Die Stadt Hanau, davon ging der OB fest aus, werde den Beschluss fassen, den THC mit einer Ausfallbürgschaft in Höhe von 225 000 Euro für einen Zeitraum von 15 Jahren zu unterstützen.

Kaminsky bescheinigte dem Traditionsverein zudem, ein Aushängeschild der Sportstadt Hanau zu sein, das weit in die Republik hineinwirke. Ihm sei um die Zukunft nicht bange, da es dem Verein in beachtlicher Weise gelinge, von Generation zu Generation weiterzuwirken.

In der Tat konnte Vorstand Michael Bailly darauf verweisen, dass der Klub, der inzwischen über 1300 Mitglieder stark ist, in den vergangenen vier Jahren 900 000 Euro in Hallen, Gebäude und Außengelände investiert habe. Damit Hand in Hand gingen auch sportliche Erfolge der Hockeymannschaften. 28 Teams, von den vierjährigen Minis bis zu den Seniorenmannschaften, würden zurzeit auf dem Gelände trainieren.

Bauarbeiten sollen im Frühjahr beginnen

Da reiche ein Kunstrasenplatz bei Weitem nicht mehr aus. Planung und Genehmigungsverfahren für ein weiteres Kunstrasenfeld seien abgeschlossen, dass man im Frühjahr mit den Bauarbeiten beginne könne; die Fertigstellung ist für Herbst 2020 vorgesehen. Auf etwa 950 000 Euro werden sich die Kosten für ein Kunstrasenfeld mit Tribüne und Flutlichtanlage insgesamt belaufen. Finanziert aus Spenden, Eigenmitteln und Förderungen durch den Main-Kinzig-Kreis und das Land Hessen.

Den Förderbescheid des Landes Hessens in Höhe von 145 000 Euro überreichte Staatssekretär Dr. Worms aus Mitteln der Sportförderung für vereinseigenen Sportstättenbau. Worms, der in Hanau aufgewachsen ist, zeigte sich beeindruckt von der Anlage des Klubs und dem historischen Ambiente.

Land will Arbeit von Vereinen erleichtern

Er machte deutlich, dass es ein Anliegen der Politik sei, Vereine in ihrer wichtigen gesellschaftlichen Arbeit zu stärken. Insbesondere Jugendliche würden in den Vereinen eine gute Persönlichkeitsbildung erfahren. Im Finanzministerium arbeite man daran, den steuerlichen Rahmen für Vereine zu erleichtern, die Steuererklärungen zu vereinfachen und die Übungsleiterpauschalen zu erhöhen

„2019 haben wir insgesamt rund 56 Millionen Euro für die Sportförderung in Hessen zur Verfügung gestellt. In diesem Jahr legen wir noch eine ordentliche Schippe drauf und unterstützen die Vereine mit insgesamt 59 Millionen Euro“, so Worms.

Die Landesmittel kämen zahlreichen sportlichen Projekten zugute, wie etwa der Neuanschaffung von Sportgeräten, der Modernisierung von Sportstätten oder aber der Förderung der Jugendarbeit. Ziel sei es, so der Staatssekretär weiter, dass möglichst viele Vereine von den Fördermöglichkeiten profitieren.

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