Der Multicopter in Aktion: Die Kamera nimmt nur Bilder innerhalb des Industriepark-Geländes auf.
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Der Multicopter in Aktion: Die Kamera nimmt nur Bilder innerhalb des Industriepark-Geländes auf.

Technologie

Multicopter Ceptor überwacht Industriepark Wolfgang aus der Luft

  • David Scheck
    vonDavid Scheck
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Der Multicopter Ceptor soll zukünftig im Industriepark Wolfgang (IPW) in Hanau für Sicherheit sorgen. Bald könnte er auch für Krisensituationen eingesetzt werden.

Wolfgang - Hier wird geforscht und entwickelt: Im Industriepark Wolfgang (IPW) spielt Sicherheit verständlicherweise eine wichtige Rolle. Und die wird seit einigen Wochen nicht mehr ausschließlich von menschlichen Mitarbeitern zu Fuß gewährleistet, sondern auch aus der Luft. Der neueste Sicherheitsmitarbeiter heißt Ceptor, wiegt rund 15 Kilogramm, hat acht Rotoren und kann fliegen – es handelt sich um einen Multicopter.

Ein solcher Multicopter mag Laien äußerlich wahrscheinlich in erster Linie an eine Drohne erinnern – einfach nur eine Nummer größer. Doch als Präsent zu Weihnachten wie die kleinen Flugobjekte aus dem Fachhandel taugt der Ceptor eher nicht. Der liegt nämlich preislich im Bereich eines „guten Sportwagens“, wie Mario Wegmann, der Leiter der Abteilung Werkschutz von Evonik Technology & Infrastructure, dem Betreiber des IPW in Hanau, im Gespräch mit unserer Zeitung aufklärt – ohne näher auf die finanziellen Details einzugehen.

Der fliegende Werkschutz-Mitarbeiter wurde von Globe UAV produziert, einer Firma aus dem nordrhein-westfälischen Delbrück, die unter anderem auch die Polizei zu ihren Kunden zählt. Während die Ordnungshüter damit auf Verbrecherjagd gehen, lautet bei Evonik die offizielle Einsatzaufgabe des Ceptors Früherkennung bei Gefahrenlage, wie Wegmann beschreibt.

Hanau: Multicopter Ceptor überwacht mögliche Diebstähle auf dem Industriegelände

„Langfinger“ gebe es gelegentlich auch auf dem Gelände des IPW, erklärt der Werkschutz-Leiter. Mit Kameras ausgestattet, können mit dem Ceptor Eindringlinge nötigenfalls verfolgt werden. Die Bilder, die er speichert, sind aus Datenschutzgründen zunächst verpixelt, können aber entschlüsselt werden, wenn es strafrechtlich für die Polizei relevant werden sollte. Apropos Datenschutz: Um diesen sicherzustellen, nimmt der Multicopter nur Bereiche innerhalb des Geländes auf.

Momentan wird das „bekannte Flugobjekt“ nach Wegmanns Angaben für die Überwachung des rund 5,6 Kilometer langen Zauns eingesetzt, der das IPW-Areal eingrenzt. Ein vierköpfiges Team arbeitet derzeit daran, den Multicopter auch für komplexere Aufgaben einsatzfähig zu machen. Zum Beispiel für den Fall eines Feuers in einem Chemielabor – durch gezieltes Ansteuern eines Brandherds oder eines Fensters kann über die Kamera die Lage besser eingeschätzt werden, als wenn die Werksfeuerwehr ohne Informationen über die Lage hinein müsste. Darüber hinaus soll der fliegende Mitarbeiter wie erwähnt in Zukunft auch fliehende Personen verfolgen können. Voll aufgeladen, kann der Ceptor eine Stunde in der Luft bleiben. Für den Fall, dass das System ausfällt, soll ein integrierter Fallschirm einen Absturz verhindern.

Stolz auf den neuen „Mitarbeiter“: Hermann Becker (links), Leiter Werksicherheit im Industriepark Wolfgang, und Werkschutz-Leiter Mario Wegmann.

Industriepark in Hanau: Geschulte Mitarbeiter steuern den Überwachungs-Multicopter

Überwacht werden die Multicopterflüge aus der zentralen Notfall- und Servicezentrale des IPW. Gesteuert wird der Ceptor übrigens mittels Tastatur und nicht mit einem Steuerknüppel – der Gaming-Faktor entfällt also. Doch als Spielzeug ist er ohnehin nicht gedacht, und um ihn steuern zu dürfen, mussten sich die Mitarbeiter des Werkschutzes in Weiterbildungen dafür qualifizieren. Auch die regelmäßige Wartung soll von den Werkschutz-Mitarbeitern vorgenommen werden. (David Scheck)

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