Männertisch: OB Claus Kaminsky und die Spitze der Feuerwehr Hanau erklärten das Prozedere. Foto: Jutta Degen-Peters

Hanau

Hanau will 2021 Katastrophenschutz in der Stadt bündeln

Hanau. Die Einführung einer Berufsfeuerwehr ist in Hanau bereits beschlossene Sache. Dass in logischer Konsequenz dann auch der Untere Katastrophenschutz im Gefahrenabwehrzentrum angesiedelt werden solle, machte Oberbürgermeister Claus Kaminsky am Dienstag bei einer Pressekonferenz deutlich.

Von Jutta Degen-Peters

Hanau, so erklärte Kaminsky mit Nachdruck, befinde sich in einer Sondersituation. Nicht nur eine (fast erreichte) Einwohnerzahl von 100 000 belege schlüssig, dass mit einer Berufsfeuerwehr auch die unmittelbare Zuständigkeit in Fragen des Katastrophenschutzes verbunden sein müsse. Auch die besondere Sicherheitslage der Stadt spreche für kurze Entscheidungswege und eine bessere Ausstattung im Katastrophenfall: Schließlich seien in der Industriestadt Hanau Heraeus, Industriepark Wolfgang, Vacuumschmelze und Dunlop untergebracht und hielten jeder eine eigene Werksfeuerwehr vor.

Auch der Mainhafen, die Bedeutung des Hauptbahnhofs sowie der Main und die damit einhergehenden möglichen Hochwasserlagen ließen es logisch erscheinen, Rettungs- und andere Hilfsmaßnahmen vor Ort zu koordinieren: „Was hier vor Ort ist, wissen wir besser. Das soll auch hier verantwortet werden. Die örtliche Nähe ist ein besonderes Pfund.“

Gemeinsame Leitstelle soll bleiben

Damit wolle er keineswegs in Frage stellen, dass es in Gelnhausen nicht auch weiterhin eine Untere Katastrophenschutzbehörde geben solle, betonte der OB. „Aber wir brauchen auch in Hanau eine entsprechende Aufstellung“, warb der OB vehement für eine Gleichbehandlung.

Ausdrücklich betonte der Rathauschef, dass nach wie vor der Wunsch bestehe, mit dem Main-Kinzig-Kreis eine gemeinsame Leitstelle und somit eine gemeinsame Kommunikationsschiene zu betreiben. „Dort, wo sie ist, nämlich in Gelnhausen, soll sie auch bleiben“, sagte Kaminsky. Dasselbe gelte für den Rettungsdienstbereich, der ebenfalls gemeinsam mit dem Kreis weiter betrieben werden solle. Überall dort, wo es sinnvoll sei, wolle man auch künftig auf Zusammenarbeit setzen.

Die Unteren Katastrophenschutzbehörden, wie sie Hanau für sich jetzt fordert, sind gemäß hessischer Katastrophenschutzgesetzgebung bei den Landkreisen und kreisfreien Städten angesiedelt. In

diese Riege will sich Hanau jetzt einreihen, um selbst vor Ort Brandschutz, Einsätze bei Unfällen mit Gefahrstoffen wie radioaktiven, biologischen oder chemischen Stoffen mit Gefahrenpotenzial, das Sanitätswesen und andere Hilfseinsätze im Bedarfsfall selbst zu koordinieren.

Zusätzliche Stellen

Käme die Untere Katastrophenschutzbehörde nach Hanau, würden laut OB drei zusätzliche Stellen geschaffen. Zu den Aufgaben dieser Leitungsebene gehörte dann unter anderem die Erstellung von Alarmplänen, die Koordination der Ausbildung sowie das Abfassen von Verträgen mit Firmen für den Katastrophenfall, erläuterte der Leiter der Feuerwehr Hanau, Peter Hack. Wenn die Hanauer Wehr in eine Berufsfeuerwehr umgewandelt wird, wären vier zusätzliche Kräfte vonnöten. Für die Wehr rechnete OB Kaminsky Personalkosten von rund 270 000 Euro vor. Zusammen mit den Stellen für den Katastrophenschutz komme dann gut eine halbe Million Euro zusammen.

Den Standort an der August-Sunkel-Straße in Hanau hält Hack für bestens geeignet. Alles, was man im Katastrophenfall brauche, sei hier vereint (Feuerwehr, DRK, DLRG und Johanniter). So könnten neben der Berufsfeuerwehr dann auch die ehrenamtlichen sowie Hilfskräfte eingebunden werden.

Ausgestattet werde Hanau als Ort mit eigener Berufsfeuerwehr und eigenem Katastrophenschutz dann auch mit zusätzlicher Technik, die unter anderem vom Bund bereitgestellt werde. Hack nannte etwa einen in Hanau stationierten eigenen Gefahrgutzug. Genau wie der bereits existierende und auf Kommunen des Kreises verteilte Gefahrgutzug werde auch das technische Equipment Hanaus im Katastrophenfall dann dort eingesetzt, wo es erforderlich sei, ganz gleich, ob in Maintal, Schlüchtern oder Offenbach.

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